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Darts-Wetten erklärt: Wettarten, Regeln und Quoten

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Allein 34 Players Championships und 15 Turniere der European Tour stehen 2026 im Kalender der PDC, hinzu kommen unter anderem die acht Ranglisten-Major-Turniere wie das World Matchplay, die WM und die UK Open. Für Darts-Wetten gibt es damit über das ganze Jahr verteilt Matches. Worauf du bei einem Match setzen kannst und wie die Quoten dazu ausfallen, hängt von wenigen Dingen ab. Zum Beispiel dem Double-Out-Modus, dem Anwurf, der von Leg zu Leg wechselt, und der Frage, ob ein Turnier über Legs oder über Sätze gespielt wird.

Wie läuft ein Match im Darts ab?

Jedes Leg beginnt für beide Spieler standardmäßig bei 501 Punkten, von denen sie mit jeder Aufnahme aus drei Darts die geworfene Punktzahl abziehen. Gewonnen hat das Leg erst, wer genau auf null kommt, und der letzte Dart muss dabei in den meisten Formaten ein Double treffen. Diese Regel heißt Double Out und teilt jedes Leg in zwei Abschnitte: Zunächst werden mit möglichst hohen Aufnahmen Punkte abgebaut, am Ende muss der Rest mit einem Double ausgecheckt werden. Auf beide Abschnitte beziehen sich eigene Darts-Wetten, die 180er-Wetten auf das Punkten und die Checkout-Wetten auf das Finish.

Wer das erste Leg beginnt, entscheidet das Bull-Off. Wer es gewinnt, beginnt das erste Leg, bei Turnieren in Sätzen den ersten Satz, und danach alle Legs beziehungsweise Sätze mit ungerader Nummer. Der Anwurf wechselt demnach von Leg zu Leg zwischen beiden Spielern. Wer anwirft, wirft in diesem Leg als Erster und kommt, wenn beide gleich viele Darts benötigen, auch als Erster zum Checkout.

Wie lang ein Match höchstens dauert, legt das Turnier fest. Viele Matches laufen über Legs, andere bündeln Legs zu Sätzen, bei der WM etwa geht ein Satz an den Spieler, der zuerst drei Legs gewinnt. Bei Matches über Legs zählt am Ende der Stand der Legs, bei Matches über Sätze der Stand der Sätze. Die angesetzte Distanz ist hierbei eine Obergrenze: Ein Match über Best of 11 Legs ist gewonnen, sobald ein Spieler sechs Legs geholt hat, und endet in diesem Moment, gleichgültig, ob bis dahin sechs oder elf Legs gespielt wurden. Aus Sicht des Siegers reichen die möglichen Endstände deshalb von 6:0 bis 6:5, und da jeder der beiden Spieler gewinnen kann, gibt es in diesem Fall zwölf. Auf dieses Format triffst du am häufigsten, denn mehr als 90 Prozent ihrer Matches mit Ranglistenwertung spielt die PDC über Best of 11 Legs. Ein Unentschieden kennt ein Match im Darts nicht, weil immer einer der beiden die geforderte Zahl an Legs oder Sätzen zuerst erreicht.

Siegwette: Zwei Ausgänge und der Vorteil des Anwurfs

Mit der Siegwette tippst du auf den Spieler, der das Match gewinnt, und weil es keinen Gleichstand gibt, hat sie nur zwei Ausgänge. Neben der Stärke der Spieler wirkt auf den Ausgang auch der Anwurf. Daniel Goller hat 11.604 Matches der PDC und der BDO aus den Jahren 2009 bis 2019 ausgewertet, und der Spieler mit Anwurf gewann darin ein Match im Mittel mit einer um 8,6 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit als sein Gegner. Ein längeres Match glich diesen Vorteil in der Studie oftmals nicht aus. Der Wert ist ein Durchschnitt über alle ausgewerteten Matches und gilt nicht für einen bestimmten Spieler oder ein bestimmtes Format. Er zeigt aber, dass schon das Bull-Off die Ausgangslage messbar verschiebt. Wettest du erst nach dem Bull-Off, weißt du bereits, wer das erste Leg beginnt.

Wie die Quoten für Darts-Wetten aussehen

Wie der Quotenschlüssel bei Darts-Wetten typischerweise ausfällt, zeigen acht Matches des World Grand Prix 2026, die am 30.09.2026 bei Betlabel, Ivibet, Mystake und Festivalplay im Angebot standen. Über alle vier Wettanbieter und alle acht Matches lag der Quotenschlüssel der Siegwette zwischen 89,10 und 93,18 Prozent. Von 100 Euro Einsatz flossen je nach Wettanbieter und Match also rechnerisch zwischen rund 89 und 93 Euro an die Tipper zurück.

