Sportwetten

Tennis Wetten: Grand Slams, Finals, Belag und Satzformat

Von Karina Novakova · veröffentlicht am 24.09.2026

Tennis Wetten

Tennis kennt kein Unentschieden, und die Saison läuft von Anfang Januar bis kurz vor Weihnachten, Woche für Woche auf wechselndem Belag. Für Tennis Wetten stehen deshalb drei Fragen am Anfang: welches Turnier gerade läuft, ob auf Hartplatz, Sand oder Rasen gespielt wird und ob die Partie über zwei oder drei Gewinnsätze geht. Davon hängt ab, wie oft sich der Favorit durchsetzt, wie viele Spiele eine Partie dauert und wie viel ein einzelnes Break wert ist. Beim Favoriten wiegt das Format schwerer als der Belag: Nur das Herreneinzel der Grand Slams geht über drei Gewinnsätze, und dort gewinnt der besser Platzierte deutlich häufiger als im Schnitt aller ATP-Partien.

Turnierstufen und Kalender im Tennis

Das Turnier legt fest, wer antritt, wie viele Weltranglistenpunkte es gibt und über welche Distanz gespielt wird. Unterhalb der vier Grand Slams gliedert die ATP ihre Tour in drei Stufen: Masters 1000, ATP 500 und ATP 250. Im Kalender der Herren stehen 2026 insgesamt 65 Turniere, darunter die vier Grand Slams, die ATP Finals, neun 1000er-, sechzehn 500er- und neunundzwanzig 250er-Turniere. Bei den Damen stehen die vier Grand Slams, die WTA Finals und zehn Turniere der Kategorie WTA 1000 an der Spitze. Wie viel eine Stufe zählt, zeigen die Weltranglistenpunkte: Ein Grand-Slam-Titel bringt bei Herren und Damen 2000 Punkte, ein Titel bei einem 1000er-Turnier 1000 Punkte, und wer die ATP Finals ohne Niederlage gewinnt, bekommt bis zu 1500.

Die vier Grand Slams dauern je zwei Wochen und folgen im Jahr einer festen Reihenfolge, mit der auch der Belag wechselt: vom Hartplatz in Melbourne über den Sand in Paris und den Rasen in London zurück auf den Hartplatz in New York. Vor Paris und vor New York laufen die 1000er-Turniere auf demselben Belag wie das folgende Grand Slam: Monte-Carlo, Madrid und Rom auf Sand, Kanada und Cincinnati im August auf Hartplatz.

Wie verändert das Satzformat die Chancen des Favoriten?

Bei den vier Grand Slams spielt allein das Herreneinzel im Hauptfeld über drei Gewinnsätze. Alle anderen Partien dort laufen über zwei Gewinnsätze, und dasselbe gilt für jede Einzelpartie auf der ATP Tour und der WTA Tour, Endspiele eingeschlossen. Damit ändert sich schon die Zahl der möglichen Satzergebnisse: Über zwei Gewinnsätze endet ein Match 2:0, 2:1, 1:2 oder 0:2, über drei Gewinnsätze gibt es mit 3:0, 3:1, 3:2, 2:3, 1:3 und 0:3 sechs Ausgänge.

Bei Tennis Wetten Tipps auf den Favoriten zählt zuerst das Format, denn wie oft der besser Platzierte gewinnt, hängt an der Zahl der Gewinnsätze. Jeff Sackmann von Tennis Abstract hat rund 50.000 ATP-Partien der Jahre 2000 bis 2017 ausgewertet: Der in der Weltrangliste besser platzierte Spieler gewann 66,6 Prozent davon. Für das Herreneinzel der Grand Slams kam eine Studie mit Daten von 2000 bis 2019 auf 72,4 Prozent, wenn man allein nach der Rangliste tippte. Die beiden Auswertungen decken verschiedene Zeiträume ab, der Abstand von knapp sechs Prozentpunkten passt aber zur Logik des Formats: Über drei Gewinnsätze kostet ein schwacher Satz den besser platzierten Spieler seltener die ganze Partie, weil ihm danach genug Sätze bleiben, um ihn auszugleichen.

