Wer bei Tennis Wetten auf ein 3:1 nach Sätzen tippt, sollte vorher wissen, ob es dieses Ergebnis in seiner Partie überhaupt geben kann. Drei Sätze muss ein Spieler nur im Hauptfeld des Herreneinzels der vier größten Turniere gewinnen. Im Dameneinzel, in jedem Doppel und in jeder Partie auf der ATP Tour und bei der WTA reichen zwei, und weiter als bis 2:1 kommt so eine Partie nicht.
Daran hängt fast alles: wer einen bestimmten Satz gewinnt, wie hoch er ihn gewinnt und wie lang er wird. Für jede dieser Fragen gibt es bei Tennis Wetten eine eigene Wette, und für die meisten gibt es Zahlen, die sie tragen. Ich nenne zu jeder Zahl die Tour, den Zeitraum und die Stichprobe, aus der sie stammt. Wo keine belastbare Auswertung existiert, sage ich das, statt zu schätzen.
Über wie viele Sätze läuft deine Partie?
Tennis zählt auf vier Ebenen, und auf jeder sitzt eine eigene Wettart. Punkt, Game, Satz und Match. Welche dieser Ebenen deine Auswahl meint, entscheidet, was du überhaupt richtig tippen musst. Für eine Satzwette brauchst du die mittleren beiden genau, den Rest nur als Rahmen.
Ein Game wird Love, 15, 30, 40 und Game gezählt und verlangt damit mindestens vier gewonnene Punkte. Haben beide Seiten drei Punkte, steht es Deuce, danach führt Advantage, und nach Deuce sind zwei Punkte in Folge nötig. Ein Satz geht an den, der zuerst sechs Games mit zwei Games Vorsprung erreicht. Bei sechs Games auf beiden Seiten entscheidet ein Tiebreak, den gewinnt, wer zuerst sieben Punkte mit zwei Punkten Vorsprung erreicht. So steht es in den Rules of Tennis der International Tennis Federation in der Fassung von 2026.
Auf der Matchebene sieht das Regelwerk beide Formate vor, zwei Satzgewinne oder drei. Welches gilt, legt der Veranstalter fest, und genau da entsteht der Unterschied, der deine Wette betrifft. Das Grand Slam Board schreibt für die vier größten Turniere drei Gewinnsätze allein im Hauptfeld des Herreneinzels vor; Dameneinzel, alle Doppel und die Qualifikation laufen dort über zwei. Auf der ATP Tour und der ATP Challenger Tour gehen sämtliche Einzelpartien einschließlich der Endspiele über zwei Gewinnsätze, bei der WTA ebenso, in Hauptfeld und Qualifikation.
Im Doppel von ATP und WTA kommt eine zweite Abweichung dazu. Bei einem Satz zu einem Satz ersetzt ein Match-Tiebreak über zehn Punkte den Entscheidungssatz vollständig, und die Games werden ohne Vorteilspunkt entschieden. Ein dritter Satz ist dort also kein Satz, sondern ein einzelner Tiebreak. Bei den vier größten Turnieren dagegen wird der Entscheidungssatz regulär gespielt und erst bei sechs Games auf beiden Seiten in einem Tiebreak über zehn Punkte entschieden. Das Grand Slam Board hat diese Regelung am 16. März 2022 gemeinsam für alle vier Turniere bekannt gegeben, erstmals angewendet wurde sie bei den French Open desselben Jahres, und sie gilt für Qualifikation, Herren- und Dameneinzel sowie Herren- und Damendoppel.