WettanbieterQuotenschlüssel im Mittel der acht MatchesNiedrigster WertHöchster Wert
Betlabel92,94 Prozent92,43 Prozent (Clayton gegen Nijman)93,07 Prozent (Wade gegen Bunting)
Ivibet91,18 Prozent90,71 Prozent (Clayton gegen Nijman)91,45 Prozent (Woodhouse gegen Aspinall)
Mystake89,26 Prozent89,10 Prozent (Woodhouse gegen Aspinall)89,40 Prozent (Clayton gegen Nijman)
Festivalplay93,00 Prozent92,82 Prozent (Humphries gegen Wattimena)93,18 Prozent (Zonneveld gegen Anderson)

Bei jedem der vier Wettanbieter lagen die acht Werte eng beieinander, am weitesten bei Ivibet mit 0,74 Prozentpunkten zwischen niedrigstem und höchstem Wert. Zwischen den Wettanbietern gingen die Werte beim selben Match dagegen um 3,64 bis 3,95 Prozentpunkte auseinander, am weitesten bei Woodhouse gegen Aspinall mit 89,10 Prozent bei Mystake und 93,05 Prozent bei Betlabel. Bei welchem Anbieter du deine Wette abgibst, hat also einen großen Einfluss auf den potenziellen Gewinn. Du solltest deshalb immer die aktuellen Quoten vergleichen!

Ob ein Match ausgeglichen ist oder einen klaren Favoriten hat, verschob den Quotenschlüssel nicht in eine feste Richtung. Clayton gegen Nijman stand bei Betlabel mit 2,04 und 1,69 nahezu ausgeglichen. Bei diesem Match hatten Betlabel und Ivibet ihren niedrigsten Quotenschlüssel der acht Matches, Mystake dagegen seinen höchsten. Festivalplay erreichte seinen höchsten Wert bei Zonneveld gegen Anderson, einem Match mit klarem Favoriten.

Handicap, Gesamtzahl und genaues Ergebnis bei Darts-Wetten

Handicap, Gesamtzahl und genaues Ergebnis beziehen sich auf den Endstand, bei Matches über Legs auf die Legs, bei Matches über Sätze auf die Sätze (oder gegebenenfalls auch die Legs). Beim Handicap erhält der Favorit eine Vorgabe, die er mit seinem Vorsprung ausgleichen muss: Mit minus 1,5 Sätzen gewinnt die Wette nur, wer mindestens zwei Sätze mehr holt als sein Gegner. Die Gesamtzahl setzt eine Grenze für die gespielten Legs oder Sätze, und du tippst darauf, ob das Match darüber oder darunter endet. Beim genauen Ergebnis legst du dich auf einen einzigen Endstand fest, bei Best of 11 Legs also auf einen der zwölf möglichen.

Wie stark eine Vorgabe die Quote verändert, zeigt das Match Littler gegen Woodhouse bei Festivalplay. In der ersten Runde des World Grand Prix geht es über höchstens drei Sätze, wer zwei gewinnt, hat das Match gewonnen. Der bloße Sieg von Littler stand zu 1,12, Littler mit minus 1,5 Sätzen dagegen zu 1,52, weil er dafür 2:0 gewinnen hätte müssen und schon ein abgegebener Satz die Wette gekostet hätte. Woodhouse mit plus 1,5 Sätzen stand zu 2,36, ihm genügte ein einziger gewonnener Satz.

Bei Matches über Sätze kommt es außerdem darauf an, ob sich eine Grenze oder Vorgabe auf Sätze oder auf Legs bezieht, denn beide Zählungen liegen weit auseinander. Luke Littler gewann das WM-Finale 2025 gegen Michael van Gerwen mit 7:3 in Sätzen, in Legs stand es 25:14. Gespielt wurden demnach zehn Sätze, aber 39 Legs, und aus einem Vorsprung von vier Sätzen wurde einer von elf Legs. Wer auf die Gesamtzahl oder ein Handicap in einem solchen Match setzt, liest deshalb zuerst, welche der beiden Einheiten die Wette meint.

180er-Wetten: Gesamtzahl, einzelne Spieler und meiste 180er

Landen alle drei Darts einer Aufnahme im Triple-20-Feld, ergibt das 180 Punkte. Dies ist die maximale Anzahl an Punkten, die in einer Aufnahme erzielt werden kann und genau deshalb kannst du bei den allermeisten Wettanbietern auf ebendieses Maximum tippen. So kannst du beispielsweise darauf wetten, wer die meisten 180er wirft oder wie viele 180er ein einzelner Spieler wirft.