Wie Partien über drei Gewinnsätze tatsächlich ausgehen, hat Yorgos Askalidis an 17.269 Partien im Herreneinzel der Grand Slams zwischen 1990 und Januar 2024 ausgezählt: 48 Prozent endeten in drei Sätzen, 31 Prozent in vier und 19 Prozent in fünf. Fast die Hälfte gewinnt der Sieger also ohne Satzverlust, und für die Wette auf die Zahl der Sätze ist das der Ausgangspunkt. Wer die ersten beiden Sätze abgibt, holt die Partie nur selten zurück: In der Open Era gelang das bei den Grand Slams in 935 von 15.848 Fällen, etwa in jedem siebzehnten.

Über zwei Gewinnsätze fällt die Entscheidung häufig erst im dritten Satz. Auf der WTA Tour gingen 32,0 Prozent der Einzelpartien aus den Jahren 2000 bis März 2021 über die volle Distanz, auf der ATP Tour sind es im Schnitt rund 35 Prozent. Auf beiden Touren braucht damit etwa jede dritte Partie den Entscheidungssatz, und für die Wette auf die Zahl der Sätze heißt das: Rund zwei von drei Partien enden nach zwei Sätzen.

So liest du den Tennis-Rechner

Der Tennis-Rechner auf dieser Seite übersetzt den Unterschied zwischen den Formaten in Zahlen für eine konkrete Partie. Du gibst für beide Spieler den Anteil gewonnener Aufschlagspiele ein, und er rechnet daraus für jeden die Chance auf einen Satz und die Chance auf den Matchsieg aus, einmal über zwei und einmal über drei Gewinnsätze. Rechnerisch ergibt sich die Chance auf einen Satz, indem man die Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Satzergebnisse von 6:0 bis 7:6 samt Tiebreak zusammenzählt. Ein Match über drei Gewinnsätze gewinnt ein Spieler auf genau drei Wegen: mit den ersten drei Sätzen, mit dem vierten Satz nach zwei der ersten drei oder mit dem fünften Satz nach zwei der ersten vier.

Selbst nachrechnen

Was macht das Matchformat aus?

Vergleiche die Siegchancen über zwei oder drei Gewinnsätze.

01 / Deine Eingaben
In Prozent, zwischen 1 und 99.
Gleicher Zeitraum und vergleichbarer Belag.

Die vorbelegten Werte sind ein Rechenbeispiel.

So rechnet dieser Rechner

Modell mit konstanten Punktchancen, gleich wahrscheinlichem ersten Aufschlag und unabhängig betrachteten Sätzen. Jeder Satz hat bei 6:6 einen 7-Punkte-Tiebreak. Keine Anpassung an Belag, Gegner oder Tagesform.

Ein Beispiel zeigt, wie du die Ergebnisse nebeneinander liest. Eine durchschnittliche Spielerin aus den Top 50 der WTA hielt in den 52 Wochen bis Februar 2024 64,5 Prozent ihrer Aufschlagspiele. Trägst du diesen Wert für die eine Seite ein und für die andere einen höheren, etwa angenommene 70 Prozent, ergibt sich für die stärkere Spielerin eine Reihe aus drei Werten. Ihre Chance auf einen Satz liegt über 50 Prozent, ihre Chance auf den Matchsieg über zwei Gewinnsätze liegt noch höher, und über drei Gewinnsätze liegt sie am höchsten. Der Abstand wächst, weil jeder zusätzliche Satz, den die Bessere gewinnen muss, ihr einen weiteren Anlauf gibt, einen verlorenen Satz auszugleichen. Für ein Match der Damen zählt das Ergebnis über zwei Gewinnsätze; das Ergebnis über drei Gewinnsätze zeigt, was derselbe Unterschied im Herreneinzel eines Grand Slams wert wäre.

Paul K. Newton und Joseph B. Keller haben die Rechnung vom gewonnenen Punkt bis zum Match in Formeln gefasst und dabei vorausgesetzt, dass die Wahrscheinlichkeit über die ganze Partie gleich bleibt. Von derselben Voraussetzung geht der Rechner aus: Er nimmt an, dass beide Spieler ihren Anteil gehaltener Aufschlagspiele bis zum letzten Satz beibehalten.

