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Doppelte Chance Wetten – Zwei Ausgänge, ein Tipp

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Rund drei von vier Bundesliga-Spielen enden mit einem Heimsieg oder Unentschieden. Eine Doppelte Chance Wette auf 1X hätte damit über Jahrzehnte eine Trefferquote von knapp 76 % erreicht – und genau das macht den Reiz dieser Wettart greifbar.

Statt auf einen einzigen Ausgang zu tippen, deckst du bei der Doppelten Chance zwei von drei möglichen Ergebnissen ab. Deine Trefferwahrscheinlichkeit steigt dadurch spürbar, die Quote fällt entsprechend niedriger aus. Weniger Gewinn pro Treffer, dafür deutlich häufiger richtig – ein bewusstes Tauschgeschäft, das vor allem dann aufgeht, wenn Spielanalyse und Quoten zusammenpassen.

Wie funktioniert die Doppelte Chance?

Bei einer normalen 1X2-Wette tippst du auf eines von drei Ergebnissen: Heimsieg (1), Unentschieden (X) oder Auswärtssieg (2). Bei der Doppelten Chance erweiterst du diesen Tipp um einen zweiten Ausgang. Du setzt also nicht auf ein Ergebnis, sondern auf zwei – und nur das jeweils dritte führt zum Verlust.

Drei Varianten stehen zur Auswahl:

VarianteBedeutungGewonnen beiVerloren bei
1XHeim oder UnentschiedenHeimsieg oder RemisAuswärtssieg
X2Unentschieden oder AuswärtsRemis oder AuswärtssiegHeimsieg
12Heim oder AuswärtsHeimsieg oder AuswärtssiegUnentschieden

Selbst bei Spielen auf Augenhöhe lohnt sich ein Blick auf die Wahrscheinlichkeiten. Bei einer Verteilung von etwa 37,5 % / 25 % / 37,5 % (Heim / Remis / Auswärts) kommen DC 1X und DC X2 jeweils auf rund 62,5 %, DC 12 sogar auf 75 %. Auch bei ausgeglichenen Spielpaarungen bietet die Doppelte Chance also eine attraktive Trefferwahrscheinlichkeit.

Dass die Quoten bei Doppelte Chance Wetten niedriger ausfallen als beim Einzeltipp, ist kein versteckter Nachteil. Es ist die logische Konsequenz: Wer zwei von drei Ausgängen abdeckt, hat eine höhere Gewinnwahrscheinlichkeit – und der Buchmacher preist genau das in die Quote ein.

Welche Variante passt zu welchem Spiel? Tippst du auf den Favoriten, sicherst du mit 1X das Unentschieden ab. Siehst du den Außenseiter vorne, nimmt X2 das Remis als Sicherheitsnetz dazu. Und wenn du einen Sieger erwartest – egal welches Team – greifst du zu 12.

Doppelte Chance Wetten in der Praxis – ein Rechenbeispiel

Am besten lässt sich die Doppelte Chance an einem konkreten Beispiel durchrechnen. Nehmen wir ein Spiel mit folgenden 3-Weg-Quoten: 2,10 auf Heimsieg, 3,40 auf Unentschieden und 3,60 auf Auswärtssieg. Daraus ergeben sich typische DC-Quoten – ich habe sie mit den geschätzten Trefferwahrscheinlichkeiten gegenübergestellt:

WettartQuoteEinsatz 10 €GewinnTrefferchance (geschätzt)
Heimsieg (1)2,1010 €21,00 €~45 %
DC 1X1,2510 €12,50 €~73 %
DC X21,5510 €15,50 €~55 %
DC 121,3010 €13,00 €~72 %

Der Unterschied wird sofort deutlich: Beim Einzeltipp auf Heimsieg bringt ein Treffer 21 € bei einer geschätzten Trefferchance von 45 %. Doppelte Chance auf 1X liefert nur 12,50 € – trifft dafür aber in rund 73 % der Fälle. Über viele Wetten hinweg kann die höhere Trefferquote den geringeren Einzelgewinn ausgleichen, muss es aber nicht.

Ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit: Buchmacher kalkulieren bei DC-Wetten oft mit einer höheren Marge als beim klassischen 3-Weg-Markt. Du bezahlst die zusätzliche Sicherheit also nicht nur durch eine niedrigere Quote, sondern auch durch einen etwas schlechteren Auszahlungsschlüssel. Der Auszahlungsschlüssel beschreibt, welchen Anteil der Einsätze ein Buchmacher als Gewinn an die Tipper zurückgibt – bei DC-Märkten liegt er typischerweise unter dem des 3-Weg-Markts.