| Konkurrenz | Gewinnsätze | Entscheidungssatz |
|---|---|---|
| Herreneinzel im Hauptfeld der vier größten Turniere | drei | regulär gespielt, bei sechs Games auf beiden Seiten Tiebreak über zehn Punkte |
| Dameneinzel, Doppel und Qualifikation der vier größten Turniere | zwei | regulär gespielt, bei sechs Games auf beiden Seiten Tiebreak über zehn Punkte |
| Einzel auf ATP Tour und ATP Challenger Tour | zwei | regulärer Satz, bei sechs Games auf beiden Seiten Tiebreak über sieben Punkte |
| Doppel auf ATP Tour und ATP Challenger Tour | zwei Sätze | Match-Tiebreak über zehn Punkte statt drittem Satz, Games ohne Vorteilspunkt |
| Einzel bei WTA-Turnieren, Hauptfeld und Qualifikation | zwei | regulärer Satz, bei sechs Games auf beiden Seiten Tiebreak über sieben Punkte |
| Doppel im Hauptfeld der WTA | zwei Sätze ohne Vorteilspunkt | Match-Tiebreak über zehn Punkte als dritter Satz |
| Finalrunde der beiden Länderwettbewerbe | zwei | regulärer Satz, auch im Doppel mit Vorteilszählung |
Die praktische Folge steht damit fest, bevor du dich für eine Satzwette entscheidest. Ob sie gegen zwei oder gegen drei Gewinnsätze läuft und ob ein dritter Satz überhaupt ein voller Satz ist, hängt an der Konkurrenz und nie an der Wettart.
Die vier großen Turniere: Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open
Vier Turniere ordnen das Tennisjahr, jedes über zwei Wochen und jedes auf seinem Belag. Die Australian Open stehen im Januar auf Hartplatz, die French Open von Ende Mai bis Anfang Juni auf Sand, Wimbledon von Ende Juni bis Anfang Juli auf Rasen, die US Open von Ende August bis Anfang September auf Hartplatz. Zwei der vier werden also auf Hartplatz gespielt, eines auf Sand und eines auf Rasen. Sie sind die vier wichtigsten jährlichen Profiturniere, weil sie die meisten Weltranglistenpunkte vergeben und das stärkste und größte Teilnehmerfeld versammeln. Das Einzelfeld umfasst dort höchstens 128 Plätze, das Doppelfeld höchstens 64 Paarungen, und weil sich ein Feld dieser Größe siebenmal halbiert, sind bis zum Titel sieben Runden zu gewinnen.
| Turnier | Zeit im Jahr | Belag | Dauer |
|---|---|---|---|
| Australian Open | Januar | Hartplatz | zwei Wochen |
| French Open | Ende Mai bis Anfang Juni | Sand | zwei Wochen |
| Wimbledon | Ende Juni bis Anfang Juli | Rasen | zwei Wochen |
| US Open | Ende August bis Anfang September | Hartplatz | zwei Wochen |
Was zwischen den vier großen Turnieren gespielt wird
Die oberste Herrenserie unterhalb dieser vier besteht seit 1990 und umfasst neun Turniere: Indian Wells Open, Miami Open, Monte-Carlo Masters, Madrid Open, Italian Open in Rom, Canadian Open mit jährlichem Wechsel zwischen Montreal und Toronto, Cincinnati Open, Shanghai Masters und Paris Masters. Acht davon tragen eine Teilnahmepflicht für die Spitzenspieler, allein der Monte-Carlo Masters nicht. In diesen acht Wochen siehst du deshalb ein vollständig besetztes Feld, und ein Sieg in zwei Sätzen gegen einen Gegner aus den hinteren Rängen der Setzliste ist etwas anderes als derselbe Sieg in einer kleinen Turnierwoche.
Die oberste Damenserie umfasste in der Saison 2026 zehn Turniere, nämlich Qatar Open in Doha, Dubai Tennis Championships in Dubai, Indian Wells Open, Miami Open in Miami Gardens, Madrid Open in Madrid, Italian Open in Rom, Canadian Open in Toronto, Cincinnati Open in Mason, China Open in Peking und Wuhan Open in Wuhan. Bis auf Madrid und Rom, die auf Sand gespielt werden, stand diese Serie in jener Saison auf Hartplatz.
Am Saisonende stehen die beiden Abschlussturniere. Bei beiden treten die acht bestplatzierten Einzelspieler und die acht bestplatzierten Doppelpaarungen der Saison an, aufgeteilt in zwei Gruppen zu vier mit je drei Partien im Rundenturnier; die zwei Besten jeder Gruppe erreichen das Halbfinale, die beiden Halbfinalsieger das Endspiel. Dazu kommen die beiden Länderwettbewerbe, deren Finalrunde mit acht Nationen im Viertelfinale beginnt und über das Halbfinale zum Endspiel führt. Eine Begegnung besteht dort aus zwei Einzeln und einem Doppel an einem Tag.
