Wetten auf die Midterm Elections gehören für mich zu den spannendsten Politikwetten überhaupt – und das hat einen konkreten Grund. Bei kaum einem anderen politischen Ereignis gibt es so verlässliche historische Muster wie bei den US-Zwischenwahlen. In 20 von 22 Midterms seit 1938 hat die Partei des amtierenden Präsidenten Sitze im Repräsentantenhaus verloren. Wer das versteht und richtig einordnet, hat bei Midterm-Wetten einen echten Informationsvorsprung.
Midterms funktionieren dabei komplett anders als die Präsidentschaftswahl. Kein Electoral College, keine einzelne Person als Kandidat, dafür hunderte parallele Rennen um Sitze im Kongress. Genau diese Struktur macht die Zwischenwahlen als Wettmarkt so interessant – und gleichzeitig anspruchsvoller als die meisten anderen Politikwetten. Die Midterms sind dabei ein eigenständiger Teilbereich der US Wahl Wetten und verdienen einen genauen Blick.
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Midterm Elections – was bei den Zwischenwahlen passiert und warum sie so wichtig sind
Alle vier Jahre wählen die Amerikaner ihren Präsidenten. Genau in der Mitte dieser Amtszeit – also nach zwei Jahren – finden die Midterm Elections statt. Bei diesen Zwischenwahlen geht es nicht um das Weiße Haus, sondern um den Kongress. Und genau da wird es für den Wettmarkt richtig interessant, denn das Ergebnis entscheidet darüber, ob der Präsident in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit überhaupt noch regieren kann. Verliert seine Partei die Mehrheit in einer oder beiden Kammern, wird er von der Opposition blockiert. Ein Szenario, das bei Midterms historisch betrachtet eher die Regel als die Ausnahme ist.
Senat und Repräsentantenhaus – was genau gewählt wird
Bei jeder Midterm stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus zur Wahl. Im Senat sind es jeweils rund ein Drittel der 100 Sitze, weil Senatoren für sechs Jahre gewählt werden und die Sitze im Rotationsprinzip alle zwei Jahre teilweise neu besetzt werden. Die entscheidende Frage für den Wettmarkt ist deshalb immer: Welche Partei kontrolliert nach der Wahl welche Kammer? Schon wenige Sitzverschiebungen können die Mehrheitsverhältnisse kippen. Ein sogenannter Split Congress – also eine Kammer für die Republikaner, die andere für die Demokraten – kommt nach Midterms besonders häufig vor und macht die Gesetzgebung für den Präsidenten zur Geduldsprobe. Parallel laufen in vielen Bundesstaaten Gouverneurswahlen und Volksabstimmungen zu einzelnen Sachfragen, die als Nebenmärkte ebenfalls Wettoptionen bieten. Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
| Kammer | Sitze gesamt | Sitze zur Wahl bei Midterms | Amtszeit | Mehrheit ab |
|---|---|---|---|---|
| Repräsentantenhaus | 435 | 435 (alle) | 2 Jahre | 218 Sitze |
| Senat | 100 | ca. 33–34 | 6 Jahre (Rotation) | 51 Sitze |
Warum Midterms als Stimmungstest für den Präsidenten gelten
Ich halte Midterms für den ehrlichsten Stimmungstest in der amerikanischen Politik. Während bei Präsidentschaftswahlen ein Kandidat persönlich polarisiert und mobilisiert, geht es bei den Zwischenwahlen vor allem um die Frage: Bin ich mit der Arbeit des aktuellen Präsidenten zufrieden – ja oder nein? Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wenn die Zustimmungswerte des Präsidenten unter 50% liegen, verliert seine Partei im Durchschnitt 37 Sitze im Repräsentantenhaus. Gleichzeitig liegt die Wahlbeteiligung bei Midterms typischerweise 15 bis 20 Prozentpunkte unter der einer Präsidentschaftswahl. Zur Urne gehen also vor allem die Wähler, die besonders motiviert sind – und das ist bei Midterms historisch gesehen meistens die Opposition.
Auf was kann ich bei den Midterm Elections wetten?