Wie selten eine 180 im einzelnen Leg ist, zeigt die Premier League 2024 mit 660 180ern in 1.106 Legs. Das sind rund 0,6 je Leg, also etwa drei 180er auf fünf Legs. Summen von 180ern lassen sich erst vergleichen, wenn du sie auf die gespielten Legs beziehst, denn jedes zusätzliche Leg bedeutet weitere Aufnahmen und damit weitere Chancen auf eine 180. Hinzu kommt nach der PDC, dass gerade die Spieler mit den meisten 180ern häufiger bis in die späten Runden kommen, die über mehr Legs gehen. Für eine Wette auf die Gesamtzahl zählt deshalb zuerst, wie viele Legs ein Match höchstens dauern kann und wie viele es voraussichtlich dauert. Schließlich gibt es in einem sehr einseitigen und kurzen Match auch weniger Gelegenheiten eine 180 zu werfen.

Bei der WM sind die Summen über die Jahre gewachsen. 2019 fielen 880 180er, damals ein Rekord, 2024 waren es 914, und bei der WM 2025/26 kamen 1.127 zusammen, so viele wie bei keiner WM zuvor. Diesen Rekord stellte zugleich die erste WM mit 128 Spielern auf, dem größten Teilnehmerfeld ihrer Geschichte und damit auch der WM mit den meisten Matches. Wie viel des Anstiegs auf stärkeres Punkten zurückgeht und wie viel auf die zusätzlichen Legs, verrät die Summe allein also nicht.

Für den Ausgang eines Matches taugt die Zahl der 180er wenig. Die PDC sieht in den 180ern einen Hinweis darauf, wie beständig ein Spieler punktet, für den Sieger eines Matches allein aber kaum einen. Im WM-Finale 2025 warf Michael van Gerwen 13 180er und Luke Littler zwölf, das Finale gewann trotzdem Littler. Das Duell um die meisten 180er ist deshalb eine eigene Wette auf das Punkten und kann völlig anders ausgehen als die Siegwette.

Checkout-Wetten und Neun-Darter

170 Punkte sind das höchste Checkout, das mit Double Out möglich ist. Ein Neun-Darter bringt 501 Punkte mit der kleinstmöglichen Zahl von neun Darts auf null und gilt deshalb als das perfekte Leg. Für beide Ereignisse, also das Checkout und den Neun-Darter, werden verschiedene Wetten angeboten. Du kannst beispielsweise darauf tippen, welcher Spieler in einer Partie das höchste Checkout erzielt und ob in einem Spiel (oder gar einem ganzen Turnier) ein Neun-Darter oder ein 170er-Finish vorkommt. Auch Über-/Unter-Wetten auf das höchste Finish sowie Wetten auf ein Bullseye-Finish oder den Spieler, der als erstes ein Checkout über 100 Punkte erreicht, sind bei vielen Anbietern vorzufinden.

Da sowohl 170er-Checkouts als auch Neun-Darter äußerst selten vorkommen, sind die Quoten für diese grundsätzlich sehr hoch. Wie selten diese Ereignisse wirklich sind, zeigen die Zahlen der WM. Über alle Runden der WM 2025/26 zusammen wurden genau 17 Checkouts von 170 Punkten geworfen. In der gesamten Geschichte der WM sind 16 Neun-Darter dokumentiert, den ersten warf Raymond van Barneveld im Januar 2009 gegen Jelle Klaasen, und bei der WM 2025/26 kam trotz des Rekords an 180ern keiner hinzu. Diese Seltenheit ist der Grund für die hohen Quoten auf Ja.

Beim höchsten Finish eines Matches entscheidet ein einziges Checkout, und die Werte zweier Spieler können weit auseinanderliegen. Im Finale des World Matchplay 2026 checkte Luke Littler als höchsten Wert 167 Punkte aus, Gerwyn Price kam auf höchstens 76. Bei einer Über-/Unter-Grenze von 115,5 Punkten wäre eine Wette auf „Über“ dank Littlers Checkout dennoch aufgegangen.

Kennzahlen für deinen Tipp: Average, Checkout-Quote und Form

Für den Three-Dart-Average werden alle erzielten Punkte durch die geworfenen Darts geteilt und mit drei multipliziert. Er gibt demnach an, wie viele Punkte ein Spieler im Schnitt mit einer Aufnahme erzielt, und bildet vor allem das Punkten ab. Nach der PDC steigt er in einem verlorenen Leg manchmal sogar, wenn der Spieler aufgrund der starken Leistungen seines Gegners gar nicht zu einem Wurf auf das Double kommt, weshalb sie daneben eigene Kennzahlen zum Finish betrachtet. Dazu gehört die Checkout-Quote, für die man die getroffenen Doubles durch alle Darts teilt, die auf ein Double geworfen wurden, und mit 100 multipliziert.

