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Wettquoten einfach erklärt: So funktionieren Sportwetten Quoten

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Wettquoten erklärt klingt nach trockener Theorie, dabei steckt in dieser einen Zahl fast alles: wie viel ein Tipp einbringt, für wie wahrscheinlich der Anbieter einen Ausgang hält und wo er seinen eigenen Verdienst eingerechnet hat. Wer das einmal durchschaut hat, schaut nie wieder gleich auf einen Wettschein.

Die Grundrechnung ist in zwei Minuten erledigt. Interessant wird es danach: warum die Summe aller Wahrscheinlichkeiten über 100% liegt, warum dieselbe Wette bei zwei Anbietern unterschiedlich viel zahlt und warum eine hohe Quote nicht automatisch die bessere ist. Der Anfang ist die einfachste Frage: Was bekommst du eigentlich raus, wenn dein Tipp aufgeht?

Was sagen dir Wettquoten?

Jede Quote ist im Kern ein Faktor. Du multiplizierst deinen Einsatz mit der Quote und siehst sofort, was im Erfolgsfall zurückkommt. Setzt du 10€ auf eine Quote von 1,5, dann stehen am Ende 15€ auf dem Konto. Mehr steckt hinter der Auszahlung erstmal nicht: Einsatz mal Quote ergibt den Bruttogewinn, also die Auszahlung inklusive deines Einsatzes.

Wichtig ist der Unterschied zwischen zwei Beträgen. Die 15€ sind dein Bruttogewinn, inklusive der 10€, die du selbst riskiert hast. Ziehst du diesen Einsatz wieder ab, bleibt ein Reingewinn von 5€. Der Bruttogewinn ist das, was ausgezahlt wird, der Reingewinn ist das, was du tatsächlich dazugewonnen hast.

Ein Detail wird dabei leicht übersehen: Nicht jeder Anbieter zeigt dasselbe an. Im Wettschein blendet der eine den vollen Auszahlungsbetrag inklusive Einsatz ein, der andere nur den reinen Gewinn obendrauf. Wenn du die Zahlen zweier Anbieter nebeneinander legst, vergleichst du im Zweifel den Bruttobetrag mit dem Nettobetrag. Ein kurzer Blick auf die Beschriftung, dann weißt du, welcher der beiden gemeint ist.

Wie entstehen Wettquoten?

Hinter jeder Quote steht eine Schätzung. Der Buchmacher überlegt, wie wahrscheinlich ein bestimmter Ausgang ist, und gießt diese Einschätzung in eine Zahl. Je sicherer ein Ergebnis erscheint, desto niedriger fällt die Quote aus.

In die Schätzung fließt einiges ein: die aktuelle Form beider Mannschaften, Verletzungen und Sperren wichtiger Spieler, die Ergebnisse aus direkten Duellen der Vergangenheit, dazu Heimvorteil und manchmal sogar die Wetterlage. Aus all dem entsteht eine Wahrscheinlichkeit in Prozent.

Diese Prozentzahl lässt sich direkt in eine Quote umrechnen. Die faire Quote ist 1 geteilt durch die Wahrscheinlichkeit. Schätzt der Buchmacher die Siegchance einer Mannschaft auf 64%, ergibt das eine faire Quote von rund 1,56 (1 ÷ 0,64). Steigt die geschätzte Chance, sinkt die Quote, und umgekehrt. Eine 1,20 sagt dir damit: Hier hält der Anbieter den Ausgang für sehr wahrscheinlich. Eine 6,00 heißt das Gegenteil.

Ganz so viel wie diese faire Quote bekommst du am Ende aber nicht. Was im Wettschein steht, liegt etwas darunter, denn der Buchmacher rechnet noch seinen eigenen Anteil mit ein.

Welche Quotenformate gibt es, und wie rechnest du sie um?

Eine Quote von 1,5 in Deutschland, eine 1/2 in England, eine −200 in den USA, und gemeint ist jedes Mal dasselbe. Es gibt drei gängige Schreibweisen, und wer internationale Angebote anschaut, trifft früher oder später auf alle drei.

Die Dezimalquote ist der Standard in Kontinentaleuropa und das Format, das dir hier überall begegnet. Sie ist die bequemste, weil sie direkt den Auszahlungsfaktor zeigt: Einsatz mal Quote ergibt die Auszahlung inklusive Einsatz. Mehr musst du nicht rechnen.

Die Bruchquote ist vor allem in Großbritannien und Irland verbreitet, etwa 7/4 oder 9/2. Sie nennt dir den reinen Gewinn im Verhältnis zum Einsatz. 9/2 heißt: 9€ Gewinn auf 2€ Einsatz. Um daraus eine Dezimalquote zu machen, teilst du den Bruch und addierst 1. Aus 9/2 wird 4,5 plus 1, also 5,50. Aus 7/4 wird 1,75 plus 1, also 2,75.

