Bei Football Wetten geht es um American Football und fast immer um die NFL. Wer auf ein einzelnes Spiel tippt, hat es mit der Siegwette, dem Spread auf die Punktdifferenz und Over/Under auf die Punkte beider Teams zu tun, und vor allem der Spread hängt an der Zählweise dieses Sports: Field Goal und Touchdown bringen feste Punktwerte, deshalb kommen manche Abstände am Spielende weit häufiger vor als andere. Was daraus für deine Wette folgt, lässt sich an fünf regulären Saisons, an den Vorgaben vor dem Kickoff seit 2003 und an den Quoten eines Spiels zwischen Green Bay und Atlanta nachrechnen.
Die Wetten auf ein NFL-Spiel und die Overtime
Zum Spiel Green Bay Packers gegen Atlanta Falcons, einem gewöhnlichen Spiel der regulären Saison, führte ein Wettanbieter die Siegwette auf eines der beiden Teams, den Spread auf die Punktdifferenz, Over/Under auf die Punkte beider Teams zusammen und je eine eigene Linie auf die Punkte jedes Teams.
| Wette | Auswahl | Quote |
|---|---|---|
| Siegwette | Green Bay | 1,375 |
| Siegwette | Atlanta | 3,075 |
| Spread | Green Bay -5,5 | 1,90 |
| Spread | Atlanta +5,5 | 1,85 |
| Over/Under 42,5 | Über | 1,88 |
| Over/Under 42,5 | Unter | 1,92 |
Über allen diesen Wetten stand der Zusatz, dass die Overtime eingeschlossen ist. Steht es nach vier Vierteln gleich, folgt in der regulären Saison eine Overtime von zehn Minuten; erst wenn es danach immer noch gleich steht, endet das Spiel unentschieden. In den fünf regulären Saisons 2021 bis 2025 gingen 84 der 1.359 ausgetragenen Spiele in die Overtime, und nur vier davon endeten unentschieden. Wer von der Fußballwette die drei Auswahlen 1, X und 2 kennt, findet bei der Siegwette im Football deshalb zwei: Heimteam oder Gastteam. Ein Sieg in der Overtime zählt für die Wette genauso wie einer nach vier Vierteln.
Wie oft gewinnt der Favorit in der NFL?
Das Heimteam gewann in jeder der fünf regulären Saisons 2021 bis 2025 etwas mehr als die Hälfte seiner Spiele, zusammen 733 von 1.359 oder knapp 54 Prozent. Das Heimrecht ist damit ein kleiner Vorteil. Viel mehr über die Siegchance sagt die Vorgabe vor dem Kickoff, denn sie drückt aus, wie klar ein Team favorisiert ist. Je höher sie liegt, desto öfter hat der Favorit seit 2003 gewonnen.
| Vorgabe des Favoriten | Gewonnene Spiele des Favoriten seit 2003 |
|---|---|
| 1 Punkt | 50,4 % |
| 3 Punkte | 56,9 % |
| 5,5 Punkte | 69,4 % |
| 7 Punkte | 75,7 % |
| 10 Punkte | 79,2 % |
| 14 Punkte | 93,8 % |
Unentschieden gehen in diese Anteile als halber Sieg ein. Über alle Vorgaben zusammen gewann der Favorit 4.121 von 6.188 Spielen, also zwei von drei. Mit einem Punkt Vorgabe gewinnt er kaum öfter als sein Gegner, mit 14 Punkten fast immer.
Bei NFL Wetten ist die Vorgabe deshalb der Maßstab, an dem du die Quote auf einen Favoriten vor der Wette misst. Green Bay lag im Spiel gegen Atlanta mit fünfeinhalb Punkten vorn, die Siegwette stand bei 1,375. Eins geteilt durch 1,375 ergibt rund 73 Prozent, so wahrscheinlich setzt die Quote einen Sieg von Green Bay an. Favoriten mit genau dieser Vorgabe haben seit 2003 aber nur 69,4 Prozent ihrer Spiele gewonnen. Eine Wette auf Green Bay lohnt sich zu dieser Quote nur, wenn du Green Bay stärker einschätzt als einen durchschnittlichen Favoriten mit fünfeinhalb Punkten Vorgabe.
Spread bei Football Wetten: Warum es auf drei und sieben Punkte ankommt
Beim Spread wird dem Favoriten die Vorgabe von seinen Punkten abgezogen und dem Außenseiter gutgeschrieben. Green Bay mit -5,5 muss also mit mindestens sechs Punkten gewinnen, Atlanta mit +5,5 darf mit bis zu fünf Punkten verlieren. Im Wettangebot zu diesem Spiel lief die Wette unter dem Namen Handicap. Weil kein Team mit einem halben Punkt gewinnt, lässt eine Vorgabe von 5,5 kein Ergebnis genau auf der Linie zu; bei einer ganzen Zahl wie drei ist genau das möglich. Üblich ist auf beiden Seiten eine Quote von -110 in amerikanischer Schreibweise, als Dezimalquote rund 1,91; für Green Bay und Atlanta standen 1,90 und 1,85.