Wie weit beide Werte auseinanderliegen können, zeigt das WM-Finale 2025. Luke Littler spielte einen Average von 102,73, Michael van Gerwen einen von 100,69, der Unterschied betrug also rund zwei Punkte je Aufnahme. Auf die Doubles traf Littler dagegen 25 von 45 Darts, das sind 55,6 Prozent, während van Gerwen 14 von 38 traf, das sind 36,8 Prozent. Beim Punkten lagen beide nah beieinander, beim Auschecken weit auseinander, und das Finale ging mit 7:3 Sätzen an Littler. Dass sogar der Spieler mit dem höheren Average verliert, kommt regelmäßig vor: Nach der Auswertung der PDC geschah das 2024 bis zum 20. August in 505 Matches, fast einem Viertel aller Matches in diesem Zeitraum. Für deinen Tipp gehört die Checkout-Quote deshalb neben den Average.

Aktuelle Werte zu beiden Kennzahlen liefert der Form Guide der PDC, der die Spieler anhand ihrer letzten 200 gespielten Legs bewertet. Im Form Guide vom 4. August 2026 lag Luke Littler beim Average vorn und Wessel Nijman bei den Doubles, der beste Spieler beim Punkten und der beste beim Auschecken waren also zwei verschiedene Spieler. Die Weltrangliste der PDC ordnet die Spieler hingegen nach Preisgeld: Sie rechnet zusammen, was ein Spieler in den vergangenen 104 Wochen bei den großen Ranglistenturnieren und auf der Pro Tour aus Players Championships und European Tour gewonnen hat. Wie weit Form und Rangliste auseinanderfallen können, zeigt Henry Coates. Er gewann Players Championship 25 ohne Tour Card, weshalb der Form Guide ihn nicht aufführt. Sein Average hätte dort für Rang 15 gereicht, in der Weltrangliste lag er auf Rang 95.

Ob Profis unter Druck schlechter oder besser werfen, haben Marius Ötting und seine Mitautoren an 32.274 Würfen untersucht, und einen allgemeinen statistischen Beleg für eines von beidem fanden sie nicht. Ein knapper Spielstand spricht demnach nicht von vornherein gegen einen der beiden Spieler. Nach derselben Studie taugen kleine oder ausgewählte Stichproben ebenso wenig für ein stabiles Urteil über einen Spieler wie Daten aus nur einem Format. Werte, auf die du einen Tipp stützt, sollten deshalb in Zeitraum, Zahl der Legs, Gegnern und Format zu dem Match passen, um das es geht. Ein Average aus einem einzigen Match ist dafür weniger aussagekräftig als ein Wert über viele Legs, wie ihn der Form Guide bildet.

Für spezifische Wetten wie die auf 180er oder das höchste Checkout lohnt es sich selbstverständlich weitere Statistiken einzuholen. Für beide Werte findest du bei der PDC und auf anderen Dart-Plattformen Statistiken, die du für deine Tipps nutzen kannst!

Live-Wetten: Anwurf und Break im Spielverlauf

Der Anwurf wechselt von Leg zu Leg und starke Spieler gewinnen meistens die Legs, in denen sie selbst beginnen. Ein Leg, das ein Spieler gegen den Anwurf seines Gegners gewinnt, heißt Break. James Wade holte bei den Players Championships 2025 nach der Auswertung der PDC 72 Prozent der Legs, die er selbst begann, und 41 Prozent der Legs mit Anwurf seines Gegners. Für Spitzenspieler nennt die PDC ähnliche Werte von 70 Prozent gewonnenen Legs mit eigenem Anwurf und 42 Prozent gegen den Anwurf, und gegen die besten Spieler stehen im Mittel drei Legs, die mit eigenem Anwurf gewonnen werden, zwei Breaks gegenüber.

Den Spielstand verschiebt demnach erst ein Break. Gewinnen beide Spieler ihre Legs mit eigenem Anwurf, steht es nach jeder geraden Zahl an Legs gleich, und wer das Bull-Off gewonnen hat, liegt nach jeder ungeraden Zahl ein Leg vorn, ohne sich einen Vorteil erspielt zu haben. In einem Match über Best of 11 Legs beginnt er die Legs eins, drei, fünf, sieben, neun und elf. Bringt er alle sechs durch, ist ihm der Sieg sicher, unabhängig vom Average seines Gegners. Für eine Live-Wette heißt das: Ein Stand von 3:2 für den Spieler, der das erste Leg begonnen hat, ist noch ausgeglichen, während ein 3:2 für seinen Gegner mindestens ein Break enthält.