Midterm-Wetten unterscheiden sich strukturell deutlich von Wetten auf die Präsidentschaftswahl. Es gibt keinen einen großen Markt wie „Wer wird Präsident?“, sondern eine ganze Landschaft aus unterschiedlichen Wettoptionen. Von der einfachen Mehrheitsfrage bis zu Wetten auf einzelne Senatsrennen in umkämpften Bundesstaaten – die Bandbreite ist groß. Gerade weil so viele Rennen gleichzeitig laufen, gibt es für Tipper mit politischem Fachwissen echte Chancen, Informationsvorteile zu nutzen. Die gängigsten Midterm-Wettmärkte lassen sich grob in drei Kategorien einteilen:
| Markttyp | Beispiel | Verfügbarkeit |
|---|---|---|
| Mehrheitswette | Welche Partei kontrolliert den Senat? | Sehr gut – bei fast allen Anbietern |
| Balance of Power | Unified Government, Split Congress oder Machtwechsel | Gut – bei größeren Anbietern und Prognosemärkten |
| Einzelrennen | Kandidat A vs. Kandidat B in einem Senatsstaat | Eingeschränkt – vor allem bei prominenten Rennen |
| Sitzverteilung (Over/Under) | Republikaner über oder unter 220 Sitze im Repräsentantenhaus | Eingeschränkt – hauptsächlich auf Prognosemärkten |
| Spezialwetten | Wahlbeteiligung, Anzahl der Recounts, Runoffs | Gering – Nischenmarkt |
Mehrheitswetten – Kongress, Senat, Repräsentantenhaus
Der beliebteste Midterm-Markt ist die einfache Frage: Welche Partei kontrolliert nach der Wahl den Senat, welche das Repräsentantenhaus? Das lässt sich als klassische Ja-Nein-Wette abgeben. Spannender finde ich persönlich die sogenannten Balance-of-Power-Märkte, bei denen beide Kammern kombiniert werden. Hier wettet man auf Konstellationen wie Unified Government (eine Partei kontrolliert beides), Split Congress oder einen kompletten Machtwechsel in beiden Kammern. Wer es noch granularer mag, findet Over/Under-Märkte auf die Gesamtzahl der Sitze einer Partei in einer bestimmten Kammer.
Einzelrennen und Kandidaten-Wetten
Bei prominenten Senatsrennen gibt es Kopf-an-Kopf-Märkte, in denen zwei Kandidaten direkt gegeneinander gestellt werden. Gerade in umkämpften Bundesstaaten, in denen der Ausgang wirklich offen ist, sind diese Märkte für mich am reizvollsten. Bei Repräsentantenhaus-Rennen sieht die Lage anders aus: 435 Einzelrennen parallel, von denen die meisten in sicheren Wahlkreisen stattfinden. Für die wirklich kompetitiven Rennen gibt es zwar teilweise Märkte, aber die Markttiefe ist deutlich geringer als bei Senatswahlen.
Spezialwetten rund um die Midterms
Neben den klassischen Siegwetten bieten Midterms auch Nebenmärkte, die es in dieser Form bei Präsidentschaftswahlen nicht gibt. Beliebt sind Over/Under-Wetten auf die Wahlbeteiligung, Wetten auf die Anzahl der Stichwahlen oder Nachzählungen nach dem Wahltag und Märkte, die sich um die Frage drehen, wie viele Sitze die Regierungspartei gewinnt oder verliert. Gerade letzterer Markt ist Midterm-spezifisch und macht die historischen Muster direkt wettbar.
Warum verliert die Partei des Präsidenten bei Midterms fast immer?
Für mich ist das der Dreh- und Angelpunkt bei jeder Midterm-Analyse. Kein anderes Muster in der US-Politik ist so beständig wie die Tatsache, dass die Partei des Präsidenten bei Zwischenwahlen Sitze verliert. Wer Midterm-Wetten ernsthaft betreiben will, muss diese Daten kennen und verstehen, warum sie so verlässlich sind. Erst dann lassen sich die Quoten richtig einordnen – und erst dann erkennt man, wann der Markt ein Ergebnis über- oder unterbewertet.
20 von 22 Midterms mit Sitzverlust – die Zahlen
Seit 1938 hat die Partei des amtierenden Präsidenten in 20 von 22 Zwischenwahlen Sitze im Repräsentantenhaus verloren. Der durchschnittliche Verlust seit dem Zweiten Weltkrieg liegt bei 26 Sitzen im Repräsentantenhaus und 4 Sitzen im Senat. Nur zweimal wurde dieses Muster durchbrochen: 1934 unter Franklin D. Roosevelt mitten in der Weltwirtschaftskrise, als die Wähler noch stärker auf seinen Reformkurs setzten, und 2002 unter George W. Bush, als der Solidaritätseffekt nach den Terroranschlägen vom 11. September die übliche Midterm-Dynamik aushebelte. Beide Ausnahmen brauchten also extreme Sonderbedingungen. Für den Wettmarkt heißt das: Die Ausgangsvermutung bei jeder Midterm ist erst mal Sitzverlust für die Regierungspartei. Wer dagegen wettet, braucht sehr gute Gründe.
