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Labouchère System bei Sportwetten: Wie eine Zahlenreihe deinen Einsatz steuert

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Das Labouchère System stellt dir vor jeder Sportwette dieselbe Frage: Wie viel setzt du jetzt? Die meisten Tipper gehen nach Gefühl, mal 5€, mal 20€, je nach Laune und letztem Ergebnis. Labouchère nimmt dir diese Entscheidung ab und ersetzt sie durch eine Zahlenreihe, die schon vor der ersten Wette feststeht. Klingt nach Kontrolle, und ein Stück weit ist es das auch. Ob dir die Reihe am Ende hilft oder dich bei einer Pechsträhne in die Bredouille bringt, hängt an ein paar Zahlen, die du kennen solltest.

Wie funktioniert das Labouchère System bei Sportwetten?

Beim Labouchère System legst du den Einsatz nicht nach Bauchgefühl fest, sondern nach einer Zahlenreihe, die du vor der ersten Wette aufschreibst. Diese Sportwettenstrategie bestimmt, wie viel du setzt. Welche Wette du spielst, ob den Sieg einer Mannschaft oder über 2,5 Tore, entscheidest du davon getrennt.

Die Reihe besteht aus mehreren kleinen Zahlen, zum Beispiel 1, 2, 3, 4. Wichtig: Das sind Einheiten, keine Eurobeträge. Was eine Einheit wert ist, legst du selbst fest, etwa 2€ pro Einheit. So bleibt die Rechnung übersichtlich, egal wie groß dein Budget ist.

Dein Einsatz ergibt sich immer aus der ersten und der letzten Zahl der Reihe. Bei 1, 2, 3, 4 setzt du also 1+4=5 Einheiten. Gewinnst du diese Wette, streichst du beide Zahlen, die erste und die letzte. Verlierst du, hängst du den gerade gesetzten Betrag hinten an die Reihe. Bleibt am Ende nur eine einzige Zahl übrig, ist genau diese Zahl dein nächster Einsatz.

Das Ziel ist klar: Du willst alle Zahlen der Reihe durchstreichen. Schaffst du das, hast du genau die Summe deiner Startreihe gewonnen, bei 1, 2, 3, 4 also 10 Einheiten. Jeder Gewinn tilgt zwei Zahlen, jeder Verlust fügt eine hinzu. Deshalb zählt Labouchère zu den Abstreichsystemen, bei denen Gewinne vorangegangene Verluste aus der Liste löschen.

Wie sieht ein Labouchère Beispiel bei Sportwetten aus?

Nichts macht das System klarer als ein Durchlauf Schritt für Schritt. Ich nehme die Startreihe 1, 2, 3, 4 und eine Einheit von 2€. Der erste Einsatz ist 1+4=5 Einheiten, also 10€.

Angenommen, die erste Wette verliert. Jetzt hängst du die 5 hinten an, die Reihe lautet 1, 2, 3, 4, 5. Der nächste Einsatz ist 1+5=6 Einheiten. Diese zweite Wette gewinnt. Du streichst die äußeren Zahlen 1 und 5, übrig bleibt 2, 3, 4. Weiter geht es mit 2+4=6 Einheiten.

So sieht die Reihe Schritt für Schritt aus:

WetteReihe vor der WetteEinsatz (Einheiten)ErgebnisReihe danach
11, 2, 3, 41+4 = 5verloren1, 2, 3, 4, 5
21, 2, 3, 4, 51+5 = 6gewonnen2, 3, 4
32, 3, 42+4 = 6gewonnen3
433gewonnenleer

Am Ende sind alle Zahlen weg. Rechne ich die vier Wetten bei einer 2,0 zusammen, steht ein Gewinn von 10 Einheiten, also 20€, genau die Summe der Startreihe. Das ist der Reiz des Systems: Du musst nicht jede Wette treffen, ein gewonnener Tipp gleicht rechnerisch zwei verlorene aus. Das gilt aber nur, solange du die Reihe wirklich zu Ende spielen kannst.

Welche Quote passt zur Labouchère Reihe?