Wie schwer ein Break gegen einen starken Spieler fällt, zeigt die Zahl der Darts, die es dafür braucht. Der Spieler ohne Anwurf muss das Leg in der Regel in zwölf Darts beenden, und auf höchstem Niveau enden nur rund 10 Prozent der Legs so schnell. Die PDC erklärt daran auch, warum eine Verbesserung gegen den Anwurf wirkungslos bleiben kann: Braucht ein Spieler gegen den Anwurf 15 statt 18 Darts für ein Leg, hilft ihm das nichts, solange der Gegner mit Anwurf ebenfalls 15 Darts braucht, denn dieser wirft zuerst und checkt damit vorher aus. Gelingt ihm dieselbe Verbesserung in einem Leg mit eigenem Anwurf, muss dagegen der Gegner schneller werden, um ihm das Leg abzunehmen.

Über eine lange Distanz kann sich ein Match trotzdem deutlich drehen. Im Finale des World Matchplay 2025 gewann James Wade die ersten fünf Legs, Luke Littler holte den Rückstand auf und siegte am Ende 18:13. Je mehr Legs noch ausstehen, desto mehr Gelegenheiten für ein Break bleiben dem Spieler, der zurückliegt, und desto weniger sagt ein früher Spielstand über den Ausgang aus.

Players Championships und European Tour: das Rückgrat der Saison

Für die PDC sind die Players Championships das Rückgrat ihres Kalenders. 2026 umfasst die Serie 34 Turniere, die über das ganze Jahr verteilt sind, und die Felder sind groß: Bei Players Championship 25 und 26 etwa traten jeweils 128 Spieler an. Hinzu kommen 15 Turniere der European Tour in Kontinentaleuropa, unter anderem in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Österreich, Ungarn, Tschechien, der Schweiz, Polen und der Slowakei. In ihren Ranglistenregeln fasst die PDC beide Serien als Pro Tour zusammen, und das dort gewonnene Preisgeld geht in die Weltrangliste ein. Mit zusammen 49 Turnieren stellen Players Championships und European Tour demnach den Großteil der Ranglistenturniere einer Saison und tragen sie gemeinsam. Über die Pro Tour führen außerdem feste Wege in zwei große Turniere. Wer nach Abschluss aller Turniere unter den besten 64 der Rangliste der Players Championships steht, spielt die Players Championship Finals, und für die European Championship qualifizieren sich die besten 32 der Rangliste der European Tour.

Bei Darts-Wetten auf die Pro Tour hast du es fast immer mit Best of 11 Legs zu tun. Bis einschließlich Viertelfinale bleibt es im Hauptfeld bei dieser Distanz, im Halbfinale sind es Best of 13 und im Finale Best of 15 Legs. Auf der European Tour steigen die gesetzten Spieler erst in der zweiten Runde ein, beim German Darts Grand Prix 2026 etwa, einem Turnier mit 48 Spielern.

Wie offen diese kurzen Distanzen sind, zeigen die Players Championships 2024. In den ersten 14 Turnieren des Jahres gewannen 14 verschiedene Spieler, und in 412 Matches, 23 Prozent aller Partien, fiel die Entscheidung erst im letzten möglichen Leg. Zugleich spielen auch die Verlierer stärker als früher: In der ersten Runde kamen sie 2024 im Mittel auf einen Average von 88,33, im Jahr 2014 lag der Wert bei 85,51, und Legs in zwölf Darts gelangen ihnen um 30 Prozent häufiger als den Verlierern von 2014. Weil einzelne starke Legs in kurzen Formaten einen größeren Unterschied ausmachen, kommt es hier entsprechend öfter zu Siegen von Außenseiten. Luke Littler besiegte bei den Belgian Darts Open 2026 beispielsweise zunächst Boris Krcmar 6:2 und schied danach im Achtelfinale mit 5:6 gegen Niels Zonneveld aus.

Die großen Ranglistenturniere der PDC und ihre Besonderheiten

Über der Pro Tour stehen acht Turniere, die die PDC in ihren Ranglistenregeln als Premier Ranked Events führt: die WM, das World Matchplay, der World Grand Prix, der Grand Slam of Darts, die European Championship, die Players Championship Finals, die UK Open und die World Masters. Diese Major-Turniere und ihre Ergebnisse haben einen direkten Einfluss auf die Rankings der PDC. Darüber hinaus gibt es vier weitere Major-Turniere, die keinen Einfluss auf das Ranking haben: Die Darts Premier League, der World Cup of Darts, die World Series of Darts Finals und die World Masters. Für deine Wette zählt vor allem, dass jedes der acht Ranglistenturniere eigene Regeln mitbringt, die Distanz, Feld und Spielweise verändern.