Tennis Wetten nach Belag: Hartplatz, Sand und Rasen

Der Belag bestimmt, wie der Ball abspringt: Auf Sand kommt er meist langsamer und höher, auf Rasen niedriger und schneller. Das verschiebt vor allem das Verhältnis von Aufschlag und Rückschlag. Carlos Alcaraz, unter den aktiven Spielern der beste Rückschläger auf Rasen, gewinnt dort 26,51 Prozent der Aufschlagspiele seiner Gegner, über alle Beläge sind es 31,52 Prozent. Wenn selbst er auf Rasen nur gut jedes vierte gegnerische Aufschlagspiel holt, fallen dort weniger Breaks, und mehr Sätze gehen in den Tiebreak.

Belag

Spiele pro Partie im Mittel (ATP 2025)

Spiele pro Partie im Median (ATP 2025)

Partien mit mindestens einem Tiebreak (ATP 2025)

Siege des besser Platzierten (ATP 2000 bis 2017)

Hartplatz

23,8

22

40,1 Prozent

67,3 Prozent

Sand

23,1

22

31,1 Prozent

66,1 Prozent

Rasen

24,7

23

45,5 Prozent

66,0 Prozent

In den 1.994 ausgewerteten ATP-Partien der Saison 2025 lagen zwischen Sand und Rasen im Mittel gut eineinhalb Spiele pro Partie. Auf Rasen hatte fast jede zweite Partie mindestens einen Tiebreak, auf Sand knapp jede dritte. Der Median liegt auf jedem Belag unter dem Mittel, weil einzelne lange Partien den Schnitt anheben: Die Hälfte aller Partien auf Hartplatz endete mit 22 Spielen oder weniger. Eine Tennis Wetten Strategie, die den Belag berücksichtigt, setzt deshalb bei Over/Under auf die Zahl der Spiele und bei der Wette auf einen Tiebreak an. Bei der Frage, wer gewinnt, verschiebt der Belag die Chancen des besser platzierten Spielers nur um gut einen Prozentpunkt, von 67,3 Prozent Siegen auf Hartplatz bis 66,0 Prozent auf Rasen.

Grand Slams: Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open

Die vier Grand Slams folgen denselben Grundregeln. Jedes Einzel hat 128 Plätze im Hauptfeld, die Herren spielen über drei, die Damen über zwei Gewinnsätze. Steht es im Entscheidungssatz 6:6, entscheidet seit 2022 bei allen vier Turnieren ein Tiebreak bis zehn Punkte mit mindestens zwei Punkten Vorsprung. Gesetzt wird nach der Weltrangliste von etwa sieben Tagen vor Turnierbeginn, und die Gesetzten bekommen in der Auslosung bevorzugte Positionen. Für die Wette auf den Turniersieger, eine Langzeitwette über zwei Wochen, gibt die Setzliste damit die erste Rangfolge des Feldes vor. Was die vier Turniere voneinander unterscheidet, sind Belag, Spielplan und einige Zahlen, in denen sich jeweils eines von den anderen abhebt.

Turnier

Ort

Belag

Lage im Jahr

Siegprämie im Einzel 2026

Australian Open

Melbourne

Hartplatz

Januar

4,1 Millionen australische Dollar

French Open

Paris

Sand

Ende Mai bis Anfang Juni

2,8 Millionen Euro

Wimbledon

London

Rasen

Ende Juni bis Anfang Juli

3,6 Millionen Pfund

US Open

New York

Hartplatz

Ende August bis Anfang September

5,5 Millionen Dollar

Australian Open

Die Saison der Grand Slams beginnt auf Hartplatz in Melbourne, 2026 vom 18. Januar bis 1. Februar. Die Rod Laver Arena hat ein Dach, und das Endspiel der Damen 2026 lief unter geschlossenem Dach. Mit 4,1 Millionen australischen Dollar für den Sieg im Einzel zahlte das Turnier 2026 so viel wie nie zuvor.

Das Endspiel der Herren beendete 2026 eine lange Serie: Novak Djokovic hatte alle zehn Endspiele gewonnen, die er dort erreicht hatte, bis Carlos Alcaraz ihn mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5 schlug und seinen ersten Titel in Melbourne holte. Bei den Damen gewann die an Position fünf gesetzte Elena Rybakina mit 6:4, 4:6, 6:4 gegen die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka, die zum vierten Mal in Folge im Endspiel von Melbourne stand. Wer bei den Herren der Bilanz und bei den Damen der Setzliste gefolgt war, lag 2026 in beiden Endspielen falsch.

