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Anti-Martingale System: was eine Dreierserie kostet und was sie einbringt

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Beim Anti-Martingale-System werden im Gegensatz zum Martingale System nur nach Gewinnen die Einsätze erhöht. Nach einem Treffer geht die ganze Auszahlung in die nächste Wette, nach einem Fehltreffer fängst du wieder beim Startbetrag an. Dein Einsatz wächst also genau dann, wenn eben Geld dazugekommen ist, und darin steckt der Reiz der Sportwetten Strategie. Was dieses Weitersetzen einbringt, lässt sich aus einer Quote und einer Trefferquote ausrechnen, und dasselbe gilt für seine Kosten. Ob es dich besser stellt als ein Einsatz, der immer gleich hoch bleibt, ist damit keine Frage des Gefühls, und im Schnitt lautet die Antwort nein.

Wie der Einsatz im Anti-Martingale System nach jedem Treffer wächst

Gewinnt deine Wette, setzt du die komplette Auszahlung auf die nächste, also Einsatz und Gewinn zusammen. Verliert sie, gehst du zurück auf deinen Startbetrag und beginnst von vorne. Genau dieselbe Einsatzregel läuft auch unter dem Namen Paroli.

Wie schnell dein Geld dabei wächst, hängt allein an der Höhe der Quote. Bei einer angenommenen Quote von 1,90 liegen nach dem ersten Treffer 1,90 Startbeträge im Spiel, nach dem zweiten 3,61 und nach dem dritten schon 6,859. Multipliziert wird dabei jedes Mal das Ergebnis der vorherigen Stufe, nicht der Startbetrag.

Treffer in FolgeAuszahlungsfaktorKontostand bei 10€ Startbetrag
11,900019,00€
23,610036,10€
36,859068,59€
413,0321130,32€
524,7610247,61€

Diese Beträge sind nur so lange dein Geld, wie die Serie läuft. Wer nach drei Treffern die vierte Wette abgibt, setzt die vollen 68,59€, und ein einziger Fehltreffer nimmt sie komplett mit. Der nächste Einsatz sind dann wieder 10€, während vom Konto ein Startbetrag fehlt. Entscheidend ist deshalb die Stufe, auf der du aussteigst und die Auszahlung mitnimmst.

Welche Trefferquote braucht das Anti-Martingale System?

Genau dieselbe wie eine einzelne Wette. Eine Wette zu 1,90 rechnet sich ab dem Punkt, an dem du in 52,63% der Fälle richtig liegst, und diese Zahl ist nichts anderes als 1 geteilt durch 1,90.

Bei einer Serie über mehrere Stufen bleibt diese Schwelle gleich, obwohl du mehrmals hintereinander richtig liegen musst. Jede Stufe ist eine ganz normale Einzelwette mit demselben Wert wie jede andere, und der Wert der ganzen Serie ist dieser eine Wert, so oft mit sich selbst multipliziert, wie du Stufen spielst. Ein solches Produkt landet genau dann bei 1, wenn schon der einzelne Faktor bei 1 liegt, denn 0,95 mal 0,95 mal 0,95 bleibt darunter und 1,05 mal 1,05 mal 1,05 kommt darüber heraus.

Drei Stufen im Anti-Martingale System verlangen deshalb keine bessere Trefferquote als eine einzelne Wette, zehn Stufen auch nicht.

Was eine zusätzliche Stufe im Anti-Martingale System kostet

Der Abschlag, den eine Quote enthält, trifft im Anti-Martingale System jeden einzelnen Einsatz eines Versuchs, nicht nur den ersten. Bei 1,90 und einer angenommenen echten Trefferquote von 50% verlierst du im Schnitt 5,00% von jedem Betrag, den du setzt. Die Zahl kommt aus beiden Annahmen zusammen: 0,50 mal 1,90 ergibt 0,95, und die fehlenden 5,00% sind dein Verlust je gesetztem Euro.