Die amerikanische Quote arbeitet mit einem Vorzeichen. Ein Pluswert wie +150 sagt dir, wie viel Reingewinn du auf 100€ Einsatz bekommst, hier also 150€, was einer Dezimalquote von 2,50 entspricht. Ein Minuswert wie −150 dreht es um und sagt, wie viel du setzen musst, um 100€ Gewinn zu holen, das ergibt eine Dezimalquote von rund 1,67.

Damit du die Formate nebeneinander siehst:

BruchquoteAmerikanischDezimalquoteReingewinn auf 10€
1/1+1002,0010€
3/2+1502,5015€
7/4+1752,7517,50€
9/2+4505,5045€
2/3−1501,676,70€

Was verrät die Quote über die Wahrscheinlichkeit?

Aus jeder Quote kannst du zurückrechnen, welche Wahrscheinlichkeit der Anbieter eingepreist hat. Die Formel ist dieselbe wie vorhin, nur andersherum: 1 geteilt durch die Dezimalquote. Eine Quote von 2,0 ergibt 50%, eine 1,5 ergibt 66,7%. Das nennt sich implizite oder eingepreiste Wahrscheinlichkeit.

Hier kommt der Punkt, den viele Erklärungen weglassen. Zähl die eingepreisten Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Ausgänge zusammen, und du landest nicht bei 100%, sondern darüber. Nimm ein Spiel mit zwei Ausgängen, beide zur Quote 1,90. Jeder Ausgang steht für 52,6%, zusammen sind das 105,3%. Diese überschüssigen 5,3% gibt es in keiner echten Wahrscheinlichkeit, die hört bei 100% auf. Der Aufschlag ist der einkalkulierte Anteil des Buchmachers.

Genau dieser Aufschlag über 100% ist der Quotenschlüssel, also die Marge des Buchmachers. Er ist der Grund, warum die echte Quote immer etwas unter der fairen liegt. Bei einem fairen 50/50-Spiel müssten beide Seiten 2,0 zahlen, tatsächlich bekommst du 1,90. Die Differenz ist der Verdienst des Anbieters, und zwar unabhängig davon, wie das Spiel ausgeht.

Das Gegenstück zur Marge ist die Auszahlungsquote. Sie sagt, welcher Anteil der Einsätze theoretisch wieder an die Tipper zurückfließt. Bei einer Marge von 5,3% liegt die Auszahlungsquote bei rund 95%. Je niedriger die Marge, desto höher die Auszahlungsquote, und desto mehr Wert bleibt für dich in der Quote. So sieht das für ein paar gängige Quoten aus:

DezimalquoteEingepreiste Wahrscheinlichkeit
1,2083,3%
1,5066,7%
1,9052,6%
2,0050,0%
3,5028,6%
6,0016,7%

Hohe oder niedrige Quote, was ist besser?

Die ehrliche Antwort vorweg: keine von beiden ist besser. Eine niedrige Quote steht für eine hohe eingepreiste Wahrscheinlichkeit. Sie trifft öfter zu, wirft pro Treffer aber wenig ab. Eine hohe Quote dreht beides um, sie trifft selten, zahlt dann aber kräftig. Das eine ist nicht klüger als das andere, es ist nur ein anderes Verhältnis von Risiko und möglichem Gewinn.

Wer auf lauter niedrige Quoten setzt, gewinnt häufig kleine Beträge und kassiert ab und zu eine Niederlage, die die ganze Serie auffrisst. Wer hohe Quoten spielt, verliert oft und wartet auf den einen großen Treffer. Beide Wege können aufgehen oder schiefgehen.

Entscheidend ist nicht die Höhe, sondern das Verhältnis zur echten Chance. Eine Quote ist dann interessant, wenn sie die tatsächliche Wahrscheinlichkeit unterschätzt, wenn der Anbieter ein Ergebnis also für unwahrscheinlicher hält, als es ist. Ob das zutrifft, weißt du nie sicher, du kannst es nur besser oder schlechter einschätzen.

Und damit das klar ist: Allein über die Wahl hoher oder niedriger Quoten gibt es keinen sicheren Gewinn. Die Marge des Buchmachers steckt in jeder Quote, egal ob 1,20 oder 8,00. Wer dir etwas anderes verspricht, verkauft dir ein Märchen.

Warum ändern sich Wettquoten?

