Golf Wetten laufen fast immer über ein komplettes Turnier, vier Runden von Donnerstag bis Sonntag, an deren Ende ein einziger Sieger aus einem großen Starterfeld feststeht. Wer zum ersten Mal einen Golftipp abgeben will, steht vor der Frage, auf wen aus diesem großen Feld er setzen soll und was mit seinem Einsatz passiert, wenn sein Spieler schon vor dem Wochenende ausscheidet.
Welche Golf Wetten sind üblich?
Beim Golf tippst du entweder auf das gesamte Starterfeld oder auf ein Duell weniger Spieler. Zur ersten Gruppe gehören die Turniersiegerwette und die Platzierungswette auf einen der vorderen Ränge, zur zweiten Head-to-Head und 3-Ball, bei denen zwei oder drei ausgewählte Spieler direkt gegeneinander laufen. Dazu kommen zwei Wetten, die enger am Turnierverlauf hängen: die Wette darauf, ob dein Spieler den Cut übersteht, oft Make the Cut genannt, und die Each-Way-Wette, die Sieg und Platzierung in einem Tipp verbindet.
| Wettart | Worauf du tippst |
|---|---|
| Turniersieger | den Gewinner des gesamten Turniers |
| Platzierungswette | eine Platzierung unter den ersten 3, 5 oder 10 |
| Head-to-Head | den Besseren von zwei ausgewählten Spielern |
| 3-Ball | den Besten von drei Spielern einer Gruppe |
| Make the Cut | dass dein Spieler den Cut übersteht |
| Each-Way | Sieg und Platzierung in einem Einsatz |
Warum sind die Quoten auf den Turniersieger so hoch?
Wenn du auf den Turniersieger wetten möchtest, bekommst du regelmäßig dreistellige Quoten, und der Grund steckt in der Größe des Feldes. The Open, die US Open und die PGA Championship starten mit 156 Spielern, das Masters als Einladungsturnier kommt in der Regel mit unter hundert Teilnehmern aus. Bei so vielen möglichen Siegern verteilt sich die Gewinnchance auf sehr viele Köpfe, und selbst ein klarer Favorit gewinnt nur einen kleinen Teil der Turniere, an denen er teilnimmt. Die Wette auf den Turniersieger ist damit ihrer Natur nach eine Außenseiterwette, auch wenn du auf einen der Besten der Welt setzt.
Dass tatsächlich Außenseiter gewinnen, ist keine Theorie. Paul Lawrie gewann The Open 1999 als Nummer 241 der Weltrangliste, Ben Curtis siegte 2003 als Nummer 396. Solche Namen tauchen an der Spitze kaum einer anderen Wette auf, und sie erklären, warum die Quoten selbst jenseits der engeren Favoriten hoch bleiben.
Wer häufiger treffen will, tippt statt auf das ganze Feld auf ein Duell. Weil bei Head-to-Head und 3-Ball nur zwei oder drei Spieler infrage kommen, ist die Trefferchance deutlich größer, und die Quoten fallen entsprechend niedriger aus. Das ist der grundlegende Tausch bei Golf Wetten, hohe Quote und seltener Treffer beim Turniersieger gegen niedrigere Quote und häufigeren Treffer im Duell.
Was passiert mit deiner Wette, wenn dein Spieler den Cut verpasst?
Nach der Hälfte des Turniers, also nach 36 der insgesamt 72 Löcher, wird das Feld gekürzt. Nur die besten Spieler dürfen die dritte und vierte Runde am Wochenende spielen, der Rest scheidet aus. Diese Kürzung heißt Cut, und für deine Wette ist sie ein klarer Einschnitt. Verpasst dein Spieler den Cut, ist er für die Platzierungswette und für ein noch offenes Duell aus dem Rennen, egal wie stark er die ersten beiden Runden gespielt hat.
Wie viele Spieler den Cut überstehen, ist je Turnier unterschiedlich geregelt. Beim Masters kommen die besten 50 plus alle punktgleichen Spieler weiter, das ist das kleinste Wochenendfeld der Majors. Bei der US Open sind es die besten 60 plus Gleichstand, gemessen am Anteil des Feldes der strengste Cut der vier Majors. The Open lässt die besten 70 plus Gleichstand zu, und reguläre Turniere der großen Touren liegen mit den besten 65 bis 70 in derselben Größenordnung. Der Cut betrifft dich also bei fast jedem Turnier, nicht nur bei den Majors, und je strenger er ausfällt, desto riskanter ist jede Wette, die voraussetzt, dass dein Spieler das Wochenende überhaupt erreicht.