Die Herrensaison 2026 läuft vom 2. Januar bis zum 20. Dezember und führt 65 Turniere, die Damensaison endet schon am 22. November und kommt auf 57. Auffällig schmal ist darin der Rasenabschnitt. Im Herrenkalender stehen sieben Rasenturniere in vier aufeinanderfolgenden Startwochen: ab dem 8. Juni Stuttgart und Rosmalen, ab dem 15. Juni Halle und der Queen’s Club, ab dem 22. Juni Mallorca und Eastbourne, ab dem 29. Juni Wimbledon. Diese Zählung gilt für den Kalender der obersten Herrenserie; Rasenturniere der Challenger- und der Einstiegsebene sind darin nicht enthalten. Der weit größere Teil deiner Wetten fällt damit auf Hartplatz und Sand, und Rasen ist ein Fenster von wenigen Wochen.
Woran du erkennst, wie stark ein Turnierfeld im Tennis besetzt ist
Die Punktzahl, die ein Turniersieg für die Weltrangliste bringt, ist der bequemste Maßstab dafür, wie viel für einen Spieler an dieser Woche hängt. Zwischen den 2000 Punkten der vier größten Turniere und den 15 Punkten der untersten Ebene liegt der Unterschied zwischen einem Weltklassefeld und einem Feld, über das kaum verwertbare Vergleichswerte vorliegen. Für eine Satzwette ist das der Punkt, an dem die Zahlen aus den folgenden Abschnitten anfangen zu tragen oder eben nicht.
| Ebene | Siegerpunkte Herren | Siegerpunkte Damen | Einzelfeld | Turniere je Saison |
|---|---|---|---|---|
| die vier größten Turniere | 2000 | 2000 | höchstens 128 | 4 (2026) |
| Saisonabschlussturnier | höchstens 1500 | höchstens 1500 | 8 Teilnehmer | 1 |
| oberste Serie | 1000 | 1000 | Herren 96, im Freien 56, in der Halle 48; Damen 96 oder 56 | Herren 9, Damen 10 (2026) |
| 500er-Ebene | 500 | 500 | Mindestfeld 32 | Herren 16, Damen 17 (2026) |
| 250er-Ebene | 250 | 250 | Mindestfeld 28 | Herren 29, Damen 22 (2026) |
| 125er-Ebene der Damen | keine | 125 | keine Angabe | im Kalender nicht ausgewiesen |
| Challenger-Ebene der Herren | 175, 125, 100, 75, 50 | keine | keine Angabe | 254 (2026) |
| Einstiegsebene | 25 und 15 | 100, 75, 50, 35 und 15 | keine Angabe | 1.200 im Jahr 2024 |
Die Punkte für das Saisonabschlussturnier gelten für einen Sieger, der das Turnier ohne Niederlage durchspielt; wer auf dem Weg zum Titel eine Gruppenpartie verliert, kommt entsprechend niedriger heraus. Bei den vier größten Turnieren bekommt der Finalist 1300 Punkte, im Herrenfeld der Halbfinalist 800 und der Viertelfinalist 400, im Damenfeld 780 und 430.
Der Unterbau ist ein Vielfaches der Spitze. Die Challenger-Ebene der Herren führte in der Saison 2026 allein 254 Turniere: sechs Challenger 175, neununddreißig Challenger 125, dreiunddreißig Challenger 100, hundertdrei Challenger 75 und dreiundsiebzig Challenger 50. Auf der Einstiegsebene beider Geschlechter wurden im Jahr 2024 insgesamt 1.200 Turniere in 72 Gastgeberländern ausgetragen, 598 bei den Herren und 602 bei den Damen, und daran nahmen 10.979 Spieler und Spielerinnen teil. Diese Zahl ist eine Jahresbilanz für 2024, keine Kalenderplanung für 2026. Auf eine Handvoll Wochen mit vierstelligen Punktzahlen kommen also mehrere Hundert Turniere, in denen es um zweistellige Punktzahlen geht. Genau dort triffst du auf Namen, zu denen kaum belastbare Zahlen vorliegen, und genau dort verlieren die Verteilungen aus den nächsten Abschnitten ihren Boden, denn sie sind auf Tourebene und bei den vier größten Turnieren erhoben.
