Das Teilnehmerfeld für Europa League Wetten füllt sich jeden Sommer aus drei ganz verschiedenen Richtungen. Fest eingeplant sind die Pokalsieger der sieben stärksten Verbände und die Fünftplatzierten der fünf stärksten Ligen. Dazu kommen die Sieger der Qualifikationsrunden, die sich über mehrere Duelle im Hochsommer nach oben gespielt haben. Und dann sind da noch die Vereine, die in der Champions-League-Qualifikation gescheitert sind und erst dadurch überhaupt in diesem Wettbewerb auftauchen. Wer am Ende in der gemeinsamen Tabelle steht, ist deshalb erst Ende August klar, wenige Wochen vor dem ersten Spieltag.
Wie ist die Ligaphase der Europa League mit 36 Teams aufgebaut?
Seit der Saison 2024/25 stehen alle 36 Teilnehmer in einer einzigen Tabelle statt in acht Vierergruppen, gewertet wird wie in einer Liga mit drei Punkten für einen Sieg und einem für ein Remis. Jeder Klub bestreitet acht Spiele gegen acht verschiedene Gegner, vier davon zu Hause und vier auswärts. Bis 2023/24 waren es 32 Klubs mit sechs Partien gegen nur drei Gegner, jeweils in Hin- und Rückspiel. Über die acht Einzelspiele entscheidet sich, wer die K.-o.-Runde erreicht, und ein schwacher Abend lässt sich nur an einem anderen Spieltag gegen einen anderen Gegner ausgleichen.
Welche acht Gegner ein Klub bekommt, hängt dabei nicht allein vom Zufall ab. Die 36 Teilnehmer werden nach ihrem Klubkoeffizienten auf vier Töpfe zu je neun Klubs verteilt, und jeder Klub zieht aus jedem dieser vier Töpfe zwei Gegner, einen für ein Heimspiel und einen für ein Auswärtsspiel. Zwei Vereine desselben Verbands treffen in der Ligaphase nicht aufeinander, und mehr als zwei Gegner aus ein und demselben anderen Verband bekommt niemand. Ein durchgehend leichter Spielplan entsteht in diesem Verfahren gar nicht, denn jeder Teilnehmer, ob Topfavorit oder Außenseiter, hat zwei Gegner aus dem obersten und zwei aus dem untersten Topf vor sich. Kommt dir ein Spielplan trotzdem leicht vor, liegt das bei Europa League Wetten selten an der Summe der acht Gegner. Wichtiger ist, wie sich diese Gegner auf Heim und Auswärts verteilen, denn die Zahl der Gegner je Topf ist für jeden Klub gleich.
Mit der Umstellung ist auch die Zahl der Partien gewachsen, ohne die Qualifikationsrunden von 141 auf 189. Die 48 zusätzlichen Spiele liegen vollständig in der Ligaphase, denn die K.-o.-Runden sind gleich groß geblieben. Für einen einzelnen Klub sind das zwei Spieltage mehr, an denen er einen Fehlstart noch korrigieren kann.
Wann liegen die acht Spieltage, und was ist am letzten anders?
Mehr als zwei Heim- oder zwei Auswärtsspiele hintereinander bestreitet kein Klub, und an den ersten beiden wie an den letzten beiden Spieltagen hat jeder genau ein Heimspiel und ein Auswärtsspiel. Die acht Spieltage verteilen sich vom Herbst bis in den Januar, angesetzt wird donnerstags; in der Woche, in der die Europa League allein spielt, kommt der Mittwoch dazu, und das Endspiel liegt ebenfalls auf einem Mittwoch.
Der letzte Spieltag hebt sich noch einmal ab, weil alle 18 Partien zeitgleich angepfiffen werden. Kein Klub kennt an diesem Abend das Endergebnis der Konkurrenz, bevor sein eigenes Spiel abgepfiffen ist, und weil alle Teilnehmer in derselben Tabelle stehen, hängt die eigene Platzierung an mehreren Partien gleichzeitig. Ein Ergebnis zu verwalten, weil es rechnerisch gerade reicht, stützt sich damit auf einen Zwischenstand, der sich anderswo bis zur letzten Minute noch drehen kann.
Welcher Tabellenplatz reicht wofür bei Europa League Wetten?
Die besten acht Klubs der Ligaphase stehen ohne Umweg im Achtelfinale. Die Plätze 9 bis 24 spielen K.-o.-Play-offs über Hin- und Rückspiel um die acht verbleibenden Achtelfinalplätze, und die Plätze 25 bis 36 sind raus, endgültig. Ein Wechsel in einen anderen europäischen Wettbewerb, wie ihn die Gruppendritten im alten Format noch bekamen, existiert aus der Ligaphase heraus nicht mehr. Bei Punktgleichheit entscheidet zuerst die Tordifferenz, dann die Zahl der erzielten Tore, und erst danach greift das Auswärtstor.