TurnierSpielweise und DistanzBesonderheit
WMSätze zu drei gewonnenen Legs, von drei gewonnenen Sätzen in den Runden eins und zwei bis sieben im Finale128 Spieler, alle beginnen in Runde eins; der entscheidende Satz verlangt zwei Legs Vorsprung
World MatchplayNur Legs, von Best of 19 in Runde eins bis Best of 35 im Finale32 Spieler im K.-o.-System; jedes Match verlangt zwei Legs Vorsprung, dafür gibt es bis zu fünf zusätzliche Legs
World Grand PrixSätze zu höchstens fünf Legs, von Best of 3 in Runde eins bis Best of 9 Sätze im FinaleDouble In und Double Out: Jedes Leg beginnt und endet auf einem Double oder dem Bullseye
Grand Slam of DartsLegs, Gruppenspiele über Best of 9, Achtelfinale über Best of 19, ab dem Viertelfinale Best of 31Sieger und Finalisten anderer PDC-Turniere; 2026 48 Spieler in 16 Dreiergruppen
European ChampionshipLegs, von Best of 11 in Runde eins bis Best of 21 im FinaleFeld aus den besten 32 der Rangliste der European Tour
Players Championship FinalsLegs, von Best of 11 in den ersten beiden Runden bis Best of 21 im FinaleFeld aus den besten 64 der Rangliste der Players Championships
UK OpenLeg-Format, gespielt an acht Boards parallel160 Spieler, offene Auslosung ohne Setzliste; seit 2014 in Minehead
World MastersSätze zu höchstens drei Legs, von Best of 5 Sätzen in Runde eins bis Best of 11 im FinaleHauptfeld aus den besten 24 der Weltrangliste und acht Spielern aus einer Vorrunde

WM: gewonnene Sätze je Runde und sieben Matches bis zum Titel

Bei der WM wächst die Distanz von Runde zu Runde. Drei gewonnene Sätze genügen in den ersten beiden Runden, vier sind es in den Runden drei und vier, danach steigt die Zahl mit jeder Runde um einen Satz bis auf sieben im Finale. Die möglichen Endstände reichen demnach in der ersten Runde von 3:0 bis 3:2 und im Finale von 7:0 bis 7:6. Im entscheidenden Satz gilt eine Sonderregel: Gewonnen hat ihn erst, wer zwei Legs Vorsprung hat, sodass er länger als fünf Legs dauern kann. Bei 5:5 fällt die Entscheidung in einem einzigen Leg im Sudden Death, für das kein erneutes Bull-Off stattfindet.

Seit der WM 2025/26 gibt es für die gesetzten Spieler kein Freilos mehr, alle 128 Spieler starten in der ersten Runde. Wer Weltmeister werden will, muss damit sieben Matches in Folge gewinnen, von der Runde der letzten 128 über die letzten 64, die letzten 32, Achtelfinale, Viertelfinale und Halbfinale bis zum Finale, und die ersten beiden davon über die kürzeste Distanz des Turniers. Gerwyn Price etwa kam bei der WM 2025/26 mit einem 3:0 gegen Adam Gawlas in die zweite Runde und schied dort mit 0:3 gegen Wesley Plaisier aus.

Weltmeisterschaften der BDO und WDF

Weltmeister im Darts wurde anfangs nur, wer die WM der British Darts Organisation gewann, die von 1978 bis 2020 jedes Jahr stattfand. 1993 spaltete sich der Sport: 16 Spieler, darunter sieben frühere Weltmeister, verließen die BDO und gründeten unter dem Dach des World Darts Council eine eigene Tour. Seit 1994 trägt die PDC, damals noch als World Darts Council, jedes Jahr eine eigene WM aus, bis 2020 gab es demnach zwei Weltmeisterschaften nebeneinander. Nachdem die BDO im September 2020 zusammengebrochen war, kündigte die World Darts Federation eine eigene WM an, die 2022 erstmals stattfand. Ältere Statistiken zur WM und Angaben dazu, wie oft ein Spieler Weltmeister wurde, können sich deshalb auf die WM der BDO ebenso beziehen wie auf die der PDC.

Die Besonderheiten der restlichen Ranglisten-Major-Turniere

Das World Matchplay läuft nur über Legs, und seine Distanzen wachsen bis auf Best of 35 im Finale. Gewinnen muss ein Spieler dort mit zwei Legs Vorsprung, und dafür können bis zu fünf Legs zusätzlich gespielt werden, sodass ein Match mehr Legs dauern kann, als die angesetzte Distanz nennt. Für eine Wette auf die Gesamtzahl der Legs erweitert das die Spanne der möglichen Werte. Beim World Grand Prix in Leicester beginnt und endet jedes Leg mit einem Double oder dem Bullseye. Averages und Checkout-Quoten aus diesem Turnier stammen deshalb aus einem Format mit Double In und lassen sich nur bedingt mit den Werten anderer Turniere vergleichen.