Welche Satzwette im Tennis zu deiner Einschätzung passt
Vier Satzwetten stehen zur Wahl, und sie verlangen Unterschiedliches von dir. Der Satzsieger will nur den Ausgang eines benannten Satzes, das genaue Satzergebnis zusätzlich dessen Höhe, das Satzhandicap einen Sieg mit einer Mindesthöhe, und die Games eines Satzes wollen überhaupt keinen Sieger, sondern eine Länge. Wer die vier durcheinanderbringt, wettet auf etwas anderes, als er glaubt.
Der Satzsieger bezieht sich auf einen benannten Satz und ist mit dem Ende dieses Satzes entschieden. Wer den ersten Satz richtig tippt, hat gewonnen, auch wenn sein Spieler die Partie danach noch verliert. Das ist die einzige der vier Wetten, die vor dem Ende der Partie abgerechnet ist, und sie ist deshalb auch die einzige, für die die Zahlen zum Eröffnungssatz weiter unten unmittelbar etwas hergeben.
Das genaue Satzergebnis verlangt zusätzlich die Höhe und hat je Format eine feste, kleine Zahl möglicher Ausgänge. Über zwei Gewinnsätze sind es vier, nämlich 2:0, 0:2, 2:1 und 1:2. Über drei Gewinnsätze sind es sechs, nämlich 3:0, 0:3, 3:1, 1:3, 3:2 und 2:3. Mehr gibt es nicht, weil aus zwei nötigen Satzgewinnen je Seite genau zwei Endstände folgen und aus drei nötigen je Seite genau drei.
Das Satzhandicap verschiebt den Satzstand vor Beginn der Partie und ergibt sich deshalb aus derselben kurzen Liste. Über zwei Gewinnsätze trifft ein Handicap von minus eineinhalb Sätzen allein auf 2:0 zu, plus eineinhalb Sätze auf jeden Ausgang außer 0:2. Über drei Gewinnsätze trifft minus eineinhalb auf 3:0 und 3:1 zu, minus zweieinhalb allein auf 3:0, und plus zweieinhalb schließt allein das 0:3 aus. Wenn du das einmal durchgezählt hast, siehst du sofort, dass ein Handicap von minus zweieinhalb im Format über drei Gewinnsätze genau eine von sechs Möglichkeiten abdeckt.
Die Games eines Satzes sind die Über/Unter Wette im Tennis. Sie vergleichen die Zahl der gespielten Games mit einer Vorgabe, und du tippst darauf, ob der Satz darüber hinausgeht oder darunter bleibt. Entschieden wird sie an der Länge des Satzes und nicht an seinem Sieger, sie läuft also noch, wenn der Satzausgang längst absehbar ist. Entscheidend ist, was sie überhaupt treffen kann: Ein regulär beendeter Satz hat genau sieben mögliche Ergebnisse, nämlich 6:0, 6:1, 6:2, 6:3, 6:4, 7:5 und 7:6. Als Gesamtzahl der Games ergibt das sechs, sieben, acht, neun, zehn, zwölf oder dreizehn. Elf Games sind in einem Satz unmöglich, weil ein 6:5 den Satz noch nicht beendet. Eine Vorgabe von zehneinhalb Games trennt damit die beiden langen Sätze 7:5 und 7:6 von allen übrigen; eine Vorgabe von elfeinhalb trennt genau dieselben Fälle und bringt dir keine zusätzliche Unterscheidung.
| Satzwette | Zählebene | Mögliche Ausgänge | Entschieden |
|---|---|---|---|
| Satzsieger | Satz | 2 je benanntem Satz | mit dem Ende dieses Satzes |
| Genaues Satzergebnis | Match | 4 über zwei Gewinnsätze, 6 über drei | mit dem Ende der Partie |
| Satzhandicap | Match | dieselben 4 beziehungsweise 6, nach Vorgabe gebündelt | mit dem Ende der Partie |
| Games eines Satzes | Game | 7 mögliche Satzergebnisse, also 6, 7, 8, 9, 10, 12 oder 13 Games | mit dem Ende dieses Satzes |
Was das Format aus deiner Satzwette macht
Jede der vier Wetten hängt an dem Format, das oben in der Tabelle steht, und zwar auf eine eigene Weise. Über zwei Gewinnsätze existiert kein dritter Satzsieger, eine Wette darauf hat also in einer Damenpartie oder in einem Doppel gar keinen Gegenstand; über drei Gewinnsätze existiert er.
