Draw No Bet ist ein englischer Wettbegriff, der auch im deutschen Wettschein englisch stehen bleibt. Du triffst auf ihn, sobald du auf den Sieg eines Favoriten tippst und dir das Unentschieden nicht aus dem Kopf geht, jener eine Ausgang, bei dem dein Team nicht verliert und dein Siegtipp trotzdem nicht aufgeht. Für genau diese Sorge steht die Draw No Bet als eigene Option, meist direkt neben der normalen Siegwette. Sie richtet sich an den Tipper, der einen Teil seines Risikos lieber abgibt, statt auf den vollen Ausgang zu setzen.
Wie wird eine Draw No Bet abgerechnet?
Eine Draw No Bet kennt drei mögliche Spielausgänge, aber nur zwei Ergebnisse für deinen Einsatz. Du setzt auf den Sieg einer der beiden Mannschaften, gewertet wird das Ergebnis nach der regulären Spielzeit von 90 Minuten plus Nachspielzeit.
- Gewinnt das Team, auf das du getippt hast, ist die Wette gewonnen und wird zur vorher festgelegten Quote ausgezahlt.
- Endet die Partie unentschieden, wird die Wette ungültig und dein Einsatz kommt vollständig zurück.
- Verliert dein Team, ist der Einsatz verloren.
Verlängerung und Elfmeterschießen bleiben außen vor. Steht es nach 90 Minuten plus Nachspielzeit unentschieden, zählt für die Abrechnung dieses Remis, auch wenn in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen später noch ein Sieger fällt.
Warum Draw No Bet und Asian Handicap 0 derselbe Ausgang sind
Ein Handicap von null gibt keiner Mannschaft einen Vorsprung und nimmt keiner einen weg. Damit hängt die Wette allein daran, wer die Partie in der regulären Spielzeit für sich entscheidet. Endet sie unentschieden, stehen beide Teams über die Nullvorgabe gleich, und der Einsatz kommt zurück, genau wie bei der Draw No Bet. Wer auf ein Asian Handicap 0 setzt, wettet also auf denselben Ausgang wie mit einer Draw No Bet, nur unter einem anderen Namen.
Wie viel Quote kostet dich die Absicherung gegen das Remis?
Weil dich das Unentschieden bei einer Draw No Bet nicht mehr den Einsatz kostet, fällt die Quote niedriger aus als bei einem reinen Tipp auf den Sieg. Das ist kein Nachteil an sich, sondern der Preis dafür, dass ein möglicher Verlustfall wegfällt.
Wie stark die Quote sinkt, hängt von den beiden Siegquoten ab. Die faire Draw-No-Bet-Quote einer Mannschaft ergibt sich, indem du das Verhältnis ihrer Siegquote zur Siegquote des Gegners zu eins addierst. Ein Team mit einer Siegquote von 2,00 gegen einen Gegner mit 4,00 landet damit bei rund 1,50 statt der 2,00 aus der einfachen Siegwette. Die tatsächlich angebotene Quote fällt wegen der Marge des Wettanbieters noch etwas niedriger aus als dieser rechnerisch faire Wert.
Wie oft endet ein Spiel unentschieden, und wo bringt die Wette am meisten?
Eine Draw No Bet sichert dich gegen genau einen Ausgang ab, das Unentschieden, und wie oft der eintritt, unterscheidet sich von Liga zu Liga deutlich. In den fünf großen europäischen Topligen endet grob jedes vierte Spiel remis, doch zwischen der remisärmsten und der remisreichsten Liga liegen rund 8 Prozentpunkte. Je höher der Remisanteil, desto öfter scheitert ein reiner Siegtipp am Unentschieden, und desto mehr ist die Einsatzrückzahlung wert.
So verteilte sich das über die Saison 2024/25:
| Liga | Remisanteil 2024/25 | Unentschieden |
|---|---|---|
| Serie A | 28,4% | 108 von 380 |
| La Liga | 25,5% | 97 von 380 |
| Bundesliga | 25,2% | 77 von 306 |
| Premier League | 24,5% | 93 von 380 |
| Ligue 1 | 20,3% | 62 von 306 |
Zusammengerechnet endeten 437 der 1.752 Partien remis, also 24,9%. Auf gleich viele Spiele gerechnet fällt in der Serie A rund 40% häufiger ein Unentschieden als in der Ligue 1. Für dieselbe Absicherung heißt das je nach Liga einen spürbar anderen Anteil an Spielen, in denen dein Einsatz zurückkommt statt verloren zu gehen.
Wann lohnt sich Draw No Bet, wann nicht?
Der Quotenabschlag ist kein willkürlicher Preis, sondern entspricht der Häufigkeit, mit der ein Unentschieden in einer solchen Partie zu erwarten ist. Ob sich die Absicherung lohnt, hängt deshalb daran, ob das Remis in deiner Begegnung häufiger fällt, als im Abschlag steckt. Einen Anhaltspunkt dafür gibt der übliche Remisanteil der jeweiligen Liga. Liegt er höher, sicherst du dich günstiger ab, als der Ausgang statistisch wert ist, liegt er niedriger, verschenkst du Quote für ein Risiko, das seltener eintritt.
Der ungünstigste Fall ist der klare Favorit. Seine eigene Siegquote ist sehr niedrig, die des Außenseiters hoch, und damit rückt die faire Draw-No-Bet-Quote dicht an eins. Über dem Einsatz bleibt dann kaum noch ein Aufschlag, und für diesen schmalen Gewinn lohnt sich die Absicherung selten. Am ehesten zahlt sie sich bei einem leichten Favoriten in einer Liga mit vielen Unentschieden aus, weil die Quote dort hoch genug für einen spürbaren Gewinn bleibt und der abgesicherte Fall oft genug eintritt, um den Abschlag zu rechtfertigen.
Häufige Fragen zu Draw No Bet
Wörtlich übersetzt bedeutet Draw No Bet so viel wie „Unentschieden, keine Wette“, sinngemäß „das Unentschieden zählt nicht“. Gängig ist auch die Abkürzung DNB, die dieselbe Wette meint.
Sinnvoll ist Draw No Bet nur dort, wo ein Unentschieden als Ergebnis überhaupt möglich ist, also vor allem im Fußball. In Sportarten, die am Ende immer einen Sieger hervorbringen, hat die Wette keine Funktion, weil der abgesicherte Fall nie eintreten kann.