Ein weiteres Muster, das ich besonders beachte, ist der sogenannte Six-Year Itch. Damit ist gemeint, dass die zweite Midterm eines Präsidenten – also nach sechs Jahren im Amt – historisch noch deutlicher ausfällt als die erste. Die Wähler sind dann oft ermüdet, die politische Agenda des Präsidenten ist weitgehend abgearbeitet, und die Opposition hat mehr Zeit gehabt, sich zu formieren.
Approval Rating – der Indikator, auf den ich zuerst schaue
Wenn ich mir vor einer Midterm die Quoten anschaue, ist mein erster Blick immer auf die Zustimmungswerte des Präsidenten gerichtet. Die Korrelation zwischen Approval Rating und Sitzverlust ist einer der stärksten statistischen Zusammenhänge in der US-Politik. Je tiefer die Werte, desto höher der Verlust – und umgekehrt. Laut einer Gallup-Auswertung aller Midterms seit Harry Truman ergibt sich folgendes Bild:
| Approval Rating des Präsidenten | Durchschnittlicher Sitzverlust im Repräsentantenhaus |
|---|---|
| Über 50% | ca. 14 Sitze |
| Unter 50% | ca. 37 Sitze |
Als ergänzenden Indikator nutze ich den Generic Ballot – also die allgemeine Parteipräferenz der Wähler, unabhängig von einzelnen Kandidaten. Das ist eine Umfragefrage im Stil von „Würden Sie bei der Kongresswahl eher die Demokraten oder die Republikaner wählen?“. Wenn eine Partei dort mit mehreren Punkten führt, spiegelt sich das erfahrungsgemäß auch in den Midterm-Ergebnissen wider.
Coattail-Effekt – warum sich die Präsidentschaftswahl bei den Midterms rächt
Ein Muster, das viele Tipper unterschätzen, ist die Umkehr des sogenannten Coattail-Effekts. Bei einer Präsidentschaftswahl zieht ein populärer Kandidat häufig Abgeordnete seiner Partei mit ins Amt – besonders in knappen Wahlkreisen. Man nennt das Coattails, weil die Abgeordneten quasi am Rockzipfel des Präsidentschaftskandidaten hängen. Bei der darauffolgenden Midterm kehrt sich dieser Effekt um: Genau die Sitze, die durch den Coattail-Effekt gewonnen wurden, sind am verwundbarsten. Der Präsident steht nicht mehr auf dem Stimmzettel, die lokalen Kandidaten müssen auf eigenen Beinen stehen – und in vielen Fällen reicht das nicht. Je stärker der Coattail bei der letzten Präsidentschaftswahl war, desto höher die Verluste bei der nächsten Midterm. Für die Quoteneinschätzung ist das ein handfester Datenpunkt.
Wave Elections – wenn die Midterms den Kongress umkrempeln
Manchmal reicht es nicht, von „normalen“ Sitzverlusten zu sprechen. Bei sogenannten Wave Elections – also Wahlwellen – rollt eine Welle über den Kongress, die weit über den historischen Durchschnitt von 26 Sitzen hinausgeht und die Mehrheitsverhältnisse in einem einzigen Wahlabend komplett umstrukturiert. Für den Wettmarkt sind solche Wellen extrem lukrativ – vorausgesetzt, man erkennt die Anzeichen früh genug. Aber genau da liegt die Schwierigkeit, denn Wellen kündigen sich zwar an, aber ihr Ausmaß überrascht fast immer.