Das Labouchère System rechnet am saubersten, wenn dein Gewinn genauso groß ist wie dein Einsatz. Genau das passiert bei einer Quote von 2,0. Setzt du 5 Einheiten, bekommst du 5 Einheiten zurück plus deinen Einsatz. Der Gewinn entspricht den zwei Zahlen, die du streichst, die Rechnung geht glatt auf.

Eine 2,0 bedeutet rechnerisch eine Trefferchance von 50%. Das ergibt sich aus einer einfachen Formel: 1 geteilt durch die Quote ist die Wahrscheinlichkeit, die darin steckt. 1 : 2,0 = 0,5, also 50%. Bei einer 1,50 wären es schon 67%, bei einer 3,0 nur noch 33%.

Jetzt wird es interessant. Liegt dein Tipp unter 2,0, etwa bei 1,50, ist dein Gewinn kleiner als dein Einsatz. Auf 5 Einheiten bekommst du nur 2,5 Einheiten Gewinn. Die zwei gestrichenen Zahlen stehen aber für 5 Einheiten. Ein einzelner Treffer deckt sie also nicht mehr voll ab, die Reihe schrumpft langsamer als gedacht.

Bei Werten über 2,0 ist der Gewinn pro Treffer größer, dafür triffst du seltener. Eine 3,0 bringt dir auf 5 Einheiten satte 10 Einheiten Gewinn, aber die rechnerische Trefferchance fällt auf ein Drittel. Mehr Geld pro Treffer heißt eben nicht automatisch, dass die Reihe schneller aufgeht.

Deshalb mein Rat: Rechne vor jeder Wette kurz durch, was am Ende übrig bleibt. Einsatz, Höhe der Quote, Rückzahlung, und was danach noch offen auf der Reihe steht. Wer das überspringt, verliert schnell den Überblick, wie weit die Reihe schon gewachsen ist.

Was passiert nach mehreren verlorenen Sportwetten?

Die ehrliche Antwort: Jeder Verlust verlängert die Reihe, und der nächste Einsatz klettert. Beim Labouchère System geht das langsamer als bei einem reinen Verdopplungssystem wie z.B. Martingale, aber es geht stetig nach oben.

Ich bleibe bei der Startreihe 1, 2, 3, 4 mit einem ersten Einsatz von 5 Einheiten. Angenommen, du verlierst viermal hintereinander. Nach jedem Verlust wandert der gesetzte Betrag ans Ende der Reihe, und der nächste Einsatz bildet sich neu aus erster und letzter Zahl.

WetteReihe vor der WetteEinsatzReihe danach (Verlust)
11, 2, 3, 41+4 = 51, 2, 3, 4, 5
21, 2, 3, 4, 51+5 = 61, 2, 3, 4, 5, 6
31, 2, 3, 4, 5, 61+6 = 71, 2, 3, 4, 5, 6, 7
41, 2, 3, 4, 5, 6, 71+7 = 81, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8

Nach vier Verlusten ist der Einsatz von 5 auf 8 Einheiten gestiegen, der nächste läge schon bei 1+8=9. Viel wichtiger ist die Zahl, die kaum jemand beachtet: die Summe der offenen Reihe. Die steht jetzt bei 1+2+3+4+5+6+7+8, also 36 Einheiten. So viel müsstest du rechnerisch noch aufholen, um die Reihe glattzustellen. Eine Verlustserie erhöht eben nicht nur den nächsten Einsatz, sie bläht den ganzen offenen Block auf.

Wann wird die Labouchère Reihe zu groß?

Drei Zahlen sagen dir, ob die Reihe noch zu deinem Plan passt: der nächste Einsatz, die Summe der offenen Reihe und deine eigene Obergrenze pro Wette.

Der nächste Einsatz ist das Erste, was auffällt. Wenn du mit 5 Einheiten gestartet bist und nach ein paar Verlusten bei 9 oder 10 stehst, hat sich dein Einsatz verdoppelt, obwohl du erst am Anfang der Reihe bist. Die Summe der offenen Reihe sagt dir, wie viel insgesamt noch auf der Liste steht, bis alles gestrichen ist.