Was die Steigerung verändert, ist die Menge Geld, die in einem Versuch über den Wettschein läuft. Die erste Wette eines Dreierversuchs läuft immer, das ist ein Startbetrag. Zur zweiten kommst du nur nach einem Treffer, also in der Hälfte der Fälle, und setzt dort 1,90 Startbeträge, im Schnitt damit 0,95. Die dritte erreichst du nur in einem Viertel der Fälle, dann mit 3,61 Startbeträgen, im Schnitt also 0,9025. Zusammen laufen 2,8525 Startbeträge durch einen einzigen Versuch, und 5,00% davon sind 0,1426 Startbeträge. Am Ende eines Versuchs stehst du damit im Schnitt 14,26% deines Startbetrags im Minus, fast dreimal so tief wie nach einer einzelnen Wette.

Stufen je VersuchUmsatz je Versuch in Startbeträgenerwarteter Verlust je Versuch
11,00005,00%
21,95009,75%
32,852514,26%
43,709918,55%
54,524422,62%
108,025340,13%

Der Zuwachs von Zeile zu Zeile wird kleiner, von 4,75 Prozentpunkten zwischen der ersten und der zweiten Stufe auf 4,07 zwischen der vierten und der fünften, weil du die späteren Stufen immer seltener überhaupt erreichst. Die Summe wächst trotzdem weiter, denn auch eine selten erreichte Stufe steuert noch Umsatz bei.

Warum der Verlust je Versuch wächst, der je Euro aber nicht

Die 5,00% und die 14,26% messen zwei verschiedene Dinge. Auf jeden umgesetzten Euro bleiben es 5,00%, ganz gleich auf welcher Stufe du aussteigst. Der Verlust je Versuch wächst nur deshalb, weil ein Versuch mit mehr Stufen aus mehr Wetten besteht. Genau daran scheitert das Weitersetzen der Auszahlung als Gewinnidee, denn es verändert den Wert einer einzelnen Wette nicht und erhöht nur, wie viel Geld ihn zu spüren bekommt.

Wie oft läuft eine Serie im Anti-Martingale System durch?

Eine Dreierserie kommt bei 50% Trefferquote in 12,50% der Versuche zu Ende. Zwei Treffer in Folge landest du in 25,00% der Versuche, vier in 6,25%, fünf in 3,13%, sechs in 1,56% und zehn in 0,10%. Multipliziert wird hier 0,50 mit sich selbst, einmal je Stufe.

Weil jeder zweite Versuch schon auf der ersten Stufe endet, verbraucht ein Versuch auf eine Dreierserie im Schnitt nur 1,75 Wetten, obwohl er auf drei angelegt ist. Wer hundert solcher Versuche plant, spielt damit rund 175 einzelne Wetten und nicht die 300, die drei Stufen vermuten lassen. Wer stattdessen zehn Stufen anpeilt, wartet auf einen von tausend Anläufen und bezahlt dafür den höchsten Kostensatz der ganzen Reihe.

Wer zu 2,50 statt zu 1,50 setzt, tauscht Häufigkeit gegen Ertrag. Zu einer höheren Quote gehört dabei eine niedrigere Trefferquote, sonst vergleichst du zwei verschiedene Tipper: bei 1,50 sind es 63,33%, bei 1,90 die bekannten 50%, bei 2,50 nur noch 38,00%. Eine Dreierserie kommt dann bei 1,50 in 25,40% der Versuche durch und macht aus einem Startbetrag 3,3750, bei 1,90 in 12,50% mit dem Faktor 6,8590, bei 2,50 nur noch in 5,49% mit dem Faktor 15,6250. Was ein Versuch im Schnitt kostet, bleibt über alle drei Quoten hinweg dasselbe.

Was nach 100 Versuchen auf dem Konto steht

Nimm 100 Versuche auf eine Dreierserie zu 1,90. Jede Serie, die durchläuft, bringt dir 5,859 Startbeträge Gewinn, jeder abgebrochene Versuch kostet dich genau einen. Für ein Plus brauchst du damit 15 Serien: 14 Erfolge bringen 82,03 Startbeträge und stehen 86 Fehlversuchen gegenüber, das reicht noch nicht. 15 Serien oder mehr kommen in 26,48% der Durchläufe zusammen. Im Schnitt endest du 14,26 Startbeträge im Minus, also hundertmal die 14,26%, die ein einzelner Versuch kostet, bei 10€ Startbetrag damit gut 142€ unter dem Stand vom Anfang.

Wärst du mit gleichbleibendem Einsatz besser dran?