Was die Statistik über Doppelte Chance Wetten verrät

Wie oft trifft welche DC-Variante tatsächlich? Ich habe mir die Bundesliga-Daten angeschaut – einmal die Gesamtstatistik seit der Gründung 1963 und einmal die Saison 2023/24 zum Vergleich. Basis sind 18.608 Spiele in über 60 Jahren mit einer Ergebnisverteilung von 50,2 % Heimsiegen, 25,6 % Unentschieden und 24,2 % Auswärtssiegen. Daraus ergeben sich folgende DC-Trefferquoten:

DC-VarianteHistorisch (seit 1963)Saison 2023/24
1X75,8 %70,3 %
X249,8 %56,2 %
1274,4 %73,5 %

Zwei Dinge fallen auf: DC 1X und DC 12 liegen historisch nah beieinander und treffen in rund drei von vier Spielen. DC X2 kommt dagegen nur auf knapp 50 % – logisch, weil der Auswärtssieg über Jahrzehnte das seltenste Ergebnis war. In der Saison 2023/24 hat sich das Bild verschoben: DC X2 verbesserte sich auf 56,2 %, während DC 1X auf 70,3 % fiel. Der Heimvorteil war in jüngeren Saisons weniger ausgeprägt als im historischen Schnitt.

Einen Sonderfall liefert die Saison 2019/20 mit den Geisterspielen nach dem Corona-Lockdown. Der Auswärtssieg-Anteil stieg auf 37,6 % – der höchste Wert in der Bundesliga-Geschichte. DC 1X fiel auf etwa 62,4 %. Heimvorteil ist kein Naturgesetz, und äußere Faktoren wie fehlendes Publikum können die Ergebnisverteilung spürbar verschieben.

Langzeitdaten helfen bei der Einschätzung, ersetzen aber nicht die Analyse des konkreten Spiels. Eine DC-1X-Quote, die auf einer 75%-Trefferchance basiert, ergibt nur dann Sinn, wenn diese Wahrscheinlichkeit zur aktuellen Spielpaarung passt.

Strategien für jede DC-Variante

Alle drei Doppelte Chance Varianten haben ihren eigenen strategischen Einsatzzweck – sie sind keine austauschbaren Alternativen. Welche Variante die richtige Wahl ist, hängt von der Spielpaarung, der Ligadynamik und der persönlichen Risikoeinschätzung ab. Ein Blick auf die Bundesliga-Geschichte verdeutlicht, wie unterschiedlich die Rahmenbedingungen ausfallen können: Der Unentschieden-Anteil schwankte zwischen 19,6 % in der Saison 1977/78 und 35,3 % in der Saison 1995/96. Wer das Remis einkalkuliert oder bewusst ausschließt, sollte wissen, wie wahrscheinlich es im konkreten Kontext tatsächlich ist.

1X – Den Favoriten absichern

DC 1X ist der klassische Absicherungstipp für den Heimfavoriten. Du glaubst, dass das Heimteam gewinnt, willst aber das Restrisiko eines Unentschiedens abfangen. Besonders sinnvoll ist diese Variante, wenn der Favorit zu Hause eine starke Bilanz hat, die Liga aber insgesamt einen hohen Remis-Anteil aufweist. In solchen Situationen ist das Unentschieden wahrscheinlich genug, um den reinen Heimsieg-Tipp riskant zu machen.

Bei klaren Favoriten liegen die Quoten allerdings oft nur zwischen 1,10 und 1,20 – als Einzeltipp bringt das kaum Rendite. Wenn du 10 € einsetzt und 11,50 € zurückbekommst, fühlt sich das nach viel Aufwand für wenig Ertrag an. Ihre echte Stärke entfaltet DC 1X in Kombiwetten, wo auch niedrige Einzelquoten die Gesamtwahrscheinlichkeit der Kombi stabilisieren und die Gesamtquote auf einem vernünftigen Niveau halten.

X2 – Außenseiter mit Sicherheitsnetz

Bei X2 siehst du Value im Auswärtssieg, willst aber nicht alles auf eine Karte setzen. Das Unentschieden kommt als Sicherheitsnetz dazu – und genau das unterscheidet X2 von einem reinen Außenseiter-Tipp. Statt nur auf den Auswärtssieg zu hoffen, bist du auch mit einem Remis auf der Gewinnerseite.