Aus Melbourne stammt auch ein Rekord der ersten Runde: 2004 schieden dort 13 Gesetzte schon in ihrer ersten Partie aus, so viele wie bei keinem anderen Grand Slam, bis Wimbledon 2025 den Wert mit 13 von 32 Gesetzten im Herreneinzel einstellte. Für die Wette auf den Turniersieger heißt das: Die Setzliste ordnet das Feld zu Beginn, doch in Wimbledon 2025 war nach der ersten Runde schon mehr als ein Drittel der gesetzten Herren ausgeschieden.

French Open

In Paris wird auf Sand gespielt, das Hauptfeld 2026 lief vom 24. Mai bis 7. Juni. Die Siegerin im Einzel erhielt 2,8 Millionen Euro. Rekordsieger des Herreneinzels ist Rafael Nadal mit 14 Titeln: Zwischen 2005 und 2024 erreichte er vierzehn Endspiele in Paris und gewann alle.

Unter den drei Grand Slams, die eine Studie zum Herreneinzel 2025 von der Runde der letzten 32 an verglichen hat, begünstigt Paris den Rückschläger am deutlichsten. Die Sieger einer Partie gewannen dort 43,80 Prozent der Punkte bei gegnerischem Aufschlag, in Wimbledon 38,87 und in Melbourne 37,81 Prozent. Für Wetten auf das erste Break oder auf die Zahl der Spiele ist das der Wert, der Paris von London und Melbourne trennt.

Die Endspiele der Herren 2025 und 2026 gingen beide über fünf Sätze. 2025 lag Carlos Alcaraz gegen Jannik Sinner nach Sätzen 0:2 zurück, wehrte drei Matchbälle ab und gewann mit 4:6, 6:7, 6:4, 7:6, 7:6; nach einem solchen Rückstand holt bei den Grand Slams nur etwa jeder siebzehnte Spieler die Partie noch. 2026 schlug der an Position zwei gesetzte Alexander Zverev den an Position zehn gesetzten Flavio Cobolli mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7, 6:1. Bei den Damen gewann die an Position acht gesetzte Mirra Andreeva mit 6:3, 6:2 gegen die Qualifikantin Maja Chwalinska. Chwalinska war als Nummer 114 der Weltrangliste nach Paris gekommen, 60 Plätze hinter der bis dahin am schlechtesten platzierten Finalistin von Roland Garros, Iga Swiatek, die 2020 als Nummer 54 gewann.

Wimbledon

In London wird auf Rasen gespielt, von Ende Juni bis Anfang Juli, und Sieger wie Siegerin im Einzel erhielten 2026 je 3,6 Millionen Pfund. Seit 2022 gibt es auch am mittleren Sonntag Partien, das Turnier hat damit 14 Spieltage; bis dahin war Wimbledon das einzige Grand Slam mit einem Ruhetag innerhalb der zwei Wochen. Die Setzliste der Herren folgt seit 2021 allein der Weltrangliste, von 2002 bis 2020 hatte eine eigene Formel Punkte aus Turnieren auf Rasen zusätzlich gezählt. Bei den Damen folgt sie der WTA-Rangliste, der All England Club darf innerhalb der 32 Gesetzten aber verschieben, wenn sein Komitee das für ein ausgeglichenes Feld für nötig hält.

Bei Wimbledon Wetten auf die Zahl der Asse zeigt sich der Rasen am deutlichsten. Die Sieger einer Partie im Herreneinzel schlugen 2025 in Wimbledon im Schnitt 11,65 Asse, bei den Australian Open 9,68 und bei den French Open 6,40. Die Verlierer kamen in London auf 10,19 Asse, zusammen fielen also fast 22 Asse pro Partie.

2026 verteidigte Jannik Sinner seinen Titel mit 6:7, 7:6, 6:3, 6:4 gegen Alexander Zverev und gewann zum zweiten Mal in Wimbledon. Bei den Damen schlug die an Position neun gesetzte Linda Noskova Karolina Muchova mit 6:2, 5:7, 6:3. Während bei den Herren der Titelverteidiger erneut gewann, war Noskova die zehnte verschiedene Siegerin in zehn Jahren; der Titel der Damen ging also jedes Mal an eine andere Spielerin. Rekordsieger der Herren seit 2000 ist Roger Federer mit acht Titeln, gewonnen 2003 bis 2007, 2009, 2012 und 2017; Novak Djokovic folgt mit sieben.