Für den Grand Slam of Darts qualifizieren sich Spieler, die bei anderen PDC-Turnieren gewonnen oder das Finale erreicht haben. 2026 wurde das Feld von 32 auf 48 Spieler erweitert, die in der Gruppenphase in 16 Dreiergruppen antreten, und die Gruppenspiele gehen über Best of 9 Legs. Danach wird die Distanz deutlich länger, das Achtelfinale läuft über Best of 19 Legs, Viertelfinale, Halbfinale und Finale über Best of 31 Legs. European Championship und Players Championship Finals beginnen dagegen mit Best of 11 Legs wie auf der Pro Tour und steigern sich bis Best of 21 im Finale. Da sich beide Felder über die Ranglisten der European Tour und der Players Championships qualifizieren, liegen zu jedem Teilnehmer Ergebnisse von der Pro Tour vor, und in den ersten Runden über Best of 11 Legs passen diese Werte auch im Format zum Match.

Zu den UK Open 2026 waren 160 Spieler qualifiziert, neben 128 Spielern mit Tour Card auch Teilnehmer ohne diese. Gespielt wird an acht Boards parallel, und die Auslosung erfolgt offen ohne Setzliste, sodass Favoriten schon in frühen Runden aufeinandertreffen können. Ausgetragen werden die UK Open seit 2014 in Minehead.

Bei den World Masters besteht das Hauptfeld aus 32 Spielern, den 24 besten der Weltrangliste und acht Qualifikanten aus einer Vorrunde. Jeder Satz geht dort über höchstens drei Legs, einen Tie-Break gibt es nicht, sodass ein Satz schon nach zwei Legs entschieden ist, wenn ein Spieler beide gewinnt. Die Distanz steigt von Best of 5 Sätzen in der ersten Runde über Best of 7 in der zweiten Runde und im Viertelfinale und Best of 9 im Halbfinale bis Best of 11 im Finale. Ein Match der ersten Runde kann damit schon nach sechs Legs vorbei sein, wenn ein Spieler drei Sätze jeweils 2:0 gewinnt, was bei einer Wette auf die Gesamtzahl der Legs ins Gewicht fällt.

Weitere Major-Turniere und Formate

Premier League, World Series Finals und World Cup stehen bei der PDC in einer eigenen Gruppe, den Premier Invitational Events, also Major-Turnieren, zu denen die Spieler eingeladen werden. Ihr Preisgeld zählt deshalb nicht für die Weltrangliste, denn diese rechnet nur die Premier Ranked Events und die Pro Tour zusammen.

Premier League

An der Premier League 2026 nahmen acht Spieler teil. Sie spielten an 16 regulären Abenden vom 5. Februar bis 21. Mai 2026, die Play-offs folgten am 28. Mai in The O2 in London. Jeder Abend läuft als kleines K.-o.-Turnier ab: Alle acht Spieler beginnen in vier Viertelfinals, die Sieger spielen zwei Halbfinals und danach das Finale, jeweils über Best of 11 Legs. Der Sieger des Abends erhält fünf Punkte für die Tabelle, der unterlegene Finalist drei und jeder Halbfinalist zwei, wer im Viertelfinale verliert, bleibt an diesem Abend ohne Punkt. Weil jeder Abend im K.-o.-Modus läuft, endet keine Partie unentschieden, und die Siegwette hat auch in der Premier League nur zwei Ausgänge. Für die Playoffs qualifizieren sich die vier bestplatzierten Spieler der jeweiligen Saison.

World Cup of Darts

Seit 2023 spielen beim World Cup of Darts 40 statt zuvor 32 Teams, und gespielt wird nur noch im Doppel: Beide Spieler eines Teams stehen in jeder Partie gemeinsam am Board. Wählt eine Nation ihr Team über die Order of Merit aus, die Rangliste der PDC, spielen ihre beiden bestplatzierten Spieler für sie. Nur die vier gesetzten Nationen beginnen direkt im Achtelfinale. Die übrigen 36 Teams treten in zwölf Dreiergruppen an, und aus jeder Gruppe erreicht allein der Sieger die nächste Runde. Zwei von drei Teams scheiden demnach schon nach der Gruppenphase aus. 2026 fand der World Cup vom 11. bis 14. Juni in Frankfurt statt, England gewann das Finale 10:5 gegen die Niederlande, und Deutschland war im Viertelfinale mit 4:8 an den Niederlanden gescheitert. Deine Wette gilt bei diesem Turnier einem Team, sodass die Stärke beider Spieler zählt.

World Series of Darts Finals

Die World Series of Darts besteht aus Stationen rund um die Welt, bei denen jeweils acht Spieler der PDC auf acht Spieler aus der Region treffen. Eine reguläre Station dauert zwei Tage: Am ersten laufen die acht Partien der ersten Runde, am zweiten Viertelfinale, Halbfinale und Finale. Erste Runde und Viertelfinale gehen über Best of 11 Legs, das Halbfinale über Best of 13 und das Finale über Best of 15 Legs, die Distanzen entsprechen damit denen im Hauptfeld der Pro Tour. Während in allen übrigen Ranglisten der PDC das Preisgeld über den Platz entscheidet, bringen die internationalen Stationen Punkte für die Rangliste der World Series.

