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Moto2 Wetten – die Mittelklasse, in der der Fahrer den Unterschied macht

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Du sitzt vor dem Wettzettel fürs Rennwochenende, Moto2 steht auf dem Programm, und die Namen in der Startliste kommen dir irgendwie bekannt vor – aber wo die Quoten wirklich Bewegung haben, siehst du nicht auf den ersten Blick. Moto2 Wetten sind ein eigener Markt innerhalb der Motorrad-WM, eingezwängt zwischen der Einstiegsklasse Moto3 und der Königsklasse MotoGP. Seit 2019 fahren alle Teams mit demselben Einheitsmotor, und das macht das Feld eng. Der Fahrer schlägt hier öfter die Technik, und die Quoten-Streuung ist breiter als in Werksmotor-Serien. Mein Fokus liegt auf den sport-eigenen Märkten – Pole, Fastest Lap, Chassis-Wette, Head-to-Head und Saisonlangzeit – also dem, was über den reinen Sieg-Tipp hinausgeht und wo sich für Tipper tatsächlich etwas bewegen lässt. Die Saison 2025 ist gerade durch, Diogo Moreira hat den Titel geholt, und 2026 läuft seit März – genug frische Daten, um Form und Streckenmuster sauber einzuordnen.

Einheitsmotor Triumph: Was Moto2 Wetten besonders macht

Seit 2019 dreht sich in der Moto2 alles um denselben Motor: Ein Triumph-Dreizylinder mit 765 cm³ Hubraum, der in der Saison 2025 rund 107 kW (145 PS) an den Hinterreifen bringt. Davor lief die Klasse von 2010 bis 2018 auf einem Honda-Vierzylinder mit 600 cm³ – auch damals schon Einheitsmotor, aber schwächer und mit anderem Charakter. Das Prinzip hat sich nicht verändert: Kein Team hat einen Werks-Leistungsvorteil, niemand kann über Motorenabstimmung einen halben Sekunden-Vorsprung herausholen. Was an technischen Variablen übrig bleibt, verteilt sich auf Chassis, Fahrwerk, Setup und die Arbeit des Fahrers.

Und genau hier wird’s für dich als Tipper interessant. Wenn die Motorleistung bei allen gleich ist, entscheiden Bremspunkte, Kurvenspeed und Rhythmus über die Positionen. Das Feld rückt enger zusammen, und die Kandidatenliste für Podium und Sieg ist länger als in Serien, in denen zwei oder drei Werke den Ton angeben. Was das für die Quoten heißt: weniger klare Haushoch-Favoriten, mehr Außenseiter im einstelligen Bereich und eine Quoten-Streuung, die sich innerhalb einer Saison auch mal kräftig verschiebt. Ein Fahrer, der letzte Saison noch auf Platz 12 unterwegs war, kann im neuen Team plötzlich aufs Podium fahren – und manchmal ziehen die Buchmacher nicht sofort nach.

Dazu kommt eine zweite Einheits-Baustelle, die seit 2024 läuft: Pirelli ist der neue Reifenlieferant für Moto2 und Moto3, nachdem Dunlop das Monopol seit 2010 hatte. Für Fahrer und Teams bedeutete das eine Lernkurve, die sich besonders am Saisonanfang 2024 in ungewöhnlichen Rennverläufen gezeigt hat. Wer seine Einschätzung auf historischen Streckenmustern aufgebaut hat, lag bei Pirelli-Debüts öfter mal daneben.

Moto2-eigene Wettmärkte im Überblick

Sieg und Podium kennst du von jedem Rennsport-Wettzettel. Das sind die Brot-und-Butter-Märkte, bei denen jeder Anbieter mitmischt und bei denen die Quoten entsprechend nah beieinander liegen. Spannender wird es, wenn du über diese zwei Standards hinausgehst: Pole-Position, Fastest Lap, Chassis-Wette, Head-to-Head-Duelle, DNF-Klassifizierung, Führung nach Runde 1 und Over/Under auf Siegerabstand oder Rennzeit sind die Märkte, in denen die Moto2 ihre eigene Charakteristik zeigt. Die Markttiefe schwankt stark – was ein Anbieter als Einzelmarkt führt, findest du beim nächsten höchstens als Kombi-Bestandteil oder gar nicht.

Dazu kommen Saisonlangzeit-Märkte: Weltmeister der Fahrerwertung, Sieger der Konstrukteurswertung, Rookie of the Year und, wenn der Anbieter das führt, auch die Team-WM. Diese Wetten laufen über die gesamte Saison und reagieren auf Verletzungen, Teamwechsel oder Materialumstellungen oft kräftig. Im Rennsport zusätzlich interessant sind Kombi-Wetten aus der Doppelstruktur eines Wochenendes: Pole am Samstag plus Sieg am Sonntag lassen sich als eine Wette koppeln, Fastest Lap plus Podium sind eine Value-Alternative, wenn du einen Fahrer nur auf Platz drei bis fünf siehst.

WettmarktWas getippt wird
Pole-PositionSchnellste Zeit im Q2, Startplatz 1
Fastest LapSchnellste Rennrunde, unabhängig vom Zielergebnis
Chassis-WetteSiegendes Chassis im Einzelrennen oder Saisonsieger Konstrukteur
Head-to-HeadWelcher von zwei Fahrern endet vor dem anderen
DNF-KlassifizierungOb ein Fahrer X die Zielflagge erreicht
Führung nach Runde 1Wer nach Runde 1 an der Spitze liegt
Over/Under SiegerabstandAbstand Sieger zu Zweitem in Sekunden

Je nachdem, wo du deinen Tipp platzierst, lohnt ein Blick auf die Markttiefe verschiedener Anbieter – Pole und Fastest Lap sind fast überall im Angebot, Rookie-Platzierung und Führungswechsel eher nicht.

Pole und Qualifying: Das Q1/Q2-Format richtig lesen

Pole-Position heißt schlicht: die schnellste Zeit im Qualifying, Startplatz 1 am Sonntag. Seit 2019 läuft das Qualifying in der Moto2 in zwei Stufen, jede 15 Minuten lang. Die 14 schnellsten Fahrer aus den kombinierten Trainingszeiten ziehen direkt ins Q2 ein. Die restlichen Fahrer kämpfen in Q1 um vier freie Q2-Plätze, und die vier Schnellsten bekommen die Chance, bei 18 Startern in Q2 noch um die Pole mitzufahren.

Das ist für dich als Tipper praktischer, als es klingt. Ein Fahrer, der nach den Freien Trainings auf Platz 15 oder 16 steht, muss den Q1-Umweg nehmen – und fährt dort mit einem extra weichen Hinterreifen, der nur ein kurzes Attack-Fenster erlaubt. Schafft er es nicht in die Top 4, startet er auf einem hinteren Platz, egal wie stark seine Rennpace ist. Ich erkläre das so ausführlich, weil genau hier Pole-Quoten ins Rutschen kommen: Wer in der Kombinationszeit gerade so auf Platz 14 liegt, fährt Q2 mit frischen Reifen und oft ausgeruht – das kann eine Pole-Überraschung werden.

Durch den Einheitsmotor fallen Leistungsvorteile weg, die die Pole-Kandidatenliste sonst dünn halten würden. In der Moto2 sind es öfter sechs bis acht Fahrer mit realistischer Pole-Chance, nicht zwei oder drei. Die Favoriten-Dominanz ist weniger stabil, und das schlägt auf die Quoten durch. Ein Pole-Tipp auf einen Fahrer im Quotenbereich zwischen 5.00 und 9.00 ist hier keine Seltenheit – beobachte die Trainings-Pace und prüfe, ob der Kandidat Q1 fahren muss.

Noch ein Punkt: Ein Sprintrennen wie in der MotoGP, wo es seit 2023 läuft, gibt es in der Moto2 nicht. Samstag ist Qualifying, Sonntag ist Rennen. Pro Wochenende hast du damit einen Wettzyklus – und wenn du eine Pole+Sieg-Kombi fahren willst, beobachte die Pole-Quote am Samstagabend und die Renn-Quote am Sonntagmorgen parallel.

Fastest Lap bei Moto2 Wetten: Die schnellste Rennrunde als eigener Markt

Fastest Lap heißt: schnellste Rennrunde – eine eigenständige Statistik neben dem Zielergebnis. Der Sieger fährt in der Moto2 eher selten auch die schnellste Runde, weil er im Rennen oft im Windschatten oder unter Druck fährt und seine Reifen schont. Die schnellste Runde legt häufig jemand hin, der sich irgendwo im Feld hochgearbeitet hat und in der Schlussphase freie Bahn hat – ein Aufholjäger nach einem Startproblem oder ein Q1-Starter, der sich durchs Feld gebissen hat.

Anders als in Serien mit Boxenstopps läuft die Moto2 durchgehend: Einmal losgefahren, bleibst du bis zum Ziel auf denselben Reifen. Das macht den Reifenabbau in der Schlussphase zur echten Bremse. Eine schnelle Runde braucht also mehr als Talent – sie braucht eine Lücke im Verkehr und einen Satz Reifen, der noch gut genug ist, einmal alles rauszugeben.

Für die Quoten heißt das: Der Fastest-Lap-Markt bewegt sich oft unabhängig vom Sieg-Markt. Ein Fahrer, der im Qualifying gestürzt ist und als Letzter startet, kann trotzdem Fastest-Lap-Kandidat sein, wenn er sich bis zur Mitte des Rennens durchs Feld schiebt und danach freie Strecke vor sich hat. Wichtig: Nicht jeder Anbieter hat Fastest Lap als Einzelwette im Programm – manche führen ihn nur als Kombi-Bestandteil, manche gar nicht. Ein Blick auf die Markttiefe lohnt sich.

Als Value-Ansatz funktioniert die Kombi Fastest Lap + Podium bei Fahrern, die nach Startproblem oder Long-Lap-Penalty zurückversetzt wurden – die Kombiquote liegt oft höher, als die Einzelsumme der beiden Märkte erwarten lässt.

Chassis-Wette bei Moto2 Wetten: Kalex gegen Boscoscuro

In der Konstrukteurswertung zählen pro Rennen nur die Punkte des besten Fahrers jeder Marke – der zweitbeste Kalex-Pilot bringt der Konstrukteurswertung also nichts. Diese Regel ist wichtig, wenn du Chassis-Saisonwetten einschätzen willst, denn sie erklärt, warum Kalex als Marktführer so dominant wirkt: Egal, wer auf Kalex gerade die stärkste Form hat, die Marke holt die Punkte.

Und Kalex dominiert. Richtig dominiert. Seit 2013 holt der deutsche Hersteller ununterbrochen die Konstrukteurswertung – 13 Saisons in Folge bis einschließlich 2025. Das ist im Motorsport eine Marke, die du bei Saisonwetten nicht ignorieren kannst. Aktuell sind in der Klasse nur zwei Chassis-Hersteller aktiv: Kalex mit der Mehrheit des Starterfelds und Boscoscuro als einziger ernstzunehmender Herausforderer. In den letzten Jahren sind reihenweise Namen ausgestiegen: Suter, NTS, TSR, KTM und MV Agusta haben die Klasse verlassen. Ein Chassis-Krieg mit fünf oder sechs Herstellern, wie es ihn früher gegeben hat, existiert nicht mehr.

Jetzt kommt der Haken – und den solltest du als Tipper kennen, bevor du blind auf Kalex wettest. 2024 hat Ai Ogura auf einer Boscoscuro den Fahrertitel geholt. Das war der erste Fahrer-Weltmeister außerhalb von Kalex seit Marc Márquez 2012 auf einer Suter. Boscoscuro ist also kein Außenseiter-Bike mehr, das im Mittelfeld mitdümpelt, sondern ein konkurrenzfähiges Chassis – auch wenn die Marke zahlenmäßig im Feld deutlich unterlegen ist.

Für die Quoten heißt das: Kalex als Saison-Konstrukteur-Sieger läuft oft bei 1.10 oder tiefer, teils im Bereich 1.03. Ein Tipp darauf ist eher Gegenwert zum eigentlichen Risiko als echter Value. Interessanter wird die Chassis-Wette auf einzelne Rennen, wenn der Anbieter sie führt – da kann Boscoscuro streckenabhängig der bessere Tipp sein. Die Kurs-Charakteristik entscheidet: Auf engen, kurvenreichen Strecken schlägt Boscoscuro manchmal die Kalex-Masse, auf schnellen Highspeed-Kursen kommt die Kalex-Übermacht eher durch.

Mein Tipp, wenn du die Chassis-Wette ernsthaft spielen willst: Achte in der kombinierten Trainingszeit darauf, wie eng die Top 5 beider Marken zusammenliegen. Ein Rookie auf einer Boscoscuro, der schon im Training in die Top 8 fährt, ist ein Value-Indikator – gerade wenn Anbieter mit schmalerer Markttiefe die Quote noch nicht angepasst haben.

Head-to-Head bei Moto2 Wetten: Das direkte Fahrerduell

Beim Head-to-Head tippst du nicht auf das Rennergebnis, sondern auf ein direktes Duell: Welcher von zwei Fahrern endet im Rennen vor dem anderen. Platz 2 gegen Platz 3 zählt genauso wie Platz 12 gegen Platz 14 – der Markt interessiert sich nur für die relative Position der beiden. Das ist handlicher als Einzelsiege, weil du nur zwei Fahrer bewerten musst statt 30.

Am häufigsten läuft das als Teamkollegen-Duell: Zwei Fahrer auf identischem Material, der Fahrer selbst ist die einzige Variable. Datenbasis sind hier vor allem die Trainings-Pace, die Historie auf der aktuellen Strecke und das direkte Head-to-Head-Verhältnis aus der laufenden Saison. Kommt einer der beiden in den letzten fünf Rennen viermal vor dem anderen ins Ziel, liegt oft ein sauberes Muster vor, das die Quote nicht immer voll abbildet.

Spannender wird es bei Duellen über verschiedene Teams – hier kommt der Material-Faktor Kalex gegen Boscoscuro ins Spiel. Auf kurvenreichen Kursen kann ein Boscoscuro-Pilot einen gleich starken Kalex-Fahrer schlagen, auf Highspeed-Strecken kippt das Bild oft. Bei solchen Paarungen lohnt ein Blick auf die streckenspezifischen Vorjahres-Ergebnisse beider Fahrer.

H2H-Quoten sind meist enger als Einzelsiege – die Buchmacher-Marge ist dünner, aber die Ergebnisse stabiler. Ein wichtiges Detail: Was passiert, wenn einer der beiden Duellanten stürzt oder wegen Defekts ausfällt? Die DNF-Klausel unterscheidet sich je nach Anbieter. Manche werten den Fahrer, der weiterfährt, automatisch als Sieger des Duells, andere erklären den H2H-Tipp bei einem doppelten DNF für ungültig und zahlen den Einsatz zurück. Prüf das, bevor du auf einen sturzfreudigen Aufholjäger setzt.

DNF und Rennverlauf bei Moto2 Wetten

DNF steht für Did Not Finish – ein Fahrer, der die Zielflagge nicht erreicht. Das kann ein Sturz sein, ein Motorschaden, ein Defekt am Fahrwerk oder eine Disqualifikation. Beim einfachsten DNF-Markt, der Klassifizierungs-Wette, geht es um ein klares Ja oder Nein: Erreicht Fahrer X das Ziel? Einige Anbieter führen das nur für Top-Fahrer, andere für das gesamte Feld.

Typische DNF-Ursachen in der Moto2 sind Startkollisionen in der ersten Runde (das Feld ist eng, die ersten Kurven sind ein Pulk), Front-Stürze bei späten Bremszonen-Attacken und – deutlich seltener – technische Ausfälle. Weil alle Fahrer denselben Einheitsmotor nutzen, sind Motorschäden ein Randphänomen. Getriebeausfälle und Elektronikprobleme kommen vor, sind aber nicht die Regel. Der klassische Moto2-DNF ist ein Sturz, keine Technik.

Als Tipper lohnt sich der Blick auf Fahrertypen. Aggressive Überholer, die jede Bremszone attackieren, haben ein deutlich höheres Sturz-Risiko als Strategie-Fahrer, die sich geduldig nach vorn arbeiten. Eine saubere Arbeitsgröße ist die DNF-Quote aus den letzten zehn Rennen. Liegt ein Fahrer bei drei oder vier Ausfällen auf zehn Starts, solltest du seine Zielflaggen-Quote skeptisch lesen – auch wenn der Buchmacher ihn als sicheren Ankunfts-Kandidaten führt.

Neben dem klassischen DNF-Markt gibt es verwandte Wetten auf den Rennverlauf. „Führung nach Runde 1“ koppelt Startqualität und die erste Attack-Phase – stark fürs Wochenende, wenn der Pole-Setter in der Trainings-Pace nicht dominiert hat. Over/Under auf den Siegerabstand funktioniert als Indikator für die Feld-Dichte: Auf Strecken mit langen Geraden und viel Windschatten liegt der Abstand Sieger zu Zweitem häufig unter einer Sekunde, auf technischen Kursen mit viel Kurveninhalt gehen die Abstände auseinander. Auch die Anzahl der Führungswechsel lässt sich wetten – wieder streckenabhängig und damit ein Statistik-Markt, der etwas Vorarbeit braucht.

Moto2 Saisonwetten: Fahrerwertung, Konstrukteur, Rookie

Langzeitwetten laufen über die gesamte Saison und haben eine andere Eigenart als Einzelrennwetten – die Quote bewegt sich über Monate, und ein einzelner Rennausgang verschiebt die Welt manchmal weniger, als du erwartest. Die Moto2 fährt 2025 über 22 Rennen, der Startschuss fiel am 2. März in Thailand, das Finale am 16. November in Valencia. Diese Struktur gibt dir einen klaren Rhythmus fürs Saisonwetten.

Das Punktesystem ist identisch mit den anderen Klassen der Motorrad-WM: 25 Punkte für den Sieg, dann 20-16-13-11-10-9-8-7-6-5-4-3-2-1 für die Plätze zwei bis fünfzehn. Wer außerhalb der Top 15 landet, geht leer aus. Das macht Konstanz wichtiger als einzelne Spitzen: Ein Fahrer mit zehn Top-10-Platzierungen steht in der WM oft besser da als einer mit zwei Siegen und sechs DNFs.

Weltmeister 2025 ist Diogo Moreira für Fantic Racing Lino Sonego auf einer Kalex – die Kalex-Dominanz auf der Konstrukteurs-Seite hat sich also auch 2025 fortgesetzt, obwohl Ogura 2024 mit Boscoscuro den Fahrertitel geholt hat. Für 2026 ist Kalex in der Konstrukteurswertung der klare Favorit, historisch durch 13 Saisons gestützt. Auf der Fahrerseite bewegen sich die WM-Quoten in den ersten vier bis fünf Rennen besonders stark – wer gut in den Europa-Auftakt kommt, verschiebt die Quotenlandschaft spürbar.

SaisonmarktKurzbeschreibungMarkttiefe
FahrerwertungSieger der GesamtwertungBreit verfügbar
KonstrukteurswertungKalex gegen BoscoscuroBei Rennsport-Spezialisten
Podium-InsgesamtAnzahl Podien eines Fahrers in der SaisonEher schmal
Rookie of the YearBester Neuling der SaisonSpezialmarkt
Team-WMSieger der TeamwertungSelten im Angebot

Der Rookie of the Year ist ein eigenes Rennen und hat mit der Fahrerwertung nichts zu tun – hier geht es nur darum, welcher der neu aufgestiegenen Fahrer am Ende die meisten Punkte holt. Quoten bewegen sich hier stärker als bei Titelwetten, weil Rookies in den ersten drei bis vier Rennen oft unter ihrem eigentlichen Niveau fahren und die Buchmacher vorsichtig bleiben.

Zur Strategie: Die Europa-Kernsaison zwischen Juni und September ist das Spannungs-Peak mit den meisten Quotenbewegungen, weil der Titelkampf Form annimmt. Das Überseefinale im Oktober und November ist oft ein Value-Fenster – auf Strecken wie Sepang oder Phillip Island gibt es regelmäßig Quereinsteiger-Ergebnisse, die die Saison noch drehen können. Wer Cash-Out-Optionen nutzt, sollte nach der Sommerpause prüfen, ob eine Teil-Auszahlung bei weit gelaufenen Langzeit-Tipps Sinn ergibt.

Moto2 als Talent-Klasse: Was das für Moto2 Wetten bedeutet

Zwischen Moto3-Einstieg und MotoGP-Königsklasse sitzt die Moto2 als klassische Aufstiegsklasse. Wer hier stark fährt, bekommt früher oder später das MotoGP-Angebot, und wer den Moto2-Titel holt, steht nicht selten ein paar Jahre später ganz oben. Marc Márquez (Moto2-Titel 2012) und Francesco Bagnaia (Moto2-Titel 2018) sind beide später MotoGP-Weltmeister geworden, Pedro Acosta (Moto2-Titel 2023) hat sich in der MotoGP-Spitze festgesetzt. Das ist keine Zufallsstichprobe, sondern zeigt, wie sauber die Klasse als Sprungbrett funktioniert.

Für dich als Tipper heißt das: Die Moto2 hat eine ständige Fluktuation. Jede Saison kommen vier bis sieben Neulinge aus der Moto3 hoch, gleichzeitig verlieren die Top-Teams oft ihre stärksten Fahrer an die MotoGP. Das verschiebt die Form-Kurve der gesamten Klasse – wer im Vorjahr hinter den Top-5 war, kann in der neuen Saison plötzlich ganz vorn mitfahren, weil ihm drei erfahrene Konkurrenten fehlen.

Bei Neulingen gilt: Die ersten drei bis vier Rennen sind eine Anpassungsphase. Die Kurse sind dieselben wie in der Moto3, aber das Motorrad ist anders – schwerer, stärker, mit anderem Bremsverhalten. Rookie-Quoten am Saisonanfang liegen deshalb häufig zu hoch gegen die tatsächliche Form, die sich erst im Mai oder Juni einschwingt. Ausnahme sind Talente mit Moto3-Titel im Rücken – die kommen meist schneller an ihr Limit und sind die Top-Kandidaten für Rookie of the Year.

Wer in seiner Moto2-Abschluss-Saison in die MotoGP hochrutscht, fährt oft mit sichtbar mehr Drive. Der Antrieb, sich fürs neue Team zu empfehlen, ist da, und viele Fahrer zeigen in den letzten sechs bis acht Rennen ihre stärkste Form. Als Tipper kannst du das nutzen – eine Langzeitwette auf einen bestätigten MotoGP-Wechsler, der im Frühjahr noch zweistellige Quoten hatte, ist am Saisonende manchmal gar nicht mehr im Angebot.

Ein letzter Filter: Achte auf die Team-Struktur. Werks-Nachwuchsteams mit Marken-Anbindung haben deutlich besseres Material und mehr Daten-Support als private Rentals. Ein Rookie im Werks-Sattel hat andere Chancen als der gleiche Fahrer in einem Kundenteam – und das siehst du an den Quoten nicht immer sofort.

FAQ: Häufige Fragen zu Moto2 Wetten

Welche Wettmärkte gibt es bei Moto2 Wetten über den Sieg-Tipp hinaus?

Neben Sieg und Podium sind Pole-Position, Fastest Lap, Chassis-Wette, Head-to-Head-Duelle, DNF-Klassifizierung, Führung nach Runde 1 und Over/Under auf Rennzeit oder Siegerabstand verbreitet. Die Markttiefe schwankt je Anbieter – Nischenmärkte wie Führungswechsel oder Rookie-Platzierung sind nicht überall verfügbar.

Warum gilt Kalex als Dauerfavorit bei der Chassis-Wette?

Kalex holt seit 2013 jede Konstrukteurswertung – das sind 13 Saisons in Folge bis einschließlich 2025. Der Hersteller hat den Großteil des Starterfelds unter sich, und mit Boscoscuro ist nur ein ernstzunehmender Herausforderer übrig. Der Titelträger 2024 kam zwar von Boscoscuro (Ai Ogura), bei der Konstrukteurswertung zählen aber nur die Punkte des jeweils bestplatzierten Fahrers einer Marke pro Rennen – und die Kalex-Masse schlägt dort durch.

Gibt es in der Moto2 einen Sprint-Lauf am Samstag?

Nein. Das Sprintrennen existiert nur in der MotoGP und läuft dort seit 2023. In der Moto2 steht samstags nach den Freien Trainings das Qualifying mit Q1 und Q2, das eigentliche Rennen findet sonntags statt. Pro Wochenende gibt es damit einen Wett-Zyklus, nicht zwei.

Wie läuft das Moto2-Qualifying ab?

Seit 2019 greift das Zwei-Stufen-Format mit Q1 und Q2 je 15 Minuten. Die 14 schnellsten Fahrer aus den kombinierten Freien Trainings ziehen direkt ins Q2 ein, die restlichen Fahrer kämpfen in Q1 um vier freie Q2-Plätze. In Q2 fahren dann 18 Fahrer um Pole und die ersten 18 Startplätze.

Wie haben sich die Moto2-Motorräder technisch verändert?

2010 startete die Klasse mit Honda-Vierzylindern und 600 cm³ als Einheitsmotor. Seit 2019 fahren alle Teams den Triumph-Dreizylinder mit 765 cm³ Hubraum, der in der Saison 2025 rund 107 kW (145 PS) leistet. Ab 2024 kam mit dem Wechsel von Dunlop zu Pirelli ein neuer Einheits-Reifenlieferant dazu – ein Lernprozess, der Anfang 2024 die Einschätzung der Quoten gegenüber historischen Streckenmustern verändert hat.

Karina Novakova
Über den Autor

Karina Novakova

Ich heiße Karina Novakova und interessiere mich seit vielen Jahren intensiv für Sport. Besonders die Leichtathletik gehört zu meinen größten Hobbys, doch ich verfolge auch zahlreiche andere Sportarten regelmäßig. Durch diese Begeisterung beschäftige ich mich intensiv mit Sportwetten und analysiere verschiedene Wettanbieter. In meinen Testberichten teile ich meine Erfahrungen und gebe einen Überblick über Angebote, Quoten und Funktionen der Wettplattformen.