US Open

Die US Open schließen die Saison der Grand Slams auf Hartplatz in New York ab, 2026 vom 30. August bis 13. September. Die Auslosung des Dameneinzels mit 128 Plätzen war für Donnerstag, den 27. August angesetzt, drei Tage vor der ersten Runde. Erst mit ihr steht fest, auf wen ein Favorit in den ersten Runden treffen kann. Der Tiebreak, auf den heute eigene Wetten zielen, wurde 1970 bei den US Open erstmals erprobt und 1974 als alternative Zählweise anerkannt.

Aryna Sabalenka ging 2026 als Nummer eins der Setzliste und zweimalige Titelverteidigerin ins Turnier. Sie stand zum vierten Mal in Folge im Endspiel von New York und war als erste Person der Open Era, Frau oder Mann, im achten Grand-Slam-Endspiel in Folge auf Hartplatz. Elena Rybakina gewann es mit 6:4, 5:7, 6:2. Damit hat Rybakina Sabalenka in allen drei Endspielen geschlagen, die die beiden zwischen den WTA Finals 2025 und den US Open 2026 bei Grand Slams und Finals bestritten. Für die Wette auf die Turniersiegerin sagt dieser direkte Vergleich mehr über das Duell der beiden als Platz eins der Setzliste.

Bei den Herren schlug der an Position eins gesetzte Alexander Zverev den an Position acht gesetzten Ben Shelton mit 6:3, 7:6, 5:7, 6:2 und holte nach den French Open desselben Jahres seinen zweiten Grand-Slam-Titel. Rekordsieger der Open Era sind bei den Herren Jimmy Connors, Pete Sampras und Roger Federer mit je fünf Titeln, bei den Damen Chris Evert und Serena Williams mit je sechs. Insgesamt schüttete das Turnier 108 Millionen Dollar aus; neben den 5,5 Millionen für die Siegerin im Einzel erhielt die Finalistin 2,8 Millionen.

ATP Finals und WTA Finals: Gruppenphase und Halbfinale

Bei den ATP Finals und den WTA Finals treten die acht besten Einzelspieler beziehungsweise Einzelspielerinnen der Saison an. Sie werden auf zwei Vierergruppen verteilt, in denen jeder gegen jeden spielt, also drei Partien bestreitet. Die zwei Besten jeder Gruppe erreichen das Halbfinale, dessen Sieger das Endspiel bestreiten. Anders als bei den Grand Slams bedeutet eine Niederlage hier noch nicht das Aus: Wer das erste Gruppenspiel verliert, kann mit zwei Siegen trotzdem ins Halbfinale kommen. Für die Wette auf den Turniersieger zählt deshalb die Bilanz aus drei Partien.

Jannik Sinner gewann die ATP Finals 2025 in Turin mit fünf Siegen aus fünf Partien, schlug Carlos Alcaraz im Endspiel mit 7:6, 7:5 und baute seine Serie in der Halle auf 31 Siege aus. Elena Rybakina gewann die WTA Finals 2025 in Riad mit 6:3, 7:6 gegen Aryna Sabalenka und erhielt mit 5,235 Millionen Dollar die bis dahin höchste Siegprämie. Für Wetten auf Turniere in der Halle, etwa das Masters in Paris, ist Sinners Serie ein Anhaltspunkt, den die Weltrangliste allein nicht zeigt.

Masters 1000 und WTA 1000 nach Belag

Die ATP führt neun Masters-1000-Turniere: Indian Wells, Miami, Monte-Carlo, Madrid, Rom, das jährlich zwischen Montreal und Toronto wechselnde Turnier in Kanada, Cincinnati, Shanghai und Paris. Die WTA führt zehn Turniere der Kategorie WTA 1000. Jeder Titel bringt 1000 Punkte. Bei acht der neun Turniere der ATP gilt für die Spitzenspieler Teilnahmepflicht; Monte-Carlo ist das einzige ohne, dort kann also auch ein Favorit fehlen. Das Einzel eines Masters-1000-Turniers hat 96 Plätze, im Freien alternativ 56 und in der Halle 48. Shanghai spielt mit 96 Plätzen auf Hartplatz, Paris mit 56 Plätzen auf Hartplatz in der Halle. Gespielt wird durchgehend über zwei Gewinnsätze. Auf Rasen findet bei Herren und Damen kein Turnier dieser Stufe statt, vor Wimbledon gibt es also keinen 1000er-Titel auf demselben Belag.