Quotentechnisch fällt X2 deutlich besser aus als DC 1X: Weil der Auswärtssieg statistisch seltener eintrifft als der Heimsieg, bekommst du für X2 eine bessere Quote. Historisch trifft DC X2 in knapp der Hälfte aller Bundesliga-Spiele – das heißt aber auch, dass jede zweite Wette verloren geht. Diese Variante lohnt sich nur, wenn die Quote das erhöhte Risiko angemessen widerspiegelt. Bei einem knappen Auswärtsfavoriten mit ordentlicher Quote kann X2 ein kluger Griff sein, bei krassen Außenseitern reicht die Trefferwahrscheinlichkeit trotz Sicherheitsnetz oft nicht aus.

12 – Unentschieden ausschließen

DC 12 funktioniert anders als die beiden anderen Varianten: Dir ist egal, wer gewinnt – Hauptsache, das Spiel endet nicht remis. Das klingt erstmal ungewöhnlich, passt aber zu bestimmten Spielsituationen. Wenn zwei offensivstarke Teams aufeinandertreffen, die selten mit geteilten Punkten vom Platz gehen, spricht viel gegen ein Unentschieden.

Historisch trifft DC 12 in rund 74 % aller Bundesliga-Spiele – eine der höchsten Trefferquoten unter den DC-Varianten. Aber in Phasen mit hohem Unentschieden-Anteil sinkt diese Zahl spürbar. In der Saison 1995/96 lag der Remis-Anteil bei 35,3 %, was die DC-12-Trefferquote auf unter 65 % gedrückt hätte. Wer auf 12 setzt, sollte die Remis-Statistiken der beteiligten Teams kennen und einschätzen können, ob die Spielanlage auf einen Sieger hindeutet.

Doppelte Chance in Kombiwetten

Grundlagen zu Kombiwetten spare ich mir hier – darum geht es im eigenen Artikel. Spannend ist aber der DC-spezifische Aspekt: Warum verbessern Doppelte Chance Tipps die Wahrscheinlichkeit einer Kombiwette so stark?

Rechenbeispiel: Eine Dreier-Kombi mit DC-Tipps auf klare Favoriten – jeweils rund 90 % Einzelwahrscheinlichkeit, also Favorit plus Remis – kommt auf eine Gesamtwahrscheinlichkeit von rund 73 %. Eine Fünfer-Kombi mit denselben Voraussetzungen trifft immer noch zu 59 %. Das ist der mathematische Grund, warum DC-Tipps in Kombiwetten so beliebt sind: Hohe Einzelwahrscheinlichkeiten fallen beim Multiplizieren weniger stark ab als niedrige.

Klingt überzeugend? Hat aber einen Haken. Quoten pro DC-Tipp sind niedrig – oft zwischen 1,10 und 1,25. Ob die Gesamtquote einer DC-Kombi noch Value bietet, hängt davon ab, ob du die Einzelwahrscheinlichkeiten realistisch einschätzt. Und mit jedem zusätzlichen Tipp in der Kombi frisst die Buchmacher-Marge am Erwartungswert. Auch eine 73%-Kombi kann langfristig Verlust bringen, wenn die Gesamtquote unter dem fairen Wert liegt.

Doppelte Chance vs. Draw No Bet

Wer sich gegen das Unentschieden absichern will, steht oft vor der Wahl: Doppelte Chance oder Draw No Bet? Beide Wettarten reduzieren das Risiko, tun es aber auf unterschiedliche Weise. Kurzfassung: Bei der Doppelten Chance zählt ein Remis als Gewinn (bei 1X oder X2). Bei Draw No Bet wird der Einsatz bei Remis zurückgezahlt – weder Gewinn noch Verlust.

KriteriumDoppelte ChanceDraw No Bet
Bei RemisWette gewonnenEinsatz zurück
QuoteNiedrigerHöher
RisikoNur 1 Ausgang verliert1 Ausgang verliert, 1 neutral
In KombiwettenTipp zählt immer (gewonnen oder verloren)Bei Remis wird Tipp annulliert, Kombi-Quote sinkt

Der Kernunterschied: DC gibt dir bei Remis den vollen Gewinn, DNB nur den Einsatz zurück. Dafür bietet DNB die bessere Quote, weil der Buchmacher weniger Risiko absichern muss. In Kombiwetten hat DC einen klaren Vorteil – der Tipp wird immer gewertet. Bei DNB fällt ein annullierter Tipp aus der Kombi und senkt die Gesamtquote, was die gesamte Kalkulation durcheinanderbringen kann.