Der gleichbleibende Einsatz muss sich über dieselbe Zahl Wetten messen, also über jene rund 175. Setzt du sie jedes Mal mit einem Startbetrag, brauchst du 93 Treffer für ein Plus, weil jeder Treffer 0,90 einbringt und jeder Fehltreffer einen ganzen Startbetrag kostet. Die Chance darauf liegt bei 22,49% und damit unter den 26,48% der Serienvariante.

Beim erwarteten Endstand kippt das Bild in die andere Richtung. Mit gleichbleibendem Einsatz stehen am Ende im Schnitt 8,75 Startbeträge im Minus statt der 14,26 Startbeträge der Serienvariante, und der Grund steckt allein im Umsatz: Die Serienvariante schickt über hundert Anläufe 285,25 Startbeträge über den Wettschein, der gleichbleibende Einsatz über dieselben Wetten nur 175. Die Steigerung nach dem Treffer verschafft dir also etwas häufiger ein Plus und ein im Schnitt tieferes Minus.

Wie tief das Minus werden kann

Ein Endstand von minus 50 Startbeträgen oder tiefer, also die Hälfte der 100 Startbeträge, die du in die Serienvariante steckst, passiert mit der Dreierserie in 5,76% der Durchläufe. Das entspricht sieben durchgelaufenen Serien oder weniger. Wer im Anti-Martingale System stattdessen jede der 175 Wetten mit einem Startbetrag spielt, erreicht dieselbe Schwelle nur in 0,04% der Durchläufe, also in einem von rund 2.500 statt in einem von 17.

Mit jeder zusätzlichen Stufe wird ein solcher Durchlauf wahrscheinlicher. Für dieselbe Schwelle liegt die Wahrscheinlichkeit bei zwei Stufen noch bei 0,25%, bei drei bei 5,76%, bei vier bei 12,21% und bei fünf Stufen dann bei 39,19%. Der Sprung ganz am Ende hat einen einfachen Grund: Fünf Stufen brauchen nur fünf durchgelaufene Serien für ein Plus, weil jede davon 23,761 Startbeträge einbringt, also die 24,761 aus der Auszahlungstabelle abzüglich deines Einsatzes. Über 100 Versuche kommen im Schnitt aber nur gut drei Serien zusammen, und deshalb rutschen fast vier von zehn Durchläufen unter die Hälfte des eingesetzten Geldes.

Was sich ändert, wenn du im Anti-Martingale System den Startbetrag früh herausnimmst

Sobald der erste Treffer da ist, stehen 1,90 Startbeträge auf dem Konto. Du kannst deinen eigenen Startbetrag davon abziehen und nur die 0,90 Gewinn weitersetzen. Die Einsatzreihe eines Dreierversuchs heißt dann 1, dann 0,90, dann 1,71, und aus drei Treffern werden 3,249 Startbeträge Gewinn statt 5,859.

Dafür bekommst du zwei Dinge zurück. Erstens endet ein Fehltreffer auf der zweiten oder dritten Stufe bei null statt im Minus, weil dein eigenes Geld längst wieder da ist. Zweitens sinkt der erwartete Verlust je Versuch von 14,26% auf 9,39%. Beides hat denselben Grund: Über den Wettschein laufen nur noch 1,8775 statt 2,8525 Startbeträge. 5,00% von 1,8775 Startbeträgen sind genau die 0,0939, die dich ein Versuch dann noch kostet.

Jede Stufe, die du im Anti-Martingale System zusätzlich mitgehst, und jeder Startbetrag, den du im Spiel lässt, erhöht den möglichen Gewinn und im gleichen Zug die Kosten eines Versuchs. Wer schon nach zwei Stufen aussteigt, drückt sie auf 9,75%. Den Abschlag selbst umgehst du auf keinem der beiden Wege.

Karina Novakova
Über den Autor

Karina Novakova

Ich heiße Karina Novakova und interessiere mich seit vielen Jahren intensiv für Sport. Besonders die Leichtathletik gehört zu meinen größten Hobbys, doch ich verfolge auch zahlreiche andere Sportarten regelmäßig. Durch diese Begeisterung beschäftige ich mich intensiv mit Sportwetten und analysiere verschiedene Wettanbieter. In meinen Testberichten teile ich meine Erfahrungen und gebe einen Überblick über Angebote, Quoten und Funktionen der Wettplattformen.