Und dann ist da deine Obergrenze. Bevor du startest, solltest du wissen, welchen Einsatz du pro Wette maximal mitgehen willst. Reißt die Reihe diese Grenze, hast du zwei Möglichkeiten: weitermachen mit immer größeren Beträgen oder die Reihe abbrechen und den offenen Verlust realisieren.

Ein Abbruch fühlt sich mies an, weil der rechnerische Verlust auf der Liste stehen bleibt und du ihn am liebsten aufholen würdest. Aber genau dafür legst du die Grenze vorher fest. Das Labouchère System steuert deinen Einsatz, es schützt dich nicht vor einer langen Pechsträhne. Wer ohne Obergrenze spielt, dem kann eine Serie von Fehltipps die Reihe so weit aufblähen, dass der nächste Einsatz größer ist als alles, was er überhaupt setzen wollte.

Warum ersetzt das Labouchère System keine Tippauswahl?

Hier kommt der Punkt, an dem viele Systeme falsch verkauft werden. Das Labouchère System sagt dir, wie viel du setzt. Es sagt dir nichts darüber, ob deine Wette überhaupt eine gute Wette ist.

Die Zahlenreihe weiß nicht, ob die Mannschaft, auf die du tippst, gewinnt. Sie kennt die Eintrittswahrscheinlichkeit deines Tipps nicht. Ob ein Tipp sich lohnt, hängt von zwei Dingen ab, die mit der Reihe nichts zu tun haben: der Höhe der Quote und deiner eigenen Einschätzung, wie wahrscheinlich das Ereignis wirklich ist.

Deshalb gehört Labouchère in den Einsatzteil deiner Planung, nicht in die Prognose. Die Tippauswahl steht auf der einen Seite: welches Ereignis, welcher Wert, welche Einschätzung. Die Einsatzfolge steht auf der anderen: wie viel auf genau diese Wette.

Und noch etwas, das ehrlich gesagt werden muss: Der Erwartungswert ändert sich durch das System nicht. Eine Zahlenreihe macht aus einer schwachen Wette keine gute Wette. Sie verteilt nur deine Einsätze anders. Wer das verstanden hat, nutzt Labouchère als das, was es ist, ein Werkzeug für die Einsatzhöhe und keinen Trick, der die Wahrscheinlichkeiten zu deinen Gunsten verschiebt.

Häufige Fragen zum Labouchère System

Muss die Labouchère Reihe immer mit 1, 2, 3, 4 starten?

Nein. Du kannst jede Folge aus positiven Zahlen nehmen, etwa 1, 1, 1 oder 2, 4, 6. Entscheidend ist nur, dass die Einheiten feststehen, bevor du die erste Wette platzierst. Die Startreihe bestimmt, wie hoch dein Zielgewinn ist, nämlich die Summe aller Zahlen.

Was bedeutet eine Einheit im Labouchère System?

Eine Einheit ist der Rechenwert der Reihe, kein fester Eurobetrag. Du legst erst die Reihe in Einheiten fest und übersetzt sie danach in Geld. Bei 2€ pro Einheit wird aus einem Einsatz von 5 Einheiten ein Einsatz von 10€. So spielst du dieselbe Reihe mit kleinem oder großem Budget.

Funktioniert das Labouchère System auch bei Quoten unter 2,00?

Technisch ja, du kannst die Reihe mit jeder Quote spielen. Die Rechnung verschiebt sich aber. Unter 2,00 ist dein Gewinn pro Treffer kleiner als der Einsatz, ein einzelner Gewinn deckt die zwei gestrichenen Zahlen dann nicht mehr voll ab. Du brauchst mehr Treffer, um die Reihe glattzustellen.

Karina Novakova
Über den Autor

Karina Novakova

Ich heiße Karina Novakova und interessiere mich seit vielen Jahren intensiv für Sport. Besonders die Leichtathletik gehört zu meinen größten Hobbys, doch ich verfolge auch zahlreiche andere Sportarten regelmäßig. Durch diese Begeisterung beschäftige ich mich intensiv mit Sportwetten und analysiere verschiedene Wettanbieter. In meinen Testberichten teile ich meine Erfahrungen und gebe einen Überblick über Angebote, Quoten und Funktionen der Wettplattformen.