Die größten Wellen und was sie ausgelöst hat
Drei Midterm-Wellen stechen in der jüngeren Geschichte besonders hervor. Jede hatte einen anderen Auslöser, aber das Ergebnis war jedes Mal dasselbe: ein massiver Machtwechsel im Kongress, der die Quoten im Vorfeld bei weitem übertraf. Die Daten im Überblick:
| Jahr | Partei mit Sitzgewinn | Sitze gewonnen (Repräsentantenhaus) | Auslöser |
|---|---|---|---|
| 1994 | Republikaner | +54 | „Republican Revolution“ unter Newt Gingrich, Unzufriedenheit mit der Clinton-Regierung |
| 2010 | Republikaner | +63 | Tea-Party-Bewegung, Ablehnung der Gesundheitsreform |
| 2018 | Demokraten | +40 | Breite Gegenbewegung zur Regierungspolitik, hohe Mobilisierung in den Vorstädten |
„Ich habe bei Midterm-Wetten eine Sache gelernt: Wave Elections lassen sich an den Daten erahnen, aber ihr tatsächliches Ausmaß übersteigt fast jedes Mal die Erwartungen – wer früh auf eine Welle setzt, wird dafür in der Regel belohnt.“
Karina Novacova (Autorin dieses Artikels)
Was alle drei Wellen gemeinsam haben: eine stark motivierte Oppositionsbasis, niedrige Zustimmungswerte für den Präsidenten und ein dominierendes Thema, das die gesamte Wahl überlagert. Ob Wirtschaftskrise, unpopuläre Gesetze oder politische Skandale – der Auslöser ist immer ein nationales Thema, das lokale Rennen überrollt.
Enthusiasm Gap – wer motivierter ist, gewinnt
Der Enthusiasm Gap beschreibt den Unterschied in der Motivation zwischen den Anhängern beider Parteien. Bei Midterms ist dieser Faktor besonders entscheidend, weil die Wahlbeteiligung ohnehin niedriger ist als bei Präsidentschaftswahlen – typischerweise nur rund 40% statt 55% bis 65%. Wer seine Basis besser mobilisiert, profitiert überproportional. Ich schaue mir dafür drei Indikatoren an: das Spendenaufkommen aus Kleinstspenden – sogenannte Grassroots-Donations –, die Beteiligung bei den Vorwahlen beider Parteien und die Ergebnisse von Nachwahlen und Special Elections, die zwischen den regulären Wahlterminen stattfinden. Wenn eine Partei bei Nachwahlen plötzlich deutlich besser abschneidet als erwartet, ist das oft ein Vorbote für eine Welle bei der nächsten Midterm. Die drei Indikatoren und ihre Aussagekraft:
| Indikator | Was er misst | Wann er relevant wird |
|---|---|---|
| Grassroots-Spendenaufkommen | Mobilisierung der Basis über Kleinstspenden | 12–18 Monate vor der Wahl |
| Primary Turnout | Vorwahl-Beteiligung beider Parteien im Vergleich | 6–9 Monate vor der Wahl |
| Special-Election-Ergebnisse | Abweichung vom erwarteten Ergebnis bei Nachwahlen | Laufend zwischen den Wahlterminen |
Wo werden Midterm-Wetten wirklich entschieden?
Nicht jedes Rennen bei den Midterms ist spannend. Von den 435 Sitzen im Repräsentantenhaus sind die meisten in sicheren Wahlkreisen, wo das Ergebnis von vornherein feststeht. Auch im Senat gibt es genug Rennen, bei denen ein Kandidat haushoch vorne liegt. Die eigentliche Action konzentriert sich auf eine Handvoll Schlüsselrennen – und genau dort werden Midterm-Wetten entschieden. Wer diese Rennen identifiziert und versteht, hat den wichtigsten Schritt gemacht.
Umkämpfte Senatsrennen als beliebtester Midterm-Wettmarkt
Senatsrennen in umkämpften Bundesstaaten sind für mich der attraktivste Midterm-Markt. Die Merkmale eines engen Rennens sind fast immer dieselben: ein Bundesstaat mit einem knappen Partisan Voter Index – kurz PVI, also ein Maß dafür, wie stark ein Staat im Vergleich zum nationalen Durchschnitt zu einer Partei neigt –, ein offener Sitz, weil der bisherige Amtsinhaber nicht mehr antritt, oder ein Herausforderer mit landesweiter Bekanntheit. Senatsrennen haben gegenüber Repräsentantenhaus-Rennen einen klaren Vorteil für Tipper: weniger Rennen bedeuten mehr Daten pro Einzelrennen, bessere Umfragen, mehr Medienberichterstattung und damit eine solidere Grundlage für die eigene Einschätzung.
Redistricting und Gerrymandering – der Faktor, den nur Midterms haben
Ein Punkt, der bei Midterm-Wetten gerne übersehen wird: Nach jeder Volkszählung, die in den USA alle zehn Jahre stattfindet, werden die Wahlkreise für das Repräsentantenhaus neu zugeschnitten. Dieser Prozess heißt Redistricting – also die Neueinteilung der Wahlbezirke. In vielen Bundesstaaten nutzt die jeweils regierende Partei dabei die Gelegenheit, Wahlkreise so zu zeichnen, dass sie sich selbst Vorteile verschafft. Das nennt man Gerrymandering, benannt nach dem Gouverneur Elbridge Gerry, der 1812 einen Wahlkreis in Form eines Salamanders schuf.