Eine Sache vorweg, die dich beruhigen kann: Die Quote, zu der du abschließt, ist festgeschrieben. Tippst du auf eine 2,10, dann wird auch mit 2,10 abgerechnet, selbst wenn die Quote zehn Minuten später bei 1,80 steht. Was sich danach bewegt, ändert deinen Wettschein nicht mehr.

Vor dem Anpfiff bewegt sich dagegen einiges. Zwei Dinge bewegen die Quote: das Geld und die Nachrichten. Kommen auf einen Ausgang große Summen, senkt der Buchmacher die Quote dort, um sein Risiko auszubalancieren. Neue Informationen tun den Rest. Fällt ein Stürmer kurzfristig aus, sickert die Aufstellung durch oder kündigt sich Dauerregen an, wird die Quote sofort nachgezogen.

Läuft das Spiel erst einmal, geht das im Sekundentakt weiter. Jeder Treffer, jede rote Karte, jede Drangphase verschiebt die Wahrscheinlichkeiten, und die Quoten passen sich laufend an den aktuellen Spielstand an.

Für dich heißt das: Eine früh abgegebene Quote und eine späte können sich deutlich unterscheiden. Wer früh zuschlägt, sichert sich manchmal einen besseren Wert, bevor das Geld die Quote drückt. Wer wartet, hat mehr Informationen, oft aber eine schlechtere Quote. Beides hat seinen Preis, einen garantiert richtigen Zeitpunkt gibt es nicht.

Warum unterscheiden sich die Quoten je nach Anbieter?

Schaust du dieselbe Wette bei mehreren Anbietern an, siehst du selten dieselbe Quote. Mal steht da 1,85, mal 1,95, mal 2,00, und das für genau dasselbe Ergebnis. Das hat zwei Gründe.

Der eine liegt in der Einschätzung. Nicht jeder Sportwettenanbieter im Test bewertet die Wahrscheinlichkeit gleich, der eine sieht die Heimstärke höher, der andere gewichtet eine Verletzung stärker. Dazu kommt die Marge. Jeder Anbieter rechnet einen anderen Anteil für sich ein, und einer mit knapper Marge zahlt bei gleicher Einschätzung mehr aus als einer, der kräftiger draufschlägt.

Für dich ist das der greifbarste Vorteil im ganzen Thema. Bei einer Quote von 2,00 statt 1,85 bekommst du auf 10€ Einsatz 1,50€ mehr Reingewinn, und das bei jedem einzelnen Treffer. Über viele Tipps summiert sich das spürbar. Wer vor dem Abschluss kurz die Quoten mehrerer Anbieter vergleicht und dort setzt, wo die höchste steht, holt sich diesen Vorteil ohne jedes zusätzliche Risiko. Es ist dasselbe Ergebnis, nur mehr Auszahlung.

Häufige Fragen zu Wettquoten

Was bedeutet eine Quote von 1,5?

Sie ist der Faktor für deine Auszahlung. 10€ Einsatz mal 1,5 ergeben 15€ Bruttogewinn, davon sind 5€ Reingewinn und 10€ dein zurückgezahlter Einsatz. Eingepreist steckt darin eine Wahrscheinlichkeit von rund 66,7%.

Brutto- oder Reingewinn, was zeigt mir der Anbieter an?

Meistens den Bruttogewinn, also den vollen Betrag inklusive deines Einsatzes. Manche Anbieter zeigen nur den reinen Gewinn obendrauf. Der Unterschied zwischen beiden Zahlen ist genau dein Einsatz.

Was heißt „even money“ bei einer Quote?

Dein Reingewinn ist genauso hoch wie dein Einsatz. Das entspricht der Dezimalquote 2,0 und einer eingepreisten Wahrscheinlichkeit von 50%. Auf 10€ bekommst du 10€ Gewinn obendrauf, ausgezahlt werden 20€.

Sagt mir eine einzelne Quote die echte Gewinnchance?

Nein. Sie zeigt die eingepreiste Wahrscheinlichkeit, und in der steckt schon die Marge des Buchmachers. Die tatsächliche Chance kann darüber oder darunter liegen, die Quote allein verrät dir das nicht.

Karina Novakova
Über den Autor

Karina Novakova

Ich heiße Karina Novakova und interessiere mich seit vielen Jahren intensiv für Sport. Besonders die Leichtathletik gehört zu meinen größten Hobbys, doch ich verfolge auch zahlreiche andere Sportarten regelmäßig. Durch diese Begeisterung beschäftige ich mich intensiv mit Sportwetten und analysiere verschiedene Wettanbieter. In meinen Testberichten teile ich meine Erfahrungen und gebe einen Überblick über Angebote, Quoten und Funktionen der Wettplattformen.