24 von 36 Klubs überstehen die Ligaphase, zwölf sind raus. Zielen deine Europa League Wetten auf den Einzug in die K.-o.-Runde, tippst du damit auf zwei Drittel des Feldes; zielen sie auf einen Platz unter den ersten acht, nur auf gut ein Fünftel. Zwischen Platz 8 und Platz 9 liegen zwei zusätzliche Spiele gegen einen europäischen Gegner, mitten in einer Phase, in der die nationale Liga längst wieder läuft.
| Platz in der Ligaphase | Was folgt | Setzung und Heimrecht im Rückspiel |
|---|---|---|
| 1 bis 8 | direkt im Achtelfinale | im Achtelfinale gesetzt, Rückspiel dort zu Hause |
| 9 bis 16 | K.-o.-Play-offs | in den Play-offs gesetzt, Rückspiel dort zu Hause |
| 17 bis 24 | K.-o.-Play-offs | in den Play-offs ungesetzt, Rückspiel dort auswärts |
| 25 bis 36 | ausgeschieden | entfällt |
Die Paarungen der Play-offs entstehen nicht in einer offenen Auslosung. Sie sind in vier Abschnitte vorsortiert: Platz 9 oder 10 trifft auf Platz 23 oder 24, Platz 11 oder 12 auf Platz 21 oder 22, Platz 13 oder 14 auf Platz 19 oder 20, Platz 15 oder 16 auf Platz 17 oder 18. Gelost wird nur noch, welcher der beiden möglichen Gegner es wird. Ein Klub auf Platz 9 hat damit schon vor der Auslosung genau zwei denkbare Gegner, und beide stehen am unteren Ende der Play-off-Zone; ein Klub auf Platz 15 oder 16 bekommt dagegen einen Gegner, der die Ligaphase kaum schlechter abgeschlossen hat als er selbst.
Im Achtelfinale stehen die Play-off-Sieger dann selbst auf der ungesetzten Seite. Gesetzt sind dort die acht Direktqualifizierten, ungesetzt die acht Play-off-Sieger, und gelost wird ausschließlich zwischen diesen beiden Gruppen. Ein Klub, der sich über die Play-offs qualifiziert, kann einem Gegner aus den ersten acht also nicht ausweichen, so überzeugend er die zwei Spiele davor auch gewonnen hat.
Was ab dem Viertelfinale schon vor der ersten Partie feststeht
Ab dem Viertelfinale wird gar nicht mehr gelost. Das Raster steht vorab fest, wer in welchen Ast kommt, ergibt sich aus der Setzposition, und schlägt ein Außenseiter einen gesetzten Klub, rückt er auf dessen Position nach, statt neu einsortiert zu werden. Auch das Heimrecht im Rückspiel hängt an dieser Rangfolge, denn die Plätze 1 bis 4 bekommen es im Viertelfinale und die Plätze 1 und 2 zusätzlich im Halbfinale. Für einen Klub aus den ersten vier Plätzen liegt der mögliche Weg bis ins Endspiel damit fest, sobald die Achtelfinalpaarungen gezogen sind.
Wie entscheidet sich ein K.-o.-Duell, seit das Auswärtstor nicht mehr zählt?
Bis einschließlich Halbfinale läuft jede Runde über zwei Spiele, und weiter kommt, wer in Hin- und Rückspiel zusammen mehr Tore erzielt hat. Steht es nach dem Rückspiel gleich, folgen zweimal 15 Minuten Verlängerung, und bleibt es auch dann dabei, entscheidet das Elfmeterschießen.
Bis zur Saison 2020/21 stand an dieser Stelle noch eine zweite Regel. Bei gleichem Gesamtergebnis kam der Klub weiter, der auf gegnerischem Platz mehr Tore erzielt hatte. Die UEFA hat diese Auswärtstorregel für alle ihre Klubwettbewerbe gestrichen, und das verschiebt die Bewertung eines Hinspielergebnisses deutlich. Verliert eine Mannschaft das Hinspiel zu Hause 1:2 und gewinnt das Rückspiel auswärts 1:0, steht es zusammengerechnet 2:2. Früher wäre der Gegner mit zwei Auswärtstoren gegen eines weitergekommen, heute geht das Duell in die Verlängerung.
Den Ausschlag für die Abschaffung gab der gesunkene Heimvorteil im europäischen Klubfußball. Über alle UEFA-Klubwettbewerbe der Männer gerechnet fiel der Anteil der Heimsiege von Mitte der 1970er Jahre bis 2021 von 61% auf 47%, der Anteil der Auswärtssiege stieg im selben Zeitraum von 19% auf 30%. Auch beim Toreschießen ist der Abstand kleiner geworden, die Heimmannschaft kam am Ende dieses Zeitraums auf 1,58 Treffer je Spiel statt auf 2,02, die Gastmannschaft auf 1,15 statt auf 0,95. Ein Auswärtsspiel in Europa wiegt damit weniger schwer als in den Jahrzehnten, aus denen die alte Regel stammte.
Beim Abrechnen eines Rückspiels bleiben zwei Fragen strikt getrennt. Eine Fußballwette wird auf die reguläre Spielzeit einschließlich Nachspielzeit abgerechnet, Verlängerung und Elfmeterschießen zählen nur, wenn die Wettart sie ausdrücklich einschließt. Ein 1:0 nach 90 Minuten gewinnt deshalb die Wette auf den Heimsieg im Rückspiel, auch wenn dieselbe Mannschaft kurz darauf als Verlierer des Duells vom Platz geht. Wettest du dagegen auf das Weiterkommen, läuft dein Tipp so lange weiter, wie das Duell läuft.
Was im Endspiel anders läuft als in den Runden davor
Seit 1998 ist das Endspiel ein einzelnes Spiel in einem vorher festgelegten neutralen Stadion, davor wurde auch der Titel über Hin- und Rückspiel ausgespielt. Steht es nach 90 Minuten unentschieden, folgen Verlängerung und notfalls Elfmeterschießen. Dreimal hintereinander, 2021, 2022 und 2023, stand es nach 90 Minuten 1:1, und jedes Mal fiel die Entscheidung erst vom Elfmeterpunkt. Für Europa League Wetten auf das Finale bleibt das Remis damit ein regulärer Ausgang der 1X2-Wette, während der Titelträger des Abends unter Umständen erst lange nach dem regulären Abpfiff feststeht.