Den Abschluss der Serie bilden die World Series of Darts Finals, 2026 vom 17. bis 20. September im AFAS Live in Amsterdam. Ins Feld mit 32 Spielern führten drei Wege: die Rangliste der World Series, die Weltrangliste der PDC und ein Qualifikationsturnier für Spieler mit Tour Card. Acht Spieler (die acht besten Spieler der World Series Order of Merit) waren gesetzt, die übrigen 24 nicht.

Nach der ersten Runde werden die Matches bei den Finals deutlich länger als an einer Station. In der ersten Runde genügten sechs gewonnene Legs wie über Best of 11 auf der Pro Tour, im Achtel- und Viertelfinale brauchte ein Spieler zehn, in Halbfinale und Finale elf. Beim genauen Ergebnis gibt es ab dem Achtelfinale demnach 20 mögliche Endstände und in den letzten beiden Runden 22, gegenüber zwölf in der ersten Runde. Wer das Turnier gewinnen will, braucht fünf Siege in Folge, vier davon über diese langen Distanzen. Liegt ein Spieler dort früh zurück, bleiben ihm deutlich mehr Legs für eine Aufholjagd als in einem Match bis sechs gewonnene Legs.

Modus Super Series

Die MODUS Super Series ist eine professionelle, fast ganzjährig laufende Dart-Turnierserie, die unabhängig vom Verband PDC in Portsmouth (England) ausgetragen wird. In den regulären Partien der MODUS Super Series trifft jeder Teilnehmer auf jeden anderen, gespielt wird 501 über Best of 7 Legs. Die Distanz ist damit noch kürzer als auf der Pro Tour. Wer eine der zwölf regulären Wochen gewinnt, spielt in der dreizehnten Woche die Champions Week, deren Sieger die Series gewinnt. Anders als in der PDC gibt es hier keine feste Rangfolge nach Leistung. Als Grundlage für einen Tipp eignen sich deshalb vor allem die Ergebnisse aus der Series selbst, die über dieselbe kurze Distanz gespielt werden.

Langzeitwetten auf den Turniersieger

Mit einer Langzeitwette tippst du zum Beispiel auf den Sieger eines ganzen Turniers. Der gewählte Spieler muss dafür jedes seiner Matches bis einschließlich Finale gewinnen, bei der WM seit der Ausgabe 2025/26 also sieben in Folge. Je mehr Runden ein Turnier hat und je kürzer die frühen Distanzen sind, desto mehr Gelegenheiten gibt es für ein frühes Aus, wie es Gerwyn Price bei der WM 2025/26 und Luke Littler bei den Belgian Darts Open 2026 erlebt haben. Neben Wetten auf den Turniersieg werden oftmals auch Wetten auf einen Finaleinzug angeboten.

Wie sehr ein einzelner Spieler diese Wetten derzeit bestimmt, zeigt die Bilanz von Luke Littler. Er gewann die WM 2024/25 mit 7:3 gegen Michael van Gerwen und die WM 2025/26 mit 7:1 gegen Gian van Veen. 2025 holte er sechs der acht Ranglistenturniere, eine Ausbeute, die in einem Jahr zuvor nur Phil Taylor und Michael van Gerwen geschafft hatten, und bis Ende Juli 2026 kamen zum zweiten WM-Titel unter anderem die UK Open, die Premier League, die World Masters und das World Matchplay hinzu.

Die Quoten auf ihn fallen entsprechend niedrig aus. Festivalplay bot Littler für den Sieg beim World Grand Prix 2026 zu 1,61 und Luke Humphries zu 7,50 an, für den Titel des Weltmeisters 2027 stand Littler zu 1,66 und Humphries als nächster Spieler der Liste zu 6,50 (Stand: 23. September 2026). Die Buchmacher rechnen also damit, dass Liter auch im Jahr 2027 erneut Weltmeister wird. Wer auf einen anderen Spieler setzt, erhält deutlich höhere Quoten, braucht dafür aber einen Turnierverlauf, in dem Littler idealerweise früh ausscheidet.

Karina Novakova
Über den Autor

Karina Novakova

Ich heiße Karina Novakova und interessiere mich seit vielen Jahren intensiv für Sport. Besonders die Leichtathletik gehört zu meinen größten Hobbys, doch ich verfolge auch zahlreiche andere Sportarten regelmäßig. Durch diese Begeisterung beschäftige ich mich intensiv mit Sportwetten und analysiere verschiedene Wettanbieter. In meinen Testberichten teile ich meine Erfahrungen und gebe einen Überblick über Angebote, Quoten und Funktionen der Wettplattformen.