Wann also DC, wann DNB? Wenn du das Remis aktiv als Gewinn mitnehmen willst und die niedrigere Quote akzeptierst, passt DC besser. Wenn du eine höhere Quote brauchst und mit einer Rückzahlung bei Remis leben kannst, ist DNB die bessere Wahl. Für Kombiwetten empfehle ich DC, weil annullierte Tipps dort mehr Schaden anrichten als eine etwas niedrigere Einzelquote.

Wann sich Doppelte Chance Wetten nicht lohnen

Bei klaren Favoriten sinken die DC-Quoten oft auf ein Niveau, das rechnerisch keinen positiven Erwartungswert mehr bietet. Ein Beispiel: DC-1X-Quote bei 1,12, geschätzte Trefferwahrscheinlichkeit bei 85 %. Für einen positiven Erwartungswert bräuchte es eine Quote von mindestens 1,18 (also 1 geteilt durch 0,85). Mit 1,12 bei 85 % Trefferchance ergibt sich ein negativer Erwartungswert – langfristig verlierst du damit Geld, auch wenn die Wette häufig gewinnt.

Dazu kommt die Auszahlungsschlüssel-Falle: DC-Märkte haben typischerweise einen niedrigeren Auszahlungsschlüssel als der 3-Weg-Markt. Der Buchmacher behält also einen größeren Anteil der Einsätze ein. Du bezahlst die Sicherheit der Doppelten Chance nicht nur durch eine niedrigere Quote, sondern auch durch eine höhere Marge.

Bei extrem klaren Favoriten lohnt es sich oft mehr, direkt auf den Sieg zu tippen – die Quote ist besser, und die Wahrscheinlichkeit ist ohnehin hoch genug. Auch Draw No Bet kann in solchen Situationen attraktiver sein, weil die Quote näher am fairen Wert liegt. Doppelte Chance Wetten sind kein pauschal schlechter Markt – aber blind auf niedrige DC-Quoten zu setzen, frisst langfristig die Rendite.

FAQ – Häufige Fragen zu Doppelte Chance Wetten

Was bedeutet Doppelte Chance 1X, X2 und 12?

Bei 1X gewinnt die Wette, wenn das Heimteam siegt oder das Spiel unentschieden endet. X2 deckt Unentschieden und Auswärtssieg ab. 12 bedeutet, dass nur ein Sieg zählt – egal welches Team gewinnt. Bei jeder Variante führt nur das jeweils dritte Ergebnis zum Verlust der Wette.

Was ist der Unterschied zwischen Doppelter Chance und Draw No Bet?

Bei der Doppelten Chance zählt ein Unentschieden als Gewinn (bei 1X oder X2). Bei Draw No Bet wird der Einsatz bei Remis zurückgezahlt – weder Gewinn noch Verlust. Doppelte Chance bietet mehr Sicherheit, weil das Remis aktiv zum Gewinn beiträgt. Draw No Bet bietet dafür die bessere Quote, weil das Remis nur neutral und nicht als Gewinn gewertet wird.

Lohnen sich Doppelte Chance Wetten in Kombiwetten?

DC-Tipps erhöhen die Gesamtwahrscheinlichkeit einer Kombiwette deutlich, weil die Einzelwahrscheinlichkeiten höher ausfallen als bei 3-Weg-Tipps. Allerdings sind die Quoten pro DC-Tipp niedrig – ob die Gesamtquote der Kombi ausreicht, muss im Einzelfall geprüft werden. Besonders bei Vierer- und Fünfer-Kombis kann die Buchmacher-Marge den Vorteil der höheren Trefferwahrscheinlichkeit wieder auffressen.

Kann ich Doppelte Chance Wetten auch live platzieren?

Ja, die meisten Buchmacher bieten Doppelte Chance auch als Livewette an. Quoten passen sich dem Spielverlauf an – nach einem frühen Tor des Favoriten sinkt die DC-1X-Quote oft auf ein Niveau, das kaum noch Value bietet. Umgekehrt kann DC X2 nach einem Rückstand des Favoriten interessant werden, wenn du an einen Ausgleich oder eine Wende glaubst.

Karina Novakova
Über den Autor

Karina Novakova

Ich heiße Karina Novakova und interessiere mich seit vielen Jahren intensiv für Sport. Besonders die Leichtathletik gehört zu meinen größten Hobbys, doch ich verfolge auch zahlreiche andere Sportarten regelmäßig. Durch diese Begeisterung beschäftige ich mich intensiv mit Sportwetten und analysiere verschiedene Wettanbieter. In meinen Testberichten teile ich meine Erfahrungen und gebe einen Überblick über Angebote, Quoten und Funktionen der Wettplattformen.