Wie gut der Spread den Unterschied zwischen den Teams ausgleicht, zeigen dieselben Spiele seit 2003: Die Vorgabe deckte der Favorit nur 2.946-mal, 3.075-mal verfehlte er sie, und 167 Spiele endeten genau auf der Linie. Obwohl er zwei von drei Spielen gewinnt, deckt er die Vorgabe also seltener, als er sie verfehlt.
Die Punktwerte und der halbe Punkt
Am Spielende liegen auffallend oft genau drei oder sieben Punkte zwischen den Teams, und das folgt aus der Zählweise. Ein Touchdown bringt sechs Punkte, der Versuch danach einen oder zwei, ein Field Goal drei. Ein Touchdown mit dem Versuch auf einen Punkt ergibt also sieben. In jeder der fünf regulären Saisons 2021 bis 2025 waren drei Punkte der häufigste Abstand am Spielende, zusammen bei 199 der 1.359 Spiele, also fast jedem siebten. Sieben Punkte folgen mit 105 Spielen, knapp vor sechs Punkten mit 93.
Drei ist seit 2003 auch die häufigste Vorgabe vor dem Kickoff, sie stand bei 1.044 Spielen. Der Favorit gewann davon 593, die Vorgabe deckte er aber nur 454-mal, und 86 Spiele endeten genau auf der Linie. Diese 86 sind mehr als die Hälfte aller 167 Spiele, die seit 2003 genau auf der Linie endeten. Bei sieben Punkten Vorgabe waren es 24 von 448.
Für Football Wetten auf den Spread heißt das: Um die Drei entscheidet der halbe Punkt über den Tipp auf den Favoriten. Bei -2,5 hätten die 86 Spiele, die mit genau drei Punkten Abstand endeten, diesen Tipp gewonnen, bei -3,5 verloren. Bei sieben gilt dasselbe in kleinerem Umfang. Neben der Vorgabe von -5,5 führte der Wettanbieter im Spiel Green Bay gegen Atlanta eine ganze Reihe weiterer Vorgaben mit eigenen Quoten, bis -30,5 für Green Bay. Steht der Spread bei drei, dreieinhalb, sieben oder siebeneinhalb Punkten, würde ich diese weiteren Vorgaben mit ihren Quoten immer ansehen, bevor ich tippe.
Over/Under: Punkte je Spiel, Dach und Wetter
Over/Under zählt die Punkte beider Teams zusammen, die Overtime eingeschlossen; ein Field Goal in der Overtime kann eine Wette auf Unter also noch verlieren lassen. Im Spiel Green Bay gegen Atlanta stand die Linie bei 42,5 Punkten, daneben gab es Linien auf die Punkte jedes Teams. Wie viele Punkte in einem NFL-Spiel im Schnitt fallen, schwankt von Saison zu Saison um bis zu zweieinhalb Punkte.
| Reguläre Saison | Punkte je Spiel |
|---|---|
| 2021 | 46,0 |
| 2022 | 43,8 |
| 2023 | 43,5 |
| 2024 | 45,8 |
| 2025 | 46,0 |
Die 42,5 Punkte aus dem Spiel Green Bay gegen Atlanta liegen unter dem Schnitt jeder dieser fünf Saisons. Ob das Spiel darüber oder darunter endet, hängt an den beiden Teams und unter freiem Himmel auch am Wetter. Zehn der 30 NFL-Stadien haben ein festes oder einziehbares Dach, die übrigen 20 sind offen. Action Network fand in einer Auswertung der Saison 2021 bei anhaltendem Wind ab etwa 20 mph, rund 32 Kilometern pro Stunde, deutliche Folgen für Pässe und Kicks. Beim Spiel der Baltimore Ravens gegen die Buffalo Bills verfehlten im Wind beide Teams je zwei Field Goals, und das AFC Championship Game zwischen den Denver Broncos und den New England Patriots endete bei dichtem Schneefall 10:7. Spielt ein Team in einem offenen Stadion, gehört die Wettervorhersage deshalb zu jeder Wette auf Over/Under.
Quoten bei Football Wetten: Marge und amerikanische Schreibweise
In jeder Quote steckt die Marge des Wettanbieters, und an der Siegwette lässt sie sich direkt ausrechnen. Die Kehrwerte von 1,375 und 3,075 ergeben zusammen rund 105,2 Prozent. Ein fairer Preis käme auf genau 100 Prozent, die gut fünf Prozentpunkte darüber sind die Marge. Bei der Gesamtzahl von 42,5 kommen 1,88 und 1,92 auf rund 105,3 Prozent, also fast auf denselben Wert. Mit dem Quotenschlüsselrechner prüfst du so jede Wette mit zwei oder drei Ausgängen.