Beim Entscheidungssatz musst du zwei Fälle auseinanderhalten, die beide mit einem Tiebreak über zehn Punkte zu tun haben und trotzdem verschiedene Folgen für die Games haben. Bei den vier größten Turnieren wird der Entscheidungssatz regulär gespielt und erst bei sechs Games auf beiden Seiten so entschieden. Er endet dann 7:6 und liefert dir ein reguläres Ergebnis in Games, nämlich dreizehn. Im Doppel von ATP und WTA dagegen ersetzt der Match-Tiebreak den Entscheidungssatz vollständig. Dort wird kein dritter Satz gespielt, es fallen in ihm keine Games, und eine Wette auf die Games des dritten Satzes findet nichts vor, worauf sie sich beziehen könnte.
Die sieben möglichen Satzergebnisse weiter oben gelten für den regulär gespielten Satz. Ein Entscheidungssatz, der als Tiebreak über zehn Punkte ausgetragen wird und den Satz ersetzt, fällt nicht darunter.
Was der erste Satz über den Rest der Partie verrät
Ein 6:0 und ein 6:7 sehen auf dem Wettschein beide wie ein verlorener Satz aus. Sie führen zu sehr verschiedenen Partien, und das ist die nützlichste Zahl in diesem ganzen Text.
Der Ausgangswert zuerst, für das Format über zwei Gewinnsätze. Auf der WTA-Tourebene brauchten 32,0% der Partien einen dritten Satz, 68,0% endeten also in zwei Sätzen; Grundlage sind alle Einzelpartien der Tourebene seit dem Jahr 2000. Auf der ATP-Tourebene gehen im Durchschnitt etwa 35% der Partien über drei Sätze und entsprechend etwa 65% über zwei; das ist ein Näherungswert ohne ausgewiesene Fallzahl. Über alle Partien gewann auf der WTA-Tourebene die Verliererin des ersten Satzes 16,8% der Partien.
Jetzt die Aufschlüsselung, und hier wird es für die Auswahl einer Satzwette konkret. Wie deutlich der Eröffnungssatz ausfiel, verschiebt zwei Dinge gleichzeitig, nämlich den Anteil der Partien mit einem dritten Satz und den Anteil der noch gedrehten Partien.
| Ergebnis des ersten Satzes | Partien mit drittem Satz | Verliererin gewinnt die Partie noch |
|---|---|---|
| 0:6 | 18,6% | 7,5% |
| 1:6 | 24,3% | 10,9% |
| 2:6 | 29,3% | 14,4% |
| 3:6 | 33,2% | 17,4% |
| 4:6 | 37,1% | 21,0% |
| 5:7 | 36,0% | 20,1% |
| 6:7 | 39,7% | 22,7% |
| alle Partien | 32,0% | 16,8% |
Diese Reihe stammt aus einer Auswertung aller Einzelpartien der WTA-Tourebene seit dem Jahr 2000, Auswertungsstand März 2021, über alle Beläge zusammen. Sie liegt allein für die Damentour vor. Ich beziehe sie deshalb nicht auf Herrenpartien, und wenn du sie irgendwo als allgemeine Tennisregel liest, ist das eine Übertragung, die die Daten nicht hergeben. Sie sagt außerdem nur, wie sich die Partie nach einem bestimmten Satzergebnis weiterentwickelt hat, nicht wie häufig dieses Satzergebnis überhaupt vorkommt.