Belag

ATP Masters 1000

WTA 1000

Hartplatz

Indian Wells, Miami, Kanada, Cincinnati, Shanghai, Paris (Halle)

Doha, Dubai, Indian Wells, Miami, Kanada, Cincinnati, Peking, Wuhan

Sand

Monte-Carlo, Madrid, Rom

Madrid, Rom

2026 gewann Jannik Sinner nacheinander Indian Wells, Miami, Monte-Carlo, Madrid und Rom, fünf Titel in Folge über zwei Gewinnsätze auf Hartplatz und Sand. Den Titel bei den French Open, über drei Gewinnsätze auf demselben Sand, holte danach Alexander Zverev. Die beiden Turniere auf Hartplatz im August gingen an Ben Shelton in Montreal und Arthur Fils in Cincinnati. Shelton kam als Sieger von Montreal nach New York und erreichte dort das Endspiel.

Davis Cup und Billie Jean King Cup

Die beiden Teamwettbewerbe laufen in ihrer Finalrunde nach demselben Muster: Acht Nationen spielen Viertelfinale, Halbfinale und Endspiel, jede Begegnung besteht aus zwei Einzeln und einem Doppel an einem Tag, und jede Partie geht über zwei Gewinnsätze. Weil zwei Siege reichen, ist eine Begegnung nach den beiden Einzeln entschieden, wenn eine Nation beide gewinnt, und genau so holte Italien 2025 beide Titel. Im Davis Cup gewann Italien das Endspiel in der SuperTennis Arena in Bologna, in der Halle auf Hartplatz, mit 2:0 gegen Spanien, mit einem Kader aus Flavio Cobolli, Lorenzo Sonego, Matteo Berrettini, Andrea Vavassori und Simone Bolelli. Im Billie Jean King Cup schlug Italien die USA ebenfalls mit 2:0. Für eine Wette auf den Sieger einer Begegnung zählen deshalb vor allem die beiden Einzel; das Doppel entscheidet nur, wenn es nach den Einzeln 1:1 steht.

Rekorde, Serien und Überraschungssieger im Tennis

Im Herreneinzel der Open Era führt Novak Djokovic mit 24 Grand-Slam-Titeln vor Rafael Nadal mit 22 und Roger Federer mit 20. Nach Djokovics Titel bei den US Open 2023 gingen die folgenden neun Grand Slams bis einschließlich der Australian Open 2026 an Carlos Alcaraz oder Jannik Sinner. Wer in dieser Zeit auf den Turniersieger eines Grand Slams wettete, hatte mit zwei Namen alle Titel abgedeckt. 2026 gingen dann zwei der vier Grand Slams an einen dritten Spieler, Alexander Zverev in Paris und New York.

Bei den Damen hält Serena Williams mit 23 Grand-Slam-Titeln im Einzel den Rekord der Open Era, über alle Zeiten liegt Margaret Court mit 24 vorn. Die längsten Siegesserien der Open Era stammen aus den Jahren 1977 und 1984: Guillermo Vilas gewann nach Wimbledon 46 Partien in Folge, bis Ilie Nastase ihn im September in Aix-en-Provence stoppte, und Martina Navratilova gewann 74 Partien in Folge, bis Helena Suková sie im Halbfinale der Australian Open schlug.

Titel von weit hinten in der Rangliste sind bei den Grand Slams so selten, dass die bekanntesten Fälle Premieren der Open Era sind. Emma Raducanu kam bei den US Open 2021 als Nummer 150 der Welt über drei Partien der Qualifikation ins Hauptfeld, gewann den Titel ohne Satzverlust und war die erste Person aus der Qualifikation, die in der Open Era ein Grand Slam gewann. Markéta Vondroušová gewann Wimbledon 2023 als Nummer 42 der Weltrangliste mit 6:4, 6:4 gegen die an Position sechs gesetzte Ons Jabeur und war die erste ungesetzte Siegerin in Wimbledon in der Open Era. Maja Chwalinska kam 2026 in Paris aus der Qualifikation bis ins Endspiel. Alle drei Fälle stammen aus dem Dameneinzel, also aus Partien über zwei Gewinnsätze, in denen ein schwacher Satz die Favoritin schneller die ganze Partie kostet.