Wie werden Each-Way-Wetten und Dead Heat abgerechnet?
Eine Each-Way-Wette ist ein Doppeltipp aus zwei gleich hohen Einsätzen: einer auf den Sieg deines Spielers, einer auf eine Platzierung im vorderen Feld. Setzt du 10€ Each-Way, zahlst du also 20€, zehn auf Sieg und zehn auf Platz. Gewinnt dein Spieler das Turnier, greifen beide Teile. Landet er nur im bezahlten Platzbereich, greift allein der Platzteil, und der wird zu einem vorher festgelegten Bruchteil der Siegquote abgerechnet. Nimm als Beispiel einen Platzteil von einem Fünftel und eine Siegquote von 26,00, dann rechnet der Platzteil mit einer Quote von 6,00, weil ein Fünftel des reinen Quotengewinns von 25 einen Gewinn von 5 pro eingesetztem Euro ergibt.
Beim Golf teilen sich häufig mehrere Spieler denselben Rang, weil sie am Ende exakt gleich viele Schläge gebraucht haben. Fällt ein solcher Gleichstand auf den letzten noch bezahlten Platz, kommt die Dead-Heat-Regel ins Spiel. Der Platzteil wird dann anteilig gekürzt, und zwar im Verhältnis der bezahlten Plätze auf dem geteilten Rang zur Zahl der gleichauf liegenden Spieler. Bleibst du beim Platzteil zu 6,00 und deinen 10€ Einsatz, wird dein Einsatz halbiert, sobald sich zwei Spieler den letzten bezahlten Rang teilen und darauf nur ein Platz entfällt. Gerechnet wird dann mit 10 × 0,5 × 6,00, also 30,00€ statt der vollen 60,00€.
Warum der Platz beim Masters anders zählt als bei den anderen Majors
Von den vier Majors wird nur eines jedes Jahr am selben Ort gespielt: das Masters im Augusta National Golf Club. Für jeden Teilnehmer gibt es dort eine Ergebnishistorie am exakt gleichen Kurs, Loch für Loch über viele Jahre. Das ist für deine Golf Wetten die verlässlichste Datenbasis, die der Golfkalender hergibt, weil frühere Ergebnisse tatsächlich unter denselben baulichen Bedingungen zustande kamen.
Die anderen drei Majors wechseln dagegen jedes Jahr den Austragungsort. Dort zählt die Platzhistorie eines Spielers weniger, weil seine früheren Ergebnisse an einem anderen Kurs zustande kamen. Beim Open kommt der Wind hinzu. Auf den offenen Links-Kursen im Vereinigten Königreich ist er der wesentliche äußere Einfluss auf die Ergebnisse, und an einem stürmischen Tag kommt dasselbe Feld auf ganz andere Ergebnisse als bei Windstille.
| Major | Ausrichter | Austragungsort |
|---|---|---|
| Masters | Augusta National Golf Club (Einladungsturnier) | jedes Jahr derselbe Platz |
| US Open | USGA | wechselnd |
| PGA Championship | PGA of America | wechselnd |
| The Open | The R&A | wechselnde Links-Kurse im Vereinigten Königreich |
Häufige Fragen
Steht nach der Schlussrunde mehr als ein Spieler an der Spitze, gibt es keinen geteilten Sieg und keine Dead-Heat-Kürzung auf die Siegwette. Der Gewinner wird in einem Stechen ermittelt, dessen Format sich je Major unterscheidet, und deine Siegwette gewinnt oder verliert danach ganz normal. Das Masters spielt Sudden Death, also Loch für Loch bis zur Entscheidung. Die US Open entscheidet seit 2018 über ein Aggregat aus zwei Löchern, The Open über vier Löcher und die PGA Championship über drei. Bleibt es danach gleich, folgt auch dort Sudden Death.
Der Ryder Cup ist kein Turnier mit einem großen Siegerfeld, sondern ein Matchplay-Teamwettbewerb zwischen Europa und den USA, der alle zwei Jahre ausgetragen wird. Getippt wird deshalb auf einzelne Matches oder darauf, welches Team am Ende gewinnt, nicht auf einen Sieger aus einem Feld von über hundert Spielern. Einen Cut und eine Platzierungswette gibt es hier nicht.