Für den Wettmarkt ist Redistricting relevant, weil neue Wahlkreiskarten oft erstmals bei den Midterms nach einer Volkszählung gelten. Historische Wahldaten für diese Wahlkreise existieren dann noch nicht, was Prognosen unsicherer und Quoten volatiler macht. Ich sehe das als Chance: Wo Daten fehlen, reagiert der Markt langsamer auf neue Informationen, und wer sich in die neuen Wahlkreiskarten einarbeitet, findet manchmal Quoten, die nicht zum tatsächlichen Kräfteverhältnis passen.
Datenquellen, die ich für die Midterm-Analyse nutze
Meine erste Anlaufstelle sind immer Umfrageaggregate. Einzelumfragen können stark schwanken und sind leicht verzerrt – erst wenn man Dutzende Umfragen zusammenrechnet, ergibt sich ein belastbares Bild. Dabei achte ich darauf, ob eine Umfrage registrierte Wähler (registered voters) oder wahrscheinliche Wähler (likely voters) befragt hat: Letzteres ist deutlich aussagekräftiger, weil nicht jeder Registrierte auch tatsächlich wählen geht. Als zweite Quelle nutze ich die Einstufungen etablierter Prognosemodelle, die einzelne Rennen in Kategorien einteilen – von Safe (sicherer Sieg) über Likely und Lean bis hin zu Toss-up (völlig offen). Und drittens behalte ich das Spendenaufkommen im Blick – gerade das Volumen an Kleinspenden gibt frühzeitig Hinweise auf die Mobilisierungskraft einer Partei.
Fazit – Midterm Elections als eigenständiger Wettmarkt
Midterm-Wetten gehören für mich zu den analytisch spannendsten Politikwetten. Die Kombination aus verlässlichen historischen Mustern, messbaren Indikatoren wie dem Approval Rating und der Vielzahl paralleler Rennen macht die Zwischenwahlen zu einem Wettmarkt, der sich mit Daten und politischem Verständnis systematisch angehen lässt. Die Basisregel „Partei des Präsidenten verliert“ liefert den Ausgangspunkt, den ich dann mit Midterm-spezifischen Faktoren wie dem Enthusiasm Gap, der Coattail-Umkehr und der Redistricting-Dynamik ergänze.
Midterms bekommen weniger Aufmerksamkeit als die große Präsidentschaftswahl, aber genau darin sehe ich den Reiz. Weniger Aufmerksamkeit bedeutet oft weniger effiziente Märkte – und das ist für Tipper, die bereit sind, sich in die Materie einzuarbeiten, ein klarer Vorteil.
FAQ
Was passiert bei einer Stichwahl nach den Midterms?
In einigen Bundesstaaten wie Georgia muss ein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, um direkt gewählt zu werden. Schafft das niemand, gibt es einige Wochen nach dem regulären Wahltag eine Stichwahl – einen sogenannten Runoff. Für offene Wetten heißt das: Die Abrechnung verzögert sich, und die Quoten für die Kongresskontrolle können noch wochenlang in der Schwebe bleiben, bis der letzte Runoff entschieden ist.
Ab wann stehen Quoten für die nächsten Midterms?
Erste Quoten auf die Kongresskontrolle erscheinen bei den meisten Anbietern und Prognosemärkten schon ein bis zwei Jahre vor dem Wahltag. Einzelne Senatsrennen werden oft erst im Laufe des Wahljahres bepreist, wenn die Kandidaten feststehen. Frühe Quoten basieren vor allem auf historischen Mustern und Zustimmungswerten des Präsidenten – je näher der Wahltag rückt, desto stärker fließen aktuelle Umfragen und lokale Faktoren in die Preisbildung ein.
Wie zuverlässig sind Prognosen bei Midterm-Wetten?
Studien haben gezeigt, dass Prognosemärkte in rund 75% der untersuchten Fälle genauere Ergebnisse liefern als klassische Umfragen. Aber auch Märkte können danebenliegen – besonders wenn die Markttiefe gering ist oder alle Teilnehmer dieselbe Einschätzung teilen. Mein Rat: Prognosemärkte als einen von mehreren Datenpunkten nutzen, nicht als einzige Wahrheit.
Quellen:
- Gallup – Auswertung aller Midterm Elections seit 1946
- American Presidency Project, University of California