Zwei Rekorde zeigen, wie die Zählweise im Tennis wirkt. John Isner schlug Nicolas Mahut in der ersten Runde von Wimbledon 2010 mit 6:4, 3:6, 6:7, 7:6, 70:68, nach 11 Stunden und 5 Minuten, verteilt auf drei Tage, die längste Partie der Geschichte. Mahut gewann dabei 502 Punkte, Isner nur 478, und trotzdem ging das Match an Isner, weil Tennis nach Spielen und Sätzen zählt. Seit dem Tiebreak bis zehn Punkte bei 6:6 im Entscheidungssatz endet ein fünfter Satz bei den Grand Slams spätestens mit 7:6, und damit hat auch die Zahl der Spiele einer Partie eine feste Obergrenze: fünf Sätze zu je höchstens 13 Spielen ergeben 65. Wie lang ein solcher Tiebreak werden kann, zeigte Anna Blinkova in der zweiten Runde der Australian Open 2024: Sie gewann den Tiebreak des Entscheidungssatzes gegen Elena Rybakina mit 22:20 und die Partie mit 6:4, 4:6, 7:6, der längste Tiebreak im Dameneinzel eines Grand Slams.

Welche Wettarten gibt es bei Tennis Wetten?

Die Matchwette ist bei Tennis Wetten die Grundform mit zwei Ausgängen. Satzwetten richten sich auf den Sieger eines einzelnen Satzes, auf das genaue Satzergebnis oder auf die Zahl der Sätze. Beim genauen Satzergebnis wählst du über zwei Gewinnsätze aus vier Ausgängen, über drei Gewinnsätze aus sechs, was die Wette im Herreneinzel der Grand Slams deutlich schwerer macht. Bei der Zahl der Sätze ist die Verteilung bei den Grand Slams bekannt: Knapp die Hälfte der Partien im Herreneinzel endet in drei Sätzen, knapp jede fünfte geht über fünf.

Beim Handicap bekommt ein Spieler eine Vorgabe in Sätzen oder in Spielen, die zu seinem Ergebnis gezählt wird. Over/Under läuft auf die Zahl der Spiele. Eine regulär beendete Partie über zwei Gewinnsätze hat mindestens zwölf Spiele, also 6:0, 6:0; über drei Gewinnsätze sind es mindestens achtzehn. Ein Satz mit Tiebreak endet 7:6 und zählt damit 13 Spiele. Der Tiebreak beginnt bei 6:6, und gewonnen hat ihn, wer zuerst sieben Punkte mit zwei Punkten Vorsprung erreicht. Auf der ATP Tour endet etwa jeder fünfte Satz im Einzel mit einem Tiebreak, auf der WTA Tour nur etwa jeder achte. Für eine Wette auf einen Tiebreak zählt damit neben dem Belag auch die Tour.

Welche Wetten an einer einzelnen Partie zusammenkommen, zeigt das Wettangebot eines Wettanbieters zu einer ATP-Partie. Vor Spielbeginn standen dort unter anderem die Siegwette, Handicap auf Sätze und auf Spiele, die Zahl der Sätze, das genaue Satzergebnis, Over/Under auf Spiele, Asse, Doppelfehler, das erste Break und Wetten auf einzelne Sätze zur Wahl. Derselbe Wettanbieter führte Wetten auf den Turniersieger für alle vier Grand Slams, getrennt nach Herren und Damen.

Live-Wetten im Tennis: Aufschlag, Break und erster Satz

Bei Tenniswetten während der Partie hängt viel am Aufschlag: In der Live-Wette zählt, wie sicher ein Spieler seine Aufschlagspiele gewinnt und wie oft ihm ein Break gelingt. Im Herreneinzel von Wimbledon und den US Open der Jahre 2016 bis 2020 gewann der Aufschläger 64,8 Prozent aller Punkte bei eigenem Aufschlag, nach einem erfolgreichen ersten Aufschlag 73,2 Prozent und nach einem erfolgreichen zweiten 57,2 Prozent. Bringt ein Spieler viele erste Aufschläge ins Feld, gewinnt er also einen deutlich größeren Teil seiner Punkte bei eigenem Aufschlag; jeder Punkt über den zweiten Aufschlag geht um 16 Prozentpunkte seltener an ihn als ein Punkt nach einem ersten.