Für die Herren gibt es einen eigenen Wert, und er zeigt in die Richtung, die viele nicht erwarten. Auf der ATP-Tourebene gewann ein Spieler 21,7% der Partien, in denen er den ersten Satz verloren hatte, anschließend noch in drei Sätzen. Auf Damenseite sind es über alle Partien 16,8%. Ein verlorener erster Satz ist bei den Herren also weniger endgültig als bei den Damen und nicht mehr, jedenfalls auf Tourebene über zwei Gewinnsätze. Die Herrenzahl stammt aus einer Auswertung der ATP Tour über drei Jahrzehnte. Erfasst sind alle Spieler mit mindestens 100 Partien, gezählt wurden nur Partien mit drei gespielten Sätzen, Aufgaben und Disqualifikationen sind ausgeschlossen. Getrennte Zahlen für die vier größten Turniere nennt diese Auswertung nicht. Nur drei Spieler kamen über 40%: Pete Sampras mit 41,33% aus 150 solchen Partien, Novak Djokovic mit 41,30% aus 184 und Roger Federer mit 40,17% aus 229.
Über drei Gewinnsätze sieht die Verteilung anders aus, schon weil es zwei Ausgänge mehr gibt. Im Herreneinzel der vier größten Turniere endeten 48% der Partien in genau drei Sätzen, 31% in genau vier und 19% gingen über fünf Sätze; Grundlage sind 17.269 Herreneinzelpartien dieser vier Turniere von 1990 bis Januar 2024. Am äußersten Ende steht der Rückstand von zwei Sätzen: Wer bei einem der vier größten Turniere die ersten beiden Sätze verloren hatte, gewann die Partie in 5,90% der Fälle, das sind 935 von 15.848 solchen Partien und damit etwa eine von siebzehn. Diese Zahl bezieht sich auf das Herreneinzel, und ihr Nenner ist nicht die Gesamtzahl der Partien, sondern die Zahl der Partien mit zwei Sätzen Rückstand.
Für deine Auswahl heißt das: Ein Satzsieger im zweiten Satz und ein genaues Satzergebnis von 2:0 stehen nach einem im Tiebreak entschiedenen Eröffnungssatz auf einer anderen Grundlage als nach einem 6:1. Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Wert der Tabelle liegt mehr als das Doppelte, und der Unterschied steckt in einer Information, die du nach dem ersten Satz umsonst auf der Anzeigetafel siehst.
Warum ein Tennissatz mal 6:4 und mal 7:6 endet
Im Tennis beginnt jeder Punkt mit einem Aufschlag, und wie oft ein Aufschlagspiel gehalten wird, bestimmt die Länge eines Satzes. Werden viele Aufschlagspiele abgegeben, entsteht früh ein Vorsprung von zwei Games und der Satz ist bei 6:3 oder 6:4 vorbei. Hält dagegen fast jeder sein Aufschlagspiel, laufen beide Seiten Game um Game nebeneinander her, bis bei sechs zu sechs der Tiebreak entscheidet.
Genau dieser Unterschied lässt sich zwischen den beiden Touren an Zahlen festmachen: Auf der ATP Tour endet etwa jeder fünfte Einzelsatz im Tiebreak, auf der WTA Tour etwa jeder achte. Für beide Touren liegt dieser Kennwert in derselben Form vor, und er ist damit der einzige, den du zwischen ihnen direkt vergleichen kannst.
Bei den Aufschlagzahlen dahinter wird es unsauber, wenn man sie nebeneinanderstellt, ohne die Bezugsgröße mitzunennen. Für die Damen liegt eine Quote auf der Ebene ganzer Aufschlagspiele vor: Eine durchschnittliche Spielerin der WTA-Top-50 gewann 35,5% ihrer Return-Spiele, gemessen über zweiundfünfzig Wochen bis Februar 2024 und über alle Beläge zusammen. Ein durchschnittliches Return-Spiel der WTA Tour erzeugt etwa vier Breaks pro Partie, und bei so vielen Breaks kommt ein Satz seltener bis zu sechs Games auf beiden Seiten. Für die Herren liegt dagegen eine Punktequote vor. Im Herreneinzel von Wimbledon und den US Open gewann der Aufschlagende 64,8% aller Aufschlagpunkte, nach einem erfolgreichen ersten Aufschlag 73,2% und nach einem erfolgreichen zweiten 57,2%. Grundlage sind 709 Partien aus den Jahren 2016 bis 2020.
| Kennwert | Wert | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| im Tiebreak entschiedene Einzelsätze, ATP Tour | etwa jeder fünfte | Einzelsätze auf Tourebene, alle Beläge, Näherung ohne Fallzahl |
| im Tiebreak entschiedene Einzelsätze, WTA Tour | etwa jeder achte | Einzelsätze auf Tourebene, alle Beläge, Näherung ohne Fallzahl |
| gewonnene Return-Spiele | 35,5% | durchschnittliche Spielerin der WTA-Top-50, zweiundfünfzig Wochen bis Februar 2024 |
| Breaks pro Partie | etwa vier | durchschnittliches Return-Spiel der WTA Tour, Näherung |
| gewonnene Aufschlagpunkte | 64,8% | 709 Herreneinzelpartien aus Wimbledon und den US Open, 2016 bis 2020 |
| Punkte nach erstem Aufschlag | 73,2% | dieselben 709 Partien |
| Punkte nach zweitem Aufschlag | 57,2% | dieselben 709 Partien |
Zwei Dinge sagt diese Tabelle absichtlich nicht. Erstens messen die Damen- und die Herrenzahl nicht dasselbe: Der Damenwert zählt gewonnene Aufschlagspiele, der Herrenwert gewonnene Punkte. Wer beide nebeneinanderlegt und daraus einen Vergleich macht, vergleicht Spiele mit Punkten. Eine Quote gehaltener Aufschlagspiele, die für beide Touren in derselben Form vorliegt, habe ich nicht gefunden, also rechne ich hier auch keine zusammen. Zweitens gilt die Herrenzahl für Wimbledon und die US Open, also für Rasen und Hartplatz, und nicht für alle vier größten Turniere; Sand ist in dieser Auswertung nicht enthalten.
Dazu kommt eine Grenze, die für diesen und den vorigen Abschnitt gilt: Für die Häufigkeit des Tiebreaks und für die Satzverteilung liegt keine Aufteilung nach Belag mit ausgewiesener Stichprobe vor. Beide Zahlen gelten belagübergreifend. Wer dir erzählt, auf Sand laufe der Satz systematisch anders aus, kann sich dafür jedenfalls nicht auf diese Zahlen berufen.
Für die Auswahl heißt das: Wenn du auf die Games eines Satzes oder auf ein genaues Satzergebnis wettest, rechnest du bei den Herren häufiger mit einem 7:6 als bei den Damen. Eine Vorgabe von zehneinhalb Games in einem Herrensatz trifft damit auf eine andere Grundlage als dieselbe Vorgabe in einem Damensatz.
Wie oft im Tennis der besser platzierte Spieler wirklich gewinnt
Im Tennis steht kein Team hinter dem Einzelnen, das einen schwachen Tag ausgleicht. Deshalb hält sich die Annahme, der Favorit sei hier so gut wie gesetzt. Die Zahlen geben ihr in Teilen recht und widersprechen ihr im entscheidenden Teil.
Bei den vier größten Turnieren gewann der in der Weltrangliste höher geführte Spieler 72,4% der Herreneinzelpartien; Grundlage sind die Partien der Jahre 2000 bis 2019. Damit gingen 27,6% anders aus, also mehr als jede vierte Partie. Für eine Einzelsportart ist der erste Wert hoch, und für einen Satzsieger ist er ein brauchbarer Ausgangspunkt. Für ein genaues Satzergebnis von 3:0 ist er es nicht: Ein Spieler kann die Partie gewinnen und trotzdem einen Satz abgeben, und die Weltranglistenreihenfolge sagt darüber gar nichts. Für die Dameneinzelpartien fallen die Ergebnisse derselben Untersuchung sehr ähnlich aus, wobei die Werte der Herreneinzelpartien insgesamt geringfügig besser sind; eine eigene Prozentzahl für die Damen nennt sie nicht, und ich erfinde hier keine. Beides gilt für die vier größten Turniere und lässt sich nicht auf die unteren Turnierebenen übertragen.
Wie weit die Rangliste danebenliegen kann, zeigen zwei Fälle. Emma Raducanu gewann die US Open 2021 als Nummer 150 der Weltrangliste, kam über drei Qualifikationspartien ins Hauptfeld und holte den Titel ohne einen einzigen Satzverlust. Sie war die erste Qualifikantin oder der erste Qualifikant der Open Era mit einem Titel bei einem der vier größten Turniere und stieg anschließend auf Platz 23, ein Sprung von 332 Plätzen seit Jahresbeginn. Bei den Herren steht Vladimir Voltchkov dafür, der das Wimbledon-Halbfinale im Jahr 2000 als Nummer 237 erreichte und damit der am niedrigsten platzierte Halbfinalist im Herreneinzel dieses Turniers ist, soweit die vollständigen Ranglistendaten zurückreichen.
Als Mahut 502 Punkte gewann und trotzdem verlor
Zwischen der kürzesten regulär möglichen Partie mit zwölf Games und der längsten Partie der Tennisgeschichte mit 183 Games liegt mehr als das Fünfzehnfache. Diese Spannweite ist der Grund, warum ich die Anteile aus den vorigen Abschnitten als Mittelwerte behandle und nicht als Grenzen.
| Kennwert | Zahl | Partie |
|---|---|---|
| meiste Games einer Partie | 183 | Isner gegen Mahut, Wimbledon 2010, 6:4, 3:6, 6:7, 7:6, 70:68 |
| längste Spielzeit | 11 Stunden und 5 Minuten über drei Tage | dieselbe Partie, fünfter Satz allein 8 Stunden und 11 Minuten |
| gespielte Punkte | 980, davon 502 für Mahut und 478 für Isner | dieselbe Partie, gewonnen von Isner |
| wenigste Games einer regulär beendeten Partie | zwölf über zwei Gewinnsätze, achtzehn über drei | Open Era, mindestens achtzehn Herrenpartien über achtzehn Games |
| kürzestes Endspiel bei einem der vier größten Turniere | 32 Minuten reine Spielzeit | Graf gegen Swerewa, French Open 1988, 6:0, 6:0 |
| längster Tiebreak im Dameneinzel bei einem der vier größten Turniere | 22:20 | Blinkowa gegen Rybakina, Australian Open 2024, 6:4, 4:6, 7:6 |
| Satz ohne Punktverlust | 24 Punkte | Schwedowa gegen Errani, Wimbledon 2012, erster Satz beim 6:0, 6:4 |
An der Partie von 2010 lässt sich am besten sehen, warum Punkte und Sätze zwei verschiedene Dinge sind: Mahut gewann 502 der 980 Punkte, also mehr als sein Gegner, und verlor die Partie trotzdem. Wer auf Punkte oder Games schaut, wettet nicht automatisch auf denselben Ausgang wie jemand, der auf Sätze schaut. Am anderen Ende steht der Satz von Jaroslawa Schwedowa gegen Sara Errani, für den die vierundzwanzig minimal nötigen Punkte für ein 6:0 reichten, weil sie keinen einzigen Punkt abgab. Ein solcher Satz heißt Golden Set, und im Hauptfeld eines der vier größten Turniere ist er bisher genau dieses eine Mal vorgekommen.
Für die nächste Partie folgt daraus nichts, für deine Auswahl schon: Wenn du eine Vorgabe auf die Games eines Satzes oder ein genaues Satzergebnis gewählt hast, liegt zwischen dem Mittelwert und dem, was in dieser einen Partie passieren kann, sehr viel Platz.
Häufige Fragen zu Tennis Wetten
Der Herrenkalender führt in der Saison 2026 65 Turniere, der Damenkalender 57. Dazu kommen 254 Turniere der Challenger-Ebene der Herren in derselben Saison. Auf der Einstiegsebene beider Geschlechter wurden im Jahr 2024 insgesamt 1.200 Turniere in 72 Gastgeberländern ausgetragen.
John Isner schlug 113 Asse, Nicolas Mahut 103, in derselben Partie von Wimbledon 2010.
Vierundzwanzig. Sechs Games zu je vier Punkten sind das Minimum für ein 6:0, und wer dabei keinen einzigen Punkt abgibt, gewinnt einen Golden Set.
Die reine Spielzeit beim 6:0, 6:0 von Steffi Graf gegen Natalja Swerewa bei den French Open 1988 betrug 32 Minuten, verteilt auf zwei Abschnitte von neun und dreiundzwanzig Minuten, weil es dazwischen regnete. Das offizielle Protokoll weist 34 Minuten aus.