Wer NFL Wetten Quoten in US-Berichten liest, findet sie in amerikanischer Schreibweise. Ein Minus steht beim Favoriten und nennt den Einsatz, der 100 Dollar Gewinn bringt: Bei -150 sind das 150 Dollar Einsatz. Ein Plus steht beim Außenseiter und nennt den Gewinn bei 100 Dollar Einsatz, bei +150 also 150 Dollar.
Rechner: amerikanische Quote umrechnen
Der Rechner nimmt eine amerikanische Quote und deinen Einsatz und gibt Dezimalquote, Wahrscheinlichkeit und Gewinn aus. Gerechnet wird so:
- Quote mit Plus: Dezimalquote = 1 + Zahl / 100, aus +150 wird 2,50.
- Quote mit Minus: Dezimalquote = 1 + 100 / Betrag der Zahl, aus -150 wird 1,67 und aus -110 rund 1,91.
- Wahrscheinlichkeit: 1 / Dezimalquote, bei 2,50 also 40 Prozent.
- Gewinn: Einsatz × (Dezimalquote − 1), bei 100 Euro Einsatz auf +150 also 150 Euro.
Rechner
Gib die Quote mit Vorzeichen ein, wie sie bei einem NFL-Spiel steht, etwa -400 für den Favoriten oder +300 für den Außenseiter, dazu deinen Einsatz.
Die Wahrscheinlichkeit laut Quote enthält die Marge des Wettanbieters. Beide Seiten eines Spiels ergeben deshalb zusammen mehr als 100 Prozent.
Spielerwetten auf Passing, Rushing und Receiving Yards
Zum Spiel Green Bay gegen Atlanta führte der Wettanbieter Wetten auf die Yards einzelner Spieler, je Spieler mit einer Linie auf Über und Unter. Für Green Bays Quarterback Jordan Love lag sie bei 231,5 Passing Yards, dazu kamen feste Stufen von 19,5 bis 49,5 Yards, die nur auf Über angeboten wurden.
Passing Yards zählen ab der Line of Scrimmage, der Linie, an der der Spielzug beginnt, und schließen den Raumgewinn des Receivers nach dem Fang ein. Derselbe Pass steht also beim Quarterback als Passing Yards und beim Receiver als Receiving Yards; wer auf beide Über tippt, wettet zweimal auf dieselben Yards. Entstehen können Yards nur aus Gelegenheiten: beim Receiver aus Targets, den Pässen, die ihm gelten, beim Läufer aus Carries, seinen Läufen mit dem Ball. Wie viele davon ein Spieler bekommt, ist die erste Frage vor einer Wette auf seine Yards. Zum Vergleich: In der regulären Saison 2025 warf ein Team im Schnitt 225,0 Passing Yards und erlief 116,9 Rushing Yards je Spiel.
Wie weit die Werte eines Spielers streuen, zeigt Jordan Love in der regulären Saison 2025. In 15 Spielen kam er auf 3.381 Passing Yards, im Schnitt gut 225 je Spiel; sein niedrigster Wert lag bei 77, sein höchster bei 360. Über 231,5 Yards kam er in 8 der 15 Spiele. Die Linie liegt damit ziemlich genau in der Mitte seiner Spiele, und die Spanne von 77 bis 360 Yards zeigt, wie weit ein einzelnes Spiel davon abweichen kann. Wie tief Spielverlauf und Wetter die Yards eines Quarterbacks drücken können, zeigen zwei Spiele der Playoffs: Beim 41:6 von Seattle gegen San Francisco warf Sam Darnold nur 17 Pässe für 124 Yards, und im Schnee des AFC Championship Game kam Drake Maye auf 86 Passing Yards.
Injury Report und Spielplan vor dem Kickoff
Vor einem Spiel am Sonntag meldet jedes Team am Mittwoch, Donnerstag und Freitag jeweils bis 16 Uhr New Yorker Zeit, wer nicht oder nur eingeschränkt trainiert hat. Am Freitag folgt bis 16 Uhr der Status für das Spiel, vor einem Spiel am Donnerstag schon am Mittwoch. Drei Stufen stehen darin:
- Out: Der Spieler fällt sicher aus.
- Doubtful: Sein Einsatz ist unwahrscheinlich.
- Questionable: Ob er spielt, ist offen.
Ändert sich der Zustand eines Spielers nach der Meldung, muss das Team nachmelden. Endgültig fest steht der Kader erst 90 Minuten vor dem Kickoff, wenn jedes Team seine Active List abgibt. Wie offen Questionable ist, zeigte Sam Darnold: Er stand vor dem Spiel der Divisional Round gegen San Francisco mit diesem Status im Injury Report und spielte. Tippst du vor der Active List auf die Yards eines Spielers mit Questionable, weißt du beim Tippen also noch nicht, ob er überhaupt aufläuft.
Im Spielplan lassen sich zwei Dinge vor der Wette prüfen. Als kurze Woche gilt jede Abfolge mit weniger als sechs freien Tagen zwischen zwei Spielen, etwa von Sonntag auf Donnerstag. Und ein Team von der Pazifikküste, das an der Ostküste um 13 Uhr Ortszeit antritt, spielt nach seiner inneren Uhr um 10 Uhr. Einen Vorteil für Teams, die aus einer spielfreien Woche kommen, fand eine Studie der New York University für den jüngeren Untersuchungszeitraum nicht.
Playoffs und das letzte Spiel der regulären Saison
14 Teams erreichen die Playoffs, sieben je Conference: die vier Sieger der Divisions und die drei besten übrigen Teams. Nur die Nummer eins jeder Conference hat in der ersten Runde frei. In den Wild Card Games, der Divisional Round und den Conference Championship Games hat jeweils das höher gesetzte Team Heimrecht, danach folgt der Super Bowl. Wer in den Playoffs zu Hause spielt, hängt also allein an der Setzliste.
Weil die Wetten die Overtime einschließen, gelten in den Playoffs deren eigene Regeln. Eine Periode dauert 15 statt zehn Minuten, und bei Gleichstand folgen weitere Perioden, bis ein Team gewinnt; ein Unentschieden gibt es nicht. Beide Teams erhalten mindestens einen Ballbesitz, außer die Verteidigung punktet zuerst, und das gilt inzwischen auch in der regulären Saison.
Vor den Playoffs dürfen Teams mit sicherem Platz ihre Stammspieler schonen. Bei einer Wette auf das letzte Spiel der regulären Saison ist deshalb die erste Frage, ob es für ein Team noch um etwas geht. Die Dallas Cowboys kündigten in genau dieser Lage an, gegen die Eagles mit ihren Stammspielern auf Sieg zu spielen. Solche Ankündigungen liest du vor dieser Wette genauso wie den Injury Report.
Was ändert sich bei College Football Wetten?
Bei College Football Wetten fallen zuerst die Vorgaben auf. In der Saison 2025 lag bei 336 von 926 Spielen mit einem Favoriten die Vorgabe vor dem Kickoff bei 14 Punkten oder mehr, also bei mehr als jedem dritten Spiel, und bei 218 Spielen bei 20 Punkten oder mehr. In der NFL waren es im selben Jahr 9 von 280 Spielen mit 14 Punkten oder mehr und kein einziges mit 20. Wer im College Football auf den Spread tippt, hat es also oft mit Vorgaben zu tun, die in der NFL fast nie vorkommen, und die Frage ist dann, ob der Favorit auch mit 20 Punkten oder mehr Vorsprung gewinnt.
Die Overtime hat im College Football eigene Regeln. Jede Periode beginnt an der 25-Yard-Linie des Gegners, und jedes Team hat einen Ballbesitz. Ab der zweiten Periode muss nach einem Touchdown ein Versuch auf zwei Punkte folgen, ab der dritten gibt es nur noch abwechselnde Versuche auf zwei Punkte. Gespielt wird, bis ein Team vorn liegt, sodass jedes Spiel einen Sieger hat.
Häufige Fragen zu Football Wetten
In der regulären Saison ja, allerdings selten: Steht es auch nach zehn Minuten Overtime gleich, bleibt es beim Unentschieden. In den fünf regulären Saisons 2021 bis 2025 kam das in vier von 1.359 Spielen vor, etwa beim 40:40 zwischen Green Bay und Dallas. In den Playoffs wird weitergespielt, bis ein Team gewinnt.
Die -110 ist eine Quote in amerikanischer Schreibweise. Das Minus heißt, dass du 110 Dollar setzt, um 100 Dollar zu gewinnen. Als Dezimalquote sind das rund 1,91, auf 10 Euro Einsatz also gut 9 Euro Gewinn.
Den Practice Report reicht ein Team vor einem Spiel am Sonntag am Mittwoch, Donnerstag und Freitag ein. Full Participation steht darin für ein Training mit allen üblichen Wiederholungen, Limited Participation dafür, dass der Spieler weniger als 100 Prozent davon mitgemacht hat.
14 Teams, sieben je Conference: die vier Sieger der Divisions und die drei besten übrigen Teams. Nur das an eins gesetzte Team jeder Conference hat in der ersten Runde frei.