Ein Break, also ein gewonnenes Aufschlagspiel des Gegners, wiegt je nach Tour und Belag unterschiedlich schwer. Eine durchschnittliche Spielerin aus den Top 50 der WTA gewann 35,5 Prozent der Aufschlagspiele ihrer Gegnerinnen, und wer bei gegnerischem Aufschlag so gut spielt wie der Durchschnitt der WTA Tour, schafft etwa vier Breaks pro Partie. Dort gehört ein Break zum gewöhnlichen Verlauf eines Satzes. Auf Rasen im Herreneinzel, wo selbst Alcaraz nur gut jedes vierte gegnerische Aufschlagspiel gewinnt, verschiebt ein einzelnes Break die Lage im Satz dagegen stark. Ein gehaltenes Aufschlagspiel ist der Normalfall und bewegt wenig; ein Break bewegt umso mehr, je seltener Breaks auf dem jeweiligen Belag und in der jeweiligen Tour vorkommen.

Nach dem ersten Satz hilft das Satzergebnis bei der Einschätzung. Von den Spielerinnen, die auf der WTA Tour zwischen 2000 und März 2021 den ersten Satz verloren hatten, gewannen 16,8 Prozent trotzdem die Partie. Nach einem 6:7 waren es 22,7 Prozent, nach einem 0:6 nur 7,5 Prozent. Nach einem knappen Tiebreak lag die Chance auf den Matchsieg also etwa dreimal so hoch wie nach einem glatten Satzverlust. Auf der ATP Tour gewannen Spieler mit mindestens 100 Partien nach verlorenem ersten Satz in den Jahren 1991 bis 2020 noch 21,7 Prozent ihrer Partien, etwa jede fünfte.

Häufige Fragen zu Tennis Wetten

Wie viele Sätze hat ein Tennismatch?

Ein Match geht über zwei oder drei Gewinnsätze, dauert also höchstens drei oder höchstens fünf Sätze. Drei Gewinnsätze gibt es nur im Hauptfeld des Herreneinzels der vier Grand Slams; das Dameneinzel dort, alle Einzelpartien der ATP und WTA Tour samt den Finals und die Partien von Davis Cup und Billie Jean King Cup laufen über zwei. Einen Satz gewinnt, wer zuerst sechs Spiele mit zwei Spielen Vorsprung holt, bei 6:6 entscheidet ein Tiebreak.

Was ist ein Break im Tennis?

Ein Break ist ein gewonnenes Aufschlagspiel des Gegners. Wie oft es vorkommt, hängt an Tour und Belag: Wer bei gegnerischem Aufschlag so gut spielt wie der Durchschnitt der WTA Tour, schafft etwa vier Breaks pro Partie. Im Herreneinzel auf Rasen gewinnt dagegen selbst Carlos Alcaraz, der beste Rückschläger unter den aktiven Spielern auf diesem Belag, nur 26,51 Prozent der Aufschlagspiele seiner Gegner.

Kann man auf den Sieger von Wimbledon wetten?

Ja, als Langzeitwette auf den Turniersieger. Ein Wettanbieter führte solche Wetten für alle vier Grand Slams, getrennt nach Herren und Damen. Im Dameneinzel gab es in Wimbledon zuletzt keine Wiederholung: Linda Noskova war 2026 die zehnte verschiedene Siegerin in zehn Jahren, während bei den Herren Jannik Sinner seinen Titel verteidigte.

Wie viele Turniere spielen ATP und WTA in einer Saison?

Im ATP-Kalender 2026 stehen 65 Turniere zwischen dem 2. Januar und dem 20. Dezember, darunter neben den Grand Slams, den ATP Finals und den 1000er-Turnieren auch die Next Gen ATP Finals, sechzehn Turniere der Stufe ATP 500 und neunundzwanzig der Stufe ATP 250. Die WTA kommt einschließlich Billie Jean King Cup und United Cup auf 57 Turniere, davon zehn der Stufe WTA 1000, siebzehn WTA 500 und zweiundzwanzig WTA 250.

Geschrieben vonKarina NovakovaVeröffentlicht am 24.